Montagsauslese 2/2020

Die letzte Woche war musiklastiger als die Vorige. Ich habe viel Metal gelauscht … zum Einen die Rereleases von Moonspell mit Anno Satanae und Sin Pecado. Zum Anderen die neue Sylvaine EP, die neue Then Comes Silence Single + I AM THE SHADOW Single, der Rotting Christ Backkatalog, den ich über Season of Mist bekommen konnte UND dann noch die zwei Erstlinge von Esben & the Witch, die mir noch fehlten. Und dann kam noch das Carepaket aus Jersey an von October Burns Black. Es ist alles großartige Musik und ich liebe alle erwähnten Bands und Künstler.

Highlight, aber definitiv war das Lauschen von Krysztof Urbanskis Einspielung der Schostakowitsch Sinfonie Nr 5 gewesen. Bei dieser Musik geht mir das Herz auf. Das ist Drama pur. Das ist – keine Ahnung – Symphonic Metal. Für mich ist es die perfekte Musik zur Entspannung, weil ich mich so sehr beim Lauschen auf alle Ebenen der Musik konzentrieren muss, dass ich Alltag, Arbeit, Schmerzen vergessen kann.

Gelesen habe ich auch ein paar Bücher:

Buch Nr 9: MICHEL FABER “Hundertneunundneunzig Stufen”Ich habe das Buch anno dazumal … ich glaub 2014 im Herbst in Whitby in der englischen Variante gekauft und angefangen zu lesen, aber es hatte mich damals gar nicht so richtig gepackt. Jetzt auf Deutsch flutschte es.
Ja, es hat Züge von moderner Schauerliteratur, aber andererseits auch wieder nicht.
Wir begegnen einer Archäologin, die Albträume seit ihrem Unfall in Bosnien hat (wo sie ihren damaligen Freund – einem Journalisten begleitete … zu Kriegszeiten, sie verlor in einem Unfall ein Bein und er wurde von Heckenschützen umgebracht …. irgendwie ist mir der Plotfakt zu platt – egal). In Whitby werden die Albträume aber anders als sie vorher waren. Um zu ihrer Arbeit zu kommen, der Grabungsstätte bei der Abbey St. Hilda, muss sie die 199 Stufen zum Berg hinauf und da lernt sie Magnus mit seinem Hund kennen. Magnus ist nur kurz in Whitby, er kümmert sich um den Nachlass seines Vaters und seine Abschlussarbeit für die Uni. Im Nachlass findet er eine Flasche mit einer Papierrolle … datiert auf 1788. Sian, so der Name der Protagonistin, hilft Magnus dies zu entschlüsseln… Es geht um Glauben, Umgang mit Toten/Gestorbenen, Trauer, Friedhofskultur, Respekt und Urängsten. Das Buch tat nicht weh, aber da ich in Whitby nicht nur einmal war, war es schon recht witzig gedanklich da langzulaufen UND NEIN, das indische Restaurant am Bahnhof ist nicht toll. Es ist gruselig. Schlechter Service und es gibt Mangolassi mit Eiswürfeln drin. Unter anderem.

Buch Nr 10: ANIKA DECKER “Wir von der anderen Seite” – Ich musste dieses Buch abbrechen. So leid es mir tat. Es war ein Geburtstagsgeschenk, aber meine Schwester hat gesagt, sie möchte nicht. dass sich meine Nägel aufrollen!
Der Humor ist gar nicht meiner und überhaupt … ich mag keine Krankenhaus / jemand wird gesund gepflegt (in dem Fall die Protagonistin) Story. Ich habe Feierabend.

Nich beendet, aber fleißig am Lesen ist immer noch mein Kurzgeschichtenband “Über den Feldern” mit Geschichten über den 1. Weltkrieg. Dazu gleich die Frage: Sollte ich mir 1917 im Kino anschauen? Ich bin ja kein Kinogänger. Außerdem lese ich ganz beherzt in der Biografie über Moonspell.

Es kommen in der kommenden Woche noch mehr neue Bücher hinzu und ich werde endlich wieder Live Musik mir anschauen. Am Donnerstag freu ich mich auf das THE FOREIGN RESORT Konzert (mit dem Support Golden Apes) und am Samstag gehe ich mit Mr T in die Staatsoper für das Hamburg Ballett und den “Bernstein Dances”. Wir beide haben schon so lange kein Ballett mehr gesehen. Also habe ich es Mr T zu Weihnachten geschenkt. Ich freue mich richtig darauf.

