Frauen lesen …

Ich tue mich ja echt schwer den Fokus auf Literatur zu legen, die von Frauen geschrieben wurde / wird. Mein Bücherregal ist echt sehr voll mit Büchern, die Männer geschrieben haben. Umso mehr, versuche ich stets jeden Monat mindestens 1 Buch zu lesen, welches von einer Frau geschrieben wurde. Tendenziell breche ich aber Literatur von Frauen geschrieben eher ab als von Männern. Warum das so ist, weiß ich nicht. Es liegt nicht an der Tatsache, dass die Bücher von Frauen geschrieben sind. Es liegt meist an den Figuren, dem Humor, komischen Storylinien und aber eigenartigen Schreibstilen. Aber das sind die selben Attribute, die ich bei Romanen von Männern ebenso hinzu ziehen würde.

Egal hier sind die Bücher von Frauen, die ich ab 2020 gelesen habe (und evtl. besprochen habe – dann gibt es links zu den Besprechungen). Ich freue mich allerdings auch über Empfehlungen für Literatur von Frauen geschrieben in den Kommentaren. Ich mag es gern anspruchsvoll, sozialkritisch, belletristisch, bereist, polyglott, portugiesisch, südostasiatisch, nordisch, maritim oder auch Sachbücher (Psychologie, Soziales, Pflegewissenschaft, Maritimes, Naturkunde, Tod, Subkulturen, Musik).

2020

  • Olga Tokarszuk “Unrast”
  • Sue Black “All that remains”
  • Anika Decker “Wir von der anderen Seite” (abgebrochen)

Übrigens gebe ich generell gern abgebrochene Bücher ab. Bitte gebt mir dafür Rückmeldung bei Interesse.

Montagsauslese 3/2020

In der letzten Woche habe ich definitiv mehr gelesen als in der Woche zuvor. Aber musikalisch war es trotz alledem für mich gewesen.

83105023_3266430236700566_601252772414750720_oIch war beim Konzert von THE FOREIGN RESORT im Goldenen Salon am Donnerstag. Das war großer Spaß. Es war mein Geburtstagsgeschenk von Freunden gewesen und es hat sich wirklich richtig gelohnt.  Ich freu mich jetzt schon auf das “Dark Skies over Witten” im März, bei denen ich die dänischen Jungs wieder sehen kann. Dieses Mal dann mit meiner besten Kumpeline Lyd.

Was ein Konzert von The Foreign Resort stets ausmacht?! Diese Jungs haben Bock auf der Bühne zu stehen. Sie machen Späße. Ihre Musik langweilt nicht. Zu keiner Sekunde UND ja, es ist halt feinster reudiges Gitarrengeschrammel mit wundervollem echten Schlagwerk.

Am Samstag war ich mit Mr T in der Staatsoper und habe eine Aufführung des Hamburg Balletts gesehen. Es standen die “Bernstein Dances” auf dem Plan.

Eine Hommage auf den Musiker Leonard Bernstein. Mit seiner Musik und eben Tanz. Es war ein sehr schöner bunter Abend. Und ich kam zur Erkenntnis, dass ich vielleicht doch noch mal irgendwann mir Candide komplett anschauen sollte. Und West Side Story ist sowieso toll. Ich fand die beiden Sänger großartig und der Fakt, dass Marc Bouchkov an der Violine war und Sascha Trusch tanzte, war noch viel besser.

Gelesen in der letzten Woche: Da war Musik drin. DIe Bücher steckten voll Poesie und in einer Menge der Bücher wurde sich mit dem Tod beschäftigt.

Nr 11: RICARDO S. AMORIM “Wolves who were men”: Dies ist die Moonspell Biografie. Sie ist unfassbar emotional und bewegend geschrieben. Irgendwie leidet man als Leser ganz schön mit den Musikern und den “Auf und Abs” in der Bandgeschichte mit. Einerseits kann es einem schon das Herz zerreißen, andererseits muss man lachen. Das schöne an der Bandbiografie ist, dass man dieses Buch auch lesen kann, ohne Fan der Band zu sein oder Spezialist im Metalgebiet zu sein. Denn es geht hier vor allem sehr um Menschliche Dinge. Und komische Dinge im Musikbusiness gibt es in jedem “Genre”. Ich kann das Buch nur empfehlen.

Nr 12: CRAIG DYER “The Devil in me & in all the rest”: Craig Dyer ist Sänger der Band “The Underground Youth”. Dieses Buch ist ein Band mit Poetry und Lyrics. Ich habe sie gemocht, aber das, was ich an Poetrie immer sehr mag bzw. mir wünsche, ist die Melodie der Worte oder richtige Emotionalität, die mich bewegt. Dies hat mit den meisten der Stücke nicht funktioniert. Ich weiß nicht warum dies so war. Dies wird aber die Liebe zur Musik von The Underground Youth nicht schmälern.