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Gekauft bzw. frisch in meiner Bibliothek habe ich:
Neu 5: MICHEL FABER “Hundertneunundneunzig Stufen” (für 1 Euro im modernen Antiquariat)
Neu 6: CRAIG DYER “The Devil in me & in all the rest” (für 10 Euro direkt bei The Underground Youth gekauft)
Neu 7: AL BERTO “Salz” Lyrik
Neu 8: AL BERTO  “Garten der Flammen” Lyrik
Neu 9: AL BERTO “Mondwechsel” Bertos einziger veröffentlichter Roman.
Nebenher erfuhr ich, dass Portugal in diesem Jahr Schwerpunktthema auf der Leipziger Buchmesse ist und ich wundere mich noch, warum so viele Portugiesen plötzlich übersetzt auf dem Deutschen Buchmarkt zu finden sind. Wenn Dein eigenes Interesse Dich mit einem Trend überholt.

 

Mittelklassenblues [Nino Sable]

Liebe Mitmenschen, wenn ich über dieses in Eigenregie veröffentlichte Buch von Nino Sable schreibe, dann bin ich befangen. Ich bin befangen, weil ich zusammen mit Mr T Ninos Kapelle Aeon Sable voriges Jahr nach Hamburg eingeladen hatte, hier aufzuspielen. Es war damals ein kuscheliger Abend im Traditionsrockschuppen Logo und möglicherweise waren für Nino weniger Menschen beim Konzert als erhofft, aber beim Lesen von “Mittelklassenblues” stellte ich mit großer Genugtuung fest, dass das Konzert in Hamburg damals am 1.12.2018 sehr gut besucht war und die Musiker ordentlich betüdert wurden. Nein, das ist keine Selbstbeweihräucherung. Das ist eine Tatsache und da wird mir Nino sicher recht geben.

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Mittelklassenblues ist eine Sammlung an 20 Episoden aus dem Musikerleben von Nino (mit Vorwort), die die Höhen und Tiefen des nicht etablierten Musikerlebens ausmachen. Es ist einerseits sehr lustig, aber andererseits schon mit Demut gespicktes großes Mitleiden. Man spürt beim Lesen, dass Nino einfach nur Spielen mag. Einfach nur seine Musik an den Mann die Frau weitergeben mag. Nicht mehr und nicht weniger. Dafür muss man heutzutage oft genug leiden auf vielschichtige Art und Weise. Das Schöne daran ist, wenn Musiker ihre Passion und ihre Überzeugung auf die Bühne stellen, dann haben sie mich alle. Dann bin ich stets der beste Kunde und der beste “Influencer” für alle anderen Menschen. Dann schaffe ich es, andere von der Musik zu überzeugen und neue Leute für die Musik zu begeistern. Es geht mir nie ums Genre. Es geht mir immer und stets um Leidenschaft, dem Dahinterstehen zum produzierten Werk.

Ninos Episoden aus dem Musikerleben lesen sich sehr fluffig. Es ist sicher, das kann ich als Vielleserin behaupten, nicht die komplizierteste Schreibe der Welt, aber die Episoden sind sehr unterhaltsam. Ohne nochmal die Geschichten zu lesen, erinnere ich mich grob, dass es sehr oft bei den Stories um Gras und Alkohol ging. Eine Frage hätte ich da: Warum hat Aeon Sable damals in der Vorverhandlung für Hamburg gesagt, dass sie ne “nüchterne” Band sind? Der Rachenputzer aus dem Logo wäre nie geschehen, wenn die klare Ansage gekommen wäre, wir brauchen nen Rotwein nach dem Gig. Ich befürchte, diesen Fehler werden Aeon Sable nicht noch einmal machen.

Ich bin nur wenige Monate älter als Nino und ich bin auch eher aus der Metalschiene in die Gothrockecke gekommen (und mittlerweile auch schon wieder mehr zurück zum Metal). Die Musikzeitungepisode fand ich richtig knorke und hat laute Lacher impliziert. Bezüglich des Labelwechsels kann ich ehrlich gesagt nur betroffen den Kopf schütteln, zu den Merciful Nuns halte ich freundlicherweise meinen Mund. Meine Freundin Lydia hat immernoch den besten Kommentar zu der Band geäußert, den ich Zeit meines Lebens nicht mehr vergessen werde (und den ich freundlicherweise hier nicht äußern werde), die Episoden über schlecht besuchte Konzerte, komische Locations, um Gage geprellte Auftritte, lassen mich kurz zusammenfassen: “Woanders ist auch Scheiße!”.