IMG_8134Nr 13: AL BERTO “Salsugem – Salz” & Nr 14: AL BERTO “Garten der Flammen”: Die zwei Bände sind gefüllt mit Gedichten von Al Berto (1948 – 1997), einem portugiesischem Autoren, Vertreter des Surrealismus. Die Geschichte befassen sich sehr mit seinen Gefühlen, dem Tod, der Liebe. Mit Salz konnte ich anfangs icht so viel anfangen. Ich war noch etwas von dem Übersetzungsstil (mit Kleinschreibung auf Deutsch) überfordert. “Garten der Flammen”dagegen, der Gedichtband, den Al Berto kurz vor seinem Tod geschrieben hat, hat mich schwer bewegt und mitgenommen. Die Zeilen sind sehr morbide, melancholisch, auf das Leben zurück schauend.

Nr 15: SUE BLACK “All that remains”: An diesem Buch habe ich mächtig geknabbert … und vor allem lange geknabbert. Es sind die Aufzeichnungen der Forensikerin Dame Sue Black. In dem Buch geht es sehr viel um Tod, in jeder Form, die man sich vorstellen kann. Es geht um den Umgang mit den Toten. Es geht um die Arbeit als Forensikerin im Kriegsgebiet (Kosovo). Es ist ein runum menschliches Buch, denn der Tod gehört zum Leben dazu. Ich bin sehr froh, das Buch gelesen zu haben.

Nr 16: OLIVER SACKS “Alles an seinem Platz”: Dies ist das vermutlich letzte Buch, was im Namen von Oliver Sacks veröffentlicht wurde. Oliver Sacks ist 2015 verstorben und mit ihm ist ein sympathischer Neurologe gegangen. Sacks ist für seine Fallgeschichten berühmt geworden. In “Alles an seinem Platz” sind neben letzten Fallgeschichten auch Essays zu anderen Themen platziert. Sie sind allesamt sehr klug und gefüllt mit gefährlichem Halbwissen. Die Leseliste für mich wurde sehr viel länger nach dieser Lektüre. Ich habe das Buch letzte Woche gekauft, weil ich an keinem Oliver Sacks ungesehen vorbei laufen kann. Ich bin ein Sacksjünger.

Gekauft oder geschenkt bekommen habe ich:
Neu Nr 10: AKSEL SANDEMOSE “Ein Flüchtling kreuzt seine Spur” (mein letztes Geburtstagsgeschenk). Das Buch wollte ich schon letztes Jahr selbst kaufen und habe es dann irgendwie aus dem Blickfeld verloren. Um so glücklicher bin ich, dieses Buch jetzt geschenkt bekommen zu haben.

Neu Nr 11: OLIVER SACKS “Alles an seinem Platz”

Montagsauslese 2/2020

Die letzte Woche war musiklastiger als die Vorige. Ich habe viel Metal gelauscht … zum Einen die Rereleases von Moonspell mit Anno Satanae und Sin Pecado. Zum Anderen die neue Sylvaine EP, die neue Then Comes Silence Single + I AM THE SHADOW Single, der Rotting Christ Backkatalog, den ich über Season of Mist bekommen konnte UND dann noch die zwei Erstlinge von Esben & the Witch, die mir noch fehlten. Und dann kam noch das Carepaket aus Jersey an von October Burns Black. Es ist alles großartige Musik und ich liebe alle erwähnten Bands und Künstler.

Highlight, aber definitiv war das Lauschen von Krysztof Urbanskis Einspielung der Schostakowitsch Sinfonie Nr 5 gewesen. Bei dieser Musik geht mir das Herz auf. Das ist Drama pur. Das ist – keine Ahnung – Symphonic Metal. Für mich ist es die perfekte Musik zur Entspannung, weil ich mich so sehr beim Lauschen auf alle Ebenen der Musik konzentrieren muss, dass ich Alltag, Arbeit, Schmerzen vergessen kann.

Gelesen habe ich auch ein paar Bücher:

Buch Nr 9: MICHEL FABER “Hundertneunundneunzig Stufen”Ich habe das Buch anno dazumal … ich glaub 2014 im Herbst in Whitby in der englischen Variante gekauft und angefangen zu lesen, aber es hatte mich damals gar nicht so richtig gepackt. Jetzt auf Deutsch flutschte es.
Ja, es hat Züge von moderner Schauerliteratur, aber andererseits auch wieder nicht.
Wir begegnen einer Archäologin, die Albträume seit ihrem Unfall in Bosnien hat (wo sie ihren damaligen Freund – einem Journalisten begleitete … zu Kriegszeiten, sie verlor in einem Unfall ein Bein und er wurde von Heckenschützen umgebracht …. irgendwie ist mir der Plotfakt zu platt – egal). In Whitby werden die Albträume aber anders als sie vorher waren. Um zu ihrer Arbeit zu kommen, der Grabungsstätte bei der Abbey St. Hilda, muss sie die 199 Stufen zum Berg hinauf und da lernt sie Magnus mit seinem Hund kennen. Magnus ist nur kurz in Whitby, er kümmert sich um den Nachlass seines Vaters und seine Abschlussarbeit für die Uni. Im Nachlass findet er eine Flasche mit einer Papierrolle … datiert auf 1788. Sian, so der Name der Protagonistin, hilft Magnus dies zu entschlüsseln… Es geht um Glauben, Umgang mit Toten/Gestorbenen, Trauer, Friedhofskultur, Respekt und Urängsten. Das Buch tat nicht weh, aber da ich in Whitby nicht nur einmal war, war es schon recht witzig gedanklich da langzulaufen UND NEIN, das indische Restaurant am Bahnhof ist nicht toll. Es ist gruselig. Schlechter Service und es gibt Mangolassi mit Eiswürfeln drin. Unter anderem.

Buch Nr 10: ANIKA DECKER “Wir von der anderen Seite” – Ich musste dieses Buch abbrechen. So leid es mir tat. Es war ein Geburtstagsgeschenk, aber meine Schwester hat gesagt, sie möchte nicht. dass sich meine Nägel aufrollen!
Der Humor ist gar nicht meiner und überhaupt … ich mag keine Krankenhaus / jemand wird gesund gepflegt (in dem Fall die Protagonistin) Story. Ich habe Feierabend.

Nich beendet, aber fleißig am Lesen ist immer noch mein Kurzgeschichtenband “Über den Feldern” mit Geschichten über den 1. Weltkrieg. Dazu gleich die Frage: Sollte ich mir 1917 im Kino anschauen? Ich bin ja kein Kinogänger. Außerdem lese ich ganz beherzt in der Biografie über Moonspell.

Es kommen in der kommenden Woche noch mehr neue Bücher hinzu und ich werde endlich wieder Live Musik mir anschauen. Am Donnerstag freu ich mich auf das THE FOREIGN RESORT Konzert (mit dem Support Golden Apes) und am Samstag gehe ich mit Mr T in die Staatsoper für das Hamburg Ballett und den “Bernstein Dances”. Wir beide haben schon so lange kein Ballett mehr gesehen. Also habe ich es Mr T zu Weihnachten geschenkt. Ich freue mich richtig darauf.

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Gekauft bzw. frisch in meiner Bibliothek habe ich:
Neu 5: MICHEL FABER “Hundertneunundneunzig Stufen” (für 1 Euro im modernen Antiquariat)
Neu 6: CRAIG DYER “The Devil in me & in all the rest” (für 10 Euro direkt bei The Underground Youth gekauft)
Neu 7: AL BERTO “Salz” Lyrik
Neu 8: AL BERTO  “Garten der Flammen” Lyrik
Neu 9: AL BERTO “Mondwechsel” Bertos einziger veröffentlichter Roman.
Nebenher erfuhr ich, dass Portugal in diesem Jahr Schwerpunktthema auf der Leipziger Buchmesse ist und ich wundere mich noch, warum so viele Portugiesen plötzlich übersetzt auf dem Deutschen Buchmarkt zu finden sind. Wenn Dein eigenes Interesse Dich mit einem Trend überholt.

 

Das Haus im Dunkel [José Luís Peixoto]

Das Schräggedruckte: Ich hatte im Jahr 2019 irgendwann mal … gefühlt März / April … mal auf Twitter belesene / schreibende Menschen nach Empfehlungen gefragt und ich bekam für junge portugiesische Literatur von Fernando (Moonspell) José Luís Peixoto empfohlen. Mir wurde auch auch noch von A.L.Kennedy Naomi Alderman empfohlen (die ich auch sofort las und gut befand) und Neil Gaiman hat mir eine Sammlung von Harlan Ellison empfohlen, als Science Fiction Einstieg. Ja, auch Twitter geht so was. Das gefällt mir. 😉

Mit dem Namen José Lúis Peixoto auf einem Zettel bewegte ich mich in den lokalen unabhängigen Buchladen und legte den Zettel einer Händlerin des Vertrauens hin, denn ich wusste mit 100%iger Sicherheit, dass kein Peixoto im Regal stehen würde … und mein lokaler Buchladen ist dreigeschossig und gut sortiert. Aber ich bestellte das Buch und es konnte am übernächsten Tag abgeholt werden (gemeinsam mit Alderman und Ellison). Ich liebe diesen Service.

Über das Buch “Das Haus im Dunkel”: Der Leser wird von einem erfolgreichen Autoren in ein Haus mitgenommen, in dem seine Mutter und zwei Sklavinnen leben (warum und weshalb dies Sklavinnen sind, hab ich bis zum Schluss nicht herausbekommen, aber das ist nicht wirklich relevant für die Story … außer dem Fakt, dass sie einen anderen Stand haben als die Mutter und der Autor). Dazu kommen in mäanderformigen Erzählsträngen neue Charaktere dazu … wie ein Violinist, ein Prinz. Und Katzen spielen ebenso eine Rolle. Das Haus ist im Winter recht kühl und in einem Monat des Jahres steht es im Dunkel, aber es ist Leben in ihm. Um dem Haus herum ist ein wilder Garten, der von den Katzen bevölkert wird. All dies wird dem Leser wunderschön und ausschweifend vermittelt. Dann ist da noch der Autor, der nach Worten sucht und beim Augen Schließen die ideale Frau sieht, die er in allen Schreibstunden fortan beschreibt.