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Solange ich es selbst nicht mit Haut und Haar erleben muss, ist es recht nett zu lesen, aber man hat als Voyeur nur eins im Kopf: “Weitermachen. Die Welt braucht Musiker, die sich nicht gleich umwedeln lassen; die für das, wofür sie eine Vision haben, stehen; die sich nicht in eine Schublade reinschubsen lassen wollen; die auch die Tiefen des Business (und Musik ist Business, egal wie Underground es ist oder nicht) durchleiden können.” Ich werde Nino Sables Werk weiterhin auf der Watchlist haben und ganz ehrlich Aeon Sables Werke sind runde, schmissige Werke (es fehlt mir nur irgendwie das analoge Schlagwerk – nörgel).

Mittelklassenblues ist in einer ersten Auflage von 100 Stück erschienen und kann evtl. noch direkt bei Nino Sable bestellt werden. Nino ist Sänger von Aeon Sable und Melanculia. https://www.facebook.com/nino.sable

Mehr Infos zu Aeon Sable: https://www.aeonsable.de/
Mehr Infos zu Melanculia: http://www.melanculia.de/

[Video von Hamburg 1.12.2018 im Logo “Visions” aufgenommen von Oliver Krapp]

 

Optimistisch und Lebensbejahend: Moonspell / Rotting Christ / Silver Dust auf Tour quer durch Europa 2019

Es ist vollbracht. Die Tour ist zu Ende. Die drei Bands waren innerhalb von 52 Tagen in ganz Europa unterwegs und haben 49 Konzerte gegeben. Geplant waren 50 Konzerte. Athen musste ausfallen aufgrund eines Sturms und der zu “arschknappen” Anreise. Ich habe drei Konzerte der Tour gesehen: Hamburg, Hannover und München. Hamburg war Show Nummer 1, Hannover war eine Woche vor Schluss und München war am letzten Sonntag das letzte Konzert der epischen Tour.

Als ich den Tourplan sah und die Tour noch gar nicht begonnen hatte, fragte ich mich schon: “Na, ob das wohl gut geht?” Ja, es ging gut. Alle Künstler sahen in München zwar nur noch müde aus und man spürte, dass sie total gern auf der Bühne standen, aber sie hatten einfach nur noch Heimweh und wollten nach Hause. Also, ich gönne Ihnen das vollkommen. Ich war sehr glücklich an allen drei Abenden dabei gewesen zu sein.

In Hamburg bin ich mit der U-Bahn ausgeruht, aber dafür mit schmerzenden Auge dank abklingender Bindehautentzündung aufgetaucht. Ich hab so gut wie nichts gesehen, da ich die Augen fast nur geschlossen hatte. (Trotzdem gibt es ein paar nette Fotos vom Konzert). Ich hab aber alles musikalisch aufgesagt, was nur ging.

Silver Dust aus der Schweiz haben mich mit ihrer Musikalität, dem “Steampunky Anblick”, dem Nutzen der Videoleinwand (mit hübschem Rahmen) und zu den Songs passenden Einspielern, schwerst überzeugt. Das war sehr clever und unterhaltsam. Ich hatte aber das Gefühl, dass der Respekt zu den Kapellen, die danach auf der Bill stand, war so groß, dass die Bühne und das Standing erst mal vorsichtig, aber mit Bravour austestete. Das Publikum in Hamburg war aber auch ein sehr dankbares und respektables Volk. Es ließ sich auf Silver Dust ein und  feierte das Set nach anfänglicher nordischer Kühle ab.

Rotting Christ hatte ich bisher überhaupt nicht auf dem Zettel, aber ich habe es sofort gemocht. Eingängig opulentes Blackmetalgeschrammel und dazu sehr charismatische Männer auf der Bühne. Das war wirklich beeindruckend. Kein Schnickschnack auf der Bühne. Einfach nur pure Musik und dazu passendes Licht und sehr enervierend und ansteckende Stimmung. Rotting Christ gehen sofort ins Ohr, in die Beine und in den Kopf (Headbangen galore). Das hat Spaß gemacht. Die sehr rhythmuslastigen / schlagzeugdominierten Songs haben mir am meisten gefallen.