“Wenn ich schreibe, berühren wir einander. Die Liebe ist alles, was existiert.” (Seite 61, “Das Haus im Dunkel” Septime Verlag 2015)

Eines Tages kommt der Prinz von Calicatri in dieses Haus und erzählt von den Invasoren, die vor den Toren des Ortes stehen. Diese scheinen erst als wüste Drohung in ferner und nicht fassbarer Weite, aber sie tauchen auf. Die Invasoren sind furchtbar, brutal mordend, wild schlachtend und malträtierend und es ist vollkommen egal, welchen Stand die Menschen (und Tiere) im Haus im Dunkel haben. Es ist einfach nur grausam. Man fragt sich, ob der Autor bei all der Grausamkeit zusammen mit den anderen Gefangenen im Haus im Dunkel jemals die Liebe finden wird. Oder ob sie einfach ausgelöscht wird. Ein Buch, in dem es sich die gesamte Zeit um Beziehungsebenen dreht. Ein Psychogramm des dunklen Hauses. Ein Psychogramm unserer Gesellschaft in der wüstesten Vorstellung?

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(Illustration und copyright: Natascha Artworx)

Meine 10 Cents: Als Leser ist man hin und her gerissen, ob man die Story toll finden soll oder nicht. Man ist ebenso hin und her gerissen mit den eigenen Gefühlen, weil man diese Grausamkeit ab dem Kapitel mit den Invasoren so schrecklich finden müsste, aber Peixoto dies so dermaßen poetisch darstellt, dass es einem als Leser mitreißt und man wie besessen weiter liest. Es ist um so erschreckender, das je weiter das Buch voran schreitet, der Terror und die Grausamkeit sich immer harmloser anfühlt und man sich als Leser scheinbar dran gewöhnt. Man erschrickt an seinen eigenen Gefühlen. Man wollte nie so abgestumpft werden, dass man Terror, die Verrohung der Gesellschaft einfach so schweigend hinnimmt. Und man tut es trotz alledem als Leser. Ich bin wirklich ein Leser, der total schnell berührt werden kann und Tränen in die Augen bekommt, sobald zuviel Leid oder zuviel anheimelnde Stellen in Büchern auftauchen, die logisch und großartig geschrieben sind. Bei Peixoto weinte ich an keiner Stelle. Peixotos Grausamkeit ist überspitzt und es ist, ich mag es noch mal sagen zu schön geschrieben. Es ist Kunst. Dieses Buch ist für mich eine Metapher, ein Analogismus auf diese Welt, die immer mehr aus den Fugen geraten mag, mit Terror, Grausamkeiten, die quer durch die Gesellschaft gehen, die sich gegen die Natur (Katzen als Symbol für die Natur) wendet und der die Fürsorge und Liebe zu den Mitlebenden immer mehr schwinden mag. Ich möchte nicht in so einem Haus im Dunkel leben. Ich möchte in einer liebenswerten respektvollen Gesellschaft leben. Der Autor kann im Übrigen nach dem Eintreffen der Invasoren nicht mehr schreiben. Er wird Opfer des Terrors, aber ist als Protagonist und Observist der Situation noch “Sprachrohr” in der Welt mit den verkrüppelten Seelen.

Leser die sich nicht von grausamen Darstellungen auf Papier schocken lassen und die Liebe im Herzen haben, sei dieses Buch empfohlen. In Deutsch erschienen im Septime Verlag, 2015. Der Roman ist im portugiesischen Original 2002 erschienen, aber er fühlt sich keinen Tag gealtert an. ISBN: 978-3-902711-34-2

Über den Autor: José Lúis Peixoto ist Portugiese, geboren 1974, hat Moderne Sprachen und Literatur in Lissabon studiert und “Das Haus im Dunkel” ist sein erster ins Deutsche übersetzte (von Ilse Dick) Roman.

Montagsauslese 1 / 2020

Monatsrückblicke finde ich anstrengend und halte ich nicht durch und sind zudem meist sehr unübersichtlich für mich, deswegen möchte ich mal schauen, ob ich das schaffe über meine Bücher des Jahres durchgehend kurz was zu schreiben in Wochenabstand … Deswegen ab sofort hier … jeden Montag.

folgende Bücher habe ich beendet:

Buch 1: ROBERT WALSER “Maler, Poet und Dame” Aufsätze über Kunst und Künstler: Abgesehen davon, dass ich mich beim Kauf verlesen hatte und Martin Walser glaubte, gekauft zu haben, waren die Aufsätze recht unterhaltsam mindestens zur Hälfte. Diese großen Ausschweifungen über Goethe und Schiller hätte es für mich nicht gebraucht, aber die Lobhudelei zu Dickens, Hauffs Märchen und Onkel Toms Hütte fand ich ganz toll.

Buch 2: WASSILY KANDINSKY “Vergessenes Oval”: Das ist Lyrik von Kandinsky aus seinem Nachlass … ein bissl zu schräg für mich. Also zu dadaistisch und / oder / bzw. auch substantivistisch geprägtes Kauderwelch. Ich bin ja durchaus sehr empfänglich für metaphysische Sachen, aber beim Kandinsky bin ich ausgestiegen. Trotzdem ein schönes Buch, wegen der Illustrationen und weil es eben was ist, was man erst entdecken muss. Aber KEINE AHNUNG, ob ich noch einen weiteren Kandinsky je lesen mag.

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Buch 3: JOSÉ LÚIS PEIXOTO “Das Haus im Dunkel”: Mein bisheriges Highlight des frischen Jahres 2020. Dieses Buch ist so dermaßen brutal und poetisch gleichzeitig, dass ich erst nichts damit anfangen konnte und ab dem dritten Kapitel ich es nicht mehr aus den Händen legen wollte. Es ist für meine Interpretation eine Metapher auf die Verrohung der Welt und Verstümmelung der Gefühle und die Machtlosigkeit Liebe, Fürsorge und Wertschätzung für Mitmenschen und Mittiere in der heutigen Zeit zu zeigen. Auch wenn ich das Buch schon vor 3 Tagen beendet habe, so beschäftigt es mich nach wie vor. Dazu demnächst mehr in einer “Einzelbesprechung”.

Buch 4: DANIEL MENDELSOHN “Eine Odyssee – Mein Vater, ein Epos und ich”: Kann ich bitte jetzt auf der Stelle meine Odyssee rauskramen und sie noch mal zusammen mit diesem Buch lesen?! Es macht soviel Sinn jetzt im Nachhinein betrachtet. Ich hätte mir für manch anderes Heldenepos so eine leicht bekömmliche Handreichung (schon zu Schulzeiten) gewünscht. Also für alle, die Homers Odyssee noch nicht gelesen haben, legt Euch dieses Buch daneben.

Buch 5: FLORANT SILLORAY “CAPA – Die Wahrheit ist das beste Bild”: Ich bekam dieses Buch geschenkt, weil ich Graphic Novels mag und auch desöfteren biografisches lese. ABER, über Capa habe ich bereits schon einen richtig guten Roman im vorletzten Jahr gelesen und irgendwie stellte ich fest, gibt die Graphic Novel leider nicht viel Neues her. Passend fand ich, dass die Panels im “Reporterstil” sind, aber das macht die Lesart auch auf Dauer etwas ermüdend, weil langweilig und nicht packend. Es ist leider nur eine reine Faktenaneinanderreihung.

Buch 6: OLGA TOKARCZUK “Unrast”: Ich bin noch ganz ergriffen von dem episodenhaften rastlosen Roman. Notiz an alle Freunde … ihr dürft mir Tokarczuk Romane schenken. Ich kauf nichts nach. Das überlasse ich Euch.

Buch 7: TARJEI VESAAS “Das Eis-Schloss”: Dieses Buch ist ein totales Winterbuch. Es ist voller Kälte und gleichzeitig Warmherzigkeit. Ein Kind, was ein nicht genauer beschriebenes Schicksal erfahren hat, kommt neu in einen Ort und dann verschwindet dieses Kind. Das Dorf sucht nach ihr … mehr ist es eigentlich nicht, aber es ist wunderschön geschrieben.

folgendes Buch habe ich abgebrochen

Buch 8: VICTOR POUCHET “Warum die Vögel sterben”: Ich bin auf Seite 89 fertig mit dem Buch. Ich möchte keine Flusskreuzfahrtsreise mit komischen Typen an Bord lesen. Ich möchte nicht lesen, wie ein Kerl … in dem Falle der Protagonist, einer Frau, die er scheinbar mag, als Kompliment “Du bist so schön, wie das Leuchten eines AKWs in der Nacht” sagt. Was für ein elender unsympathischer Romantiker. Ich habe diesen komischen Pianisten schon jetzt gefressen … und ehrlich gesagt, will ich NICHTS zu dem Vater des Protagonisten mehr wissen (noch gab es da nicht viel zu lesen UND ich glaub auch nicht, dass dieses Buch noch irgendetwas zum Thema des Grundes für das Vogelsterben ans Licht führt. Es interessiert mich nicht. Ich habe kein Problem mit langsamen Erzähltempo, aber mit Typen, die mir unsympathisch sind ohne Ende, wo die Story irgendwie ins Nichts zu führen scheint, mag ich nichts anfangen. Ich wollte echt dieses dünne Buch fertig lesen und dem Romandebütanten ne Chance geben, aber der eine Stern ist nur für die schönen Illustrationen der Piepmätze auf dem Schutzumschlag.

Ansonsten …
ich habe 6 Bücher zum Geburtstag geschenkt bekommen, davon bereits 3 gelesen.
Die anderen drei sind:
NEU 1: JOHAN HARSTAD “Max, Micha und die Tet-Offensive”
NEU 2: THOMAS PLETZINGER “The Great Nowitzki”
NEU 3: ANIKA DECKER “Wir von der anderen Seite”
und heute noch dazu geschenkt
NEU 4: RICARDO S. AMORIM “Wolves who were men – the history of Moonspell”

und der innige Wunsch neben Büchern, die ich neu anfange zu lesen den Stapel an angefangenen Essaybänden und Sachbüchern etwas zu verringern. Es ist bei mir etwas im Jahr 2019 ausgeartet.

Meine erste unvollständige Lesewoche fand ich ganz anständig. Das kann so weitergehen.