Moonspell beschreibt ja Mr T sehr passend als “Devis lusitanische Kater”. Für mich machen die Jungs einfach nur Musik, die essentiell mittlerweile für mich geworden ist. Ich habe seit Veröffentlichung des Werkes 1755 die Herren 10 Mal gesehen. Das Konzert in Hamburg war Nr 8 gewesen. Man spürte die Nervosität vor der langen Tour und es lief auch noch nicht alles glatt, aber das tat dem Entertainment auf der Bühne keinen Abbruch. Die Herren sind so unfassbar gut eingespielt und man nimmt ihnen alles musikalisch ab, das ist einfach nur schön zu sehen. Bei Moonspell hab ich stets das Gefühl, dass da eine Gang auf der Bühne ist. Menschen, die sich sehr mögen und die Freude an ihrem eigenen Werk haben. Ich kann es kaum erwarten, dass sie neuen Stoff unter die Menschheit bringen.

Hamburg war ein guter Auftakt für die Tour. Das Publikum war leicht entflammbar. Das ist nicht immer so in Hamburg und Publikum wie auch Bands waren mit Voranschreiten ihrer Sets entspannt und sogen die entgegenbrachte Freude des Publikums dankend auf. Nach dem Konzert wollte ich allerdings nur noch direkt wieder ins Bett. Ich war vollkommen im Eimer und hatte am nächsten Tag noch nen Termin beim Arzt und der Krankengymnastik.

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Hannover war so eine absolute Schnapsidee (oder Brandy- / Portweinidee) von mir gewesen. Ich hatte Mitte November schon wieder derbe Lust auf Moonspell und ich wollte unbedingt noch mal Rotting Christ und Silver Dust sehen, weil ich in Hamburg mit meinen Augenschmerzen nicht so viel von hatte. Ich wartete also sehnsüchtig auf den Dienstplan Dezember und als ich sah, dass der Trip nach Hannover möglich war, kaufte ich unverzüglich das Ticket für das Konzert. Den Zugtrip hatte ich bereits für Konzert Nr 2 von Swallow the Sun (auf deren Herbsttour) ausgetestet. Es ist machbar, aber kann sich zum Ende hin ziemlich strecken, wegen schöner Verspätungen. Egal. Ich wollte es so. Die Idee nach 5 Tagen Frühdiensten in Folge auch noch auf ein Konzert zu fahren, um am nächsten Tag wieder Frühdienst zu haben, ist so bescheuert gewesen, da fällt es auch nicht mehr so ins Gewicht, dass ich vollkommen bescheuert dann auch noch mit FC Porto Shirt auftauchte. Ich hatte überhaupt keine Muse mich umzuziehen von der Arbeit. Ich war emotional komplett ein Wrack. Der Zug nach Hannover war komplett überfüllt und ich stand (Nein, es gibt kein Foto davon.) Es war richtig kalt und ich habe mich geärgert nicht einen Hoodie angezogen zu haben. Ich hatte nur meinen Wollgehrock und darüber die Winterjacke. Als ich zum MusikZentrum kam, war ich noch nicht die Erste. Es waren bereits “Wiederholungstäter” vor der Tür, die wie ich später erfuhr bereits in Bochum und Hengelo bei den Konzerten waren. Sie wollten genau in die Mitte erste Reihe. Dies war mir äußerst recht, denn ich stehe ja am liebsten etwas links. Da habe ich volle Sicht als Einäugige unter den Blinden.

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Silver Dust waren richtig gut drauf. Ich hatte es nicht für möglich gehalten, dass Hannover so aus sich rausgehen kann. Sie waren mittlerweile auf die Crowd eingestellt und es fühlte sich deutlich härter, runder, gelassener an, was sie auf die Bühne stellten. Die Songs gingen gefühlt besser ins Ohr (obwohl sie sich gar nicht geändert hatten an und für sich und überhaupt). Silver Dust waren der perfekte Support für die zwei folgenden Kapellen, die folgten. Ich freute mich sehr, dass sich Silver Dust im Laufe der Tour sich eine eigene Base erspielt hatten. Und wozu?! Zurecht!

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Rotting Christ waren saugut. Ich hatte mich vorher intensiver mit deren Werk (vor allem deren “Hits” auseinander gesetzt, sodass ich mich nicht ganz so verloren in der ersten Reihe wieder fand. Ich mag den Oldschool Blackmetalsound. Ich liebe die Rhythmusfraktion und die hymnischen Werke. Allerdings störte mich an dem Tag etwas ganz