Kein wirklicher Literaturrückblick 2019

Moin, ich habe dieses Jahr keinen wirklichen Literaturrückblick. Ich habe nicht wirklich “viel” gelesen Es waren bisher “nur” 80 Bücher. Das ist für meine Verhältnisse wenig, aber ich bin dank Bindehautentzündung und den Folgen echt zurück gefallen. Ich habe viele beeindruckende Klassiker gelesen.

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So etwas wie “The Last Journey” von Sir Robert Falcon Scott (und Spoiler Alert: Am Ende stirbt Robert. Das ist so tragisch und traurig). Aber über Scotts letzte Reise … die unvollendete zum Südpol hin und zurück ist einfach schon alles erzählt. Da muss ich nichts zum Buch sagen. Wenn man Tragik, Drama und Mitgefühl eines Captains lesen mag, sollte man zu dem Buch greifen. Wenn nicht, dann lasst es einfach bleiben.

Ich habe drei Bücher von Fernando Pessoa gelesen. Ich huldige diesen  Mann wie einen Gott. Ich kann dazu nichts objektives schreiben. Es ist mir völlig fremd dies zu tun. Ich liebe seine Schreibe. Ironisch, sarkastisch, metaphysisch und frustrierend schön. Es ist keine Kost für den Unterhaltungskunstleser. Dazu muss man echt bereit sein. Ich kann das immer.

Ein Highlight war definitiv “Eines Menschen Herz” von William Boyd. Man begleitet einen Mann im 20. Jahrhundert, der alle Scheißsituationen mitnimmt, die man mitnehmen kann als Brite. Es ist ein Jahrhundertroman. Dieses Buch ist der Knaller. Ein aufregender Protagonist. Ein begeisternder Schreibstil (Tagebuchform). Eine beeindruckende Storyline. Witz. Tragik. Alles drin, was ich von einem Buch verlange.

Dann las ich noch das beeindruckende Debut von Philipp Weiss “Am Weltenrand sitzen die Menschen und lachen”. Zu dem Buch fällt mir nichts weiter ein als EPIK in 5 Bänden. 5 verschiedene Schreibstile, 5 verschiedene Settings, 5 verschiedene Protagonisten, die 1 GANZES machen. Das als Debut auf den Markt zu schicken, ist sportlich und mutig und gebürt meiner Ehrerweisung.

Furchtbar fand ich Kristin Hannah “Liebe und Verderben”. Enttäuschend fand ich Michael Köhlmeier “Bruder und Schwester Lenobel”. Amüsant fand ich Friedrich Hebbel “Poesie der Idee”. Gruselig fand ich “Konzentrationslager Dokument F321”. Nachwirkend fand ich Naomi Alderman “Die Gabe” und Jennifer Clement “Gun Love”. Absolut bereichernd fand ich Charles Baudelaire “Le Spleen de Paris”. Bildungslücke schließend fand ich “End of Empire” von David P. Chandler. Lebenserleichternd fand ich “Wie man ein Buch liest” von Mortimer J. Adler. UND Zeit erfüllend fand ich “Der Spaß an der Sache” von David Foster Wallace. Am Allerschönsten fand ich Neil Gaiman “Snow, Glass, Apples”. Fragen aufwerfend war “Sabrina” von Nick Drnaso.

Also allgemein zusammen fassend … das Jahr war zwar nicht arg gefüllt, aber durchaus breit gefächert an Lektüre. Ich freu mich auf 2020.

Ein Blick zurück … musikalisch [2019]

MEIST ROTIERTE ALBEN 2019

1 SWALLOW THE SUN “When a shadow is forced into the light”
Dieses Album hat mir nicht nur die Schuhe ausgezogen und mich instantly zum Heulen gebracht. Nein, dieses Album beschäftigt mich nach wie vor mit jedem neuen Hören wieder und wieder. So etwas Vielschichtiges und Vollkommenes in einem Guss habe ich tatsächlich seit Jahren nicht mehr gehört. Auch live überzeugt mich das neue Werk meiner Lieblingsfinnen sehr. Doomiger, erdig, luftig, fluffig, melodisch und getragener geht nicht mehr in Vollendung. Manche mögen sagen, dass das Mädchenmusik ist, aber das ist mir egal. Ich habe bei Konzerten sehr viele Männer gesehen, die beim Hören und Performen der Musik sehr emotional wurden. Selbst das Mitschleppen der Altpunkfreunde aus UK damals in Hamburg war imposant. Zitat: “Growling ist zwar nicht so unser Ding, abr das passt. Ich müsste eigentlich auch Swallow the Sun zu den Konzerthighlights mit auflisten, ABER es gab so viele Highlights. Das Highlight 2020 wird eh Swallow the Sun sein, deswegen spare ich mir die Erwähnung der drei besuchten STS Konzerte (Hamburg, Flensburg und Hannover), die alle großes Kino waren und die mich zum Weinen brachten. So schön waren die. ” Lieblingslied des Albums “Stone Wings”

2 SOMETIME THE WOLF. “From here and earth”
Diese Briten habe ich 2018 beim Goth City Festival in Leeds live gesehen und habe damals umgehend die EP Forsaken gekauft. Die Liveperformance hatte mich damals umgehauen. Sometime the Wolf. klingen wie die Abgesandten aus den 80ern, nur mit einer Portion Frische. Wer auf altgediegenen Gotenrock steht, der mit einer Prise Patros gut klar kommt, ist hier bestens bedient. Großartig produziert. Voller Hymnen. Genau das Richtige für mich, die es gern etwas fetter, breitgetretener und epischer mag, als überhaupt erlaubt sei. Lieblingslied des Albums “Ashes”

3. ALCEST “Spiritual Instinct”
Die Lieblingsfranzosen sind wieder härter geworden. Sehr zu meiner Freude. Es geht nichts über blackmetallische gazige Melodeien, die Neige mit engelsgleichem Blick und teils klar, teils schreiend growlender Stimme uns dahin schmettert. Das kann ich vollkommen gut haben. Kodama war sehr catchy gewesen, aber ich liebe es auch durchaus beim Hören von Musikwerken mehr gefordert zu werden. Dies wird mit Spiritual Instinct erfüllt. Lieblingslied des Albums “L’île des morts”

4. AEONIAN SORROW “Into The Eternity A Moment We Are”
Diese Band war der überzeugendste Support in diesem Jahr bei einem Konzert gewesen. Doom-Goth-Metal, der primstens mit einer Lady an den Vocals ist, die singt wie eine Göttin und nicht dieses obernervige hochfrequentige Zeugs, was keiner mehr hören mag. Die Lady singt in Alt und Aeonian Sorrow haben die Gelassenheit und die Fähigkeit die Langsamkeit im Metal zur Vollendung zu zelebrieren. Dazu die düsteren Growls … das ist soooo schön. Dazu sind sie allesamt super sympathische Menschen. P.S.: Das Album ist 2018 schon rausgekommen, aber da ich die Band erst 2019 kennenlernte und die meisten Songs auf dem Set vom aktuellsten Album kamen, zählt dies als ein 2019 Album. Song des Albums: “Thanatos Kyrie”

5. THE FOREIGN RESORT “Outnumbered”
Diese Dänen machen mächtig Spaß. Nüchtern betrachtet, ebenso wie angetüdert. Dies postpunkgothrockige Dreiergespann drückt mächtig nach vorn und ist live eine Wucht. Es klingt manchmal echt reudig, aber auf ganz harmonische Weise. Mikkels Gesang muss man mögen, aber das “Leiden” in der Stimme passt wie Faust aufs Auge bei den Songs. Anspieltipp: “Outnumbered”


DIE IMPOSANTESTEN KONZERTE 2019

1 MOONSPELL in Viana do Castelo
Ja, irgendwie Wiederholungstäterin. Dieser Besuch in Portugal war aufgrund schwerster Sehnsucht nach Portugal und Moonspell und NU:N (die wir zum Gelage ein Tag vor dem Konzert trafen) indiziert. Das Konzert fand im am  6. Juli 2019 in der Mehrzweckhalle in Viana do Castelo statt. Die Tickets hatten wir am Vorverkaufsstarttag online gekauft. Praktischerweise war die Seite nur in Portugiesisch lesbar. Aber irgendwie hat alles funktioniert. Praktischerweise haben wir auch das Hotel in Laufweite gebucht. Das Konzert war sehr putzig. Einlass war um 21:30 Uhr. Es spielten nur Moonspell auf. Es gab kein Bier in der Halle. IMG_5067

Aber ich hatte damit weniger Probleme als Mr T. Das Konzertpublikum war einerseits deutlich jünger als im Rest Europa und andererseits hatte es starken Anflug von Familienhappening. Wenn man sagt, dass der Prophet im eigenen Lande nichts taugt, aber in Viana do Castelo hat das schon funktioniert und das Set war ein 1755 + Gassenhauer Set. Ich mag die Portugalkonzerte von Moonspell sehr. Ich habe immer das Gefühl, dass die Jungs “zu Hause” anders auf der Bühne stehen. Ich mag diese sehr entspannten Leute im Publikum. Ich kann mich zwar wahrscheinlich nie an späte Einlasszeiten gewöhnen, aber nun ja, da muss man durch. Für Moonspell mach ich fast alles … Ganz nebenbei die Herbst/Winter Headliner Tour der Jungs war episch.

2 THEN COMES SILENCE & TRUE MOON in Hamburg (August 2019)
Then Comes Silence und True Moon spielten bereits einen Tag vor dem Konzert im Molotow auf einer privaten Party in Hamburg, die sensationell war, aber der Abend im Molotow war großartig. IMG_5475Zum Einen kannte ich dann schon True Moon und zum Anderen hatte ich aufgrund der Privatparty schon die passende V Null für den Abend. Die Stimmung war bestens. Die Besucher tiefenentspannt (weil sie alle auf das Mera Luna verzichteten, was an diesem Wochenende stattfand) und die Bands waren eingespielt. Der Sound im Molotow war sensationell. Das Portemonnaie saß locker, sodass TRUE MOON nicht viel Merch zurück nach Schweden wieder einpacken mussten. Besonders schön fand ich das Duett “Ritual” mit Alex und Karolina. Ebenso bemerkenswert war das TCS Konzert in Hannover am 29.11. zusammen mit The Foreign Resort und di: unru.

62442616_2818832374793690_7330648239487582208_o3 OCTOBER BURNS BLACK – WGT in Leipzig
Dieses Konzert hat sich durch technische Höchstschwierigkeiten in kuscheliger Atmosphäre mit Stuntgitarristen (altem Freund) ausgezeichnet. Es war ein Riesenhallo von jeder Seite im Täubchenthal und auch schon zuvor, denn Mr T und ich hatten sich bereit erklärt die Lady vom Stuntgitarristen unfallfrei zum Hotel zu eskortieren, vor dem Konzert und wir trafen uns allesamt noch am Hotel. Man versuchte einzuordnen warum diese Menschen uns kennen und inwiefern wie lange wir im inner circle vom Gitarristen und auch Schlagzeuger und auch anderen Bands, die ebenso im Hotel waren herumkreuchten. Es war wirklich sehr putzig, diese Situation. October Burns Black überzeugten auf voller Spur, auch ohne Monitorsound. Ich war auch sehr sehr glücklich dem Schlagzeuger des Vertrauens die obligatorischen Schoka-Kola Packungen zu überreichen. Weil ja alle wissen: “No Schoka Kola – no show”. Das WGT an sich war nach dem Konzert weniger konzertlastig, da wir kaum Bands sahen, sondern zu einem echten Socializing Hardcoretrip ausartete bei interessanten Außentemperaturen. Bemerkenswert und wunderschön noch zu erwähnen wären die Liveperformances von Human Tetris und The Foreign Resort am letzten Abend.

4 LA CENERENTOLA – im Alleetheater Hamburg
Ich muss diese Operninszenierung erwähnen, weil sie das beste gegen den Strich gebürstetste Opernerlebnis des Jahres war. Inklusive Mr Ts Bühnendebut. Die Aschenputtelstory wurde in die Location einer Raucherkneipe und eines Yoga – Fitness – Guru – Tempels verlegt. Die Stiefschwestern waren echte “bitches” mit Tics. Der Vater von Cenerentola leidete an Narkolepsie und der Prinz war der “Yogaprinz”. Schräger kann man das Ganze nicht inszenieren. Mr T wurde kurz vor dem Finale auf die Bühne gezerrt und wurde von einer der Stiefschwestern inspiziert, ob er als Ersatz für den nicht erlangten Yogaprinz herhalten könne. Das war schon recht lustig. Mr T hat super mitgespielt. Zitat: Hauptsache ich muss nicht mitsingen. Abgesehen von der tollen Inszenierung muss ich es stets wiederholen. Die Sänger der Kammeroper haben alle ein echtes Goldkehlchen. Für Opernneulinge sind die auf das Wesentliche zurecht gestutzten Opern echte Einstiegssachen. Auch sehr toll war die konzertante Aufführung des Barbier von Sevilla in der Kammeroper mit der Hochschule für Musik HH & Lübeck mit Sängern, die mühelos die italienische Partitur runtersangen.

5 MINICAVE Festival in Münster
IMG_6003Es war mein erstes Minicave und Mr T und ich hatten es schon irgendwie auf der Watchlist gehabt, aber dieses Jahr hatten wir es uns tatsächlich auf den Zettel geschrieben, da das Sacrosanct in Reading, UK nicht mehr ist. Es fehlte also der passende Ersatz.

Zwei Tage gab es ordentlich Musik auf die Ohren. Mr T und ich haben nur 1 Band “geschwänzt”, weil da das Interesse Null war und 1 Band haben wir in der Performance unterdurchschnittlich gefunden, aber das ist unsere EIGENE Meinung. Wir haben jedenfalls beschlossen nach dem Minicave nie wieder Traitrs live anzuschauen. Die Scheiben sind toll, aber live ist es für uns eine Zumutung. WAS ALLERDINGS richtig toll war, waren für uns die Neuentdeckungen Ben Bloodygrave, Varsovie, Stockhausen. Ganz großes Kino, tolle Liveperformance, richtig tolle Menschen. Date at Midnight waren so toll, wie ich sie in Erinnerung hatte (das erste Mal live beim Sacrosanct vor mehreren Jahren gesehen).

IMG_6202The Foreign Resort waren sehr lustig, was auch irgendwie eine stets zutreffende Beschreibung ihrer Livekunst ist. Das schreit jedenfalls sehr nach mehr. MINICAVE 2020 ist fest im Tourplan bei uns verankert und vorgemerkt.
Desweiteren war ich auch noch bei der Goth Rock Trinity in Hamburg auf der MS Stubnitz mit Age of Heaven, Still Patient? und WISBORG was sehr schön war, jedoch viel zu schlecht besucht. UND wir waren in Leeds zum zweiten Mal beim Goth City Fest. Ein Festival. Ein großes Fest mit The Last Cry, Auger, Red Sun Revival. Ich hatte jedenfalls derbe viel Spaß, auch wenn ich da krank anreiste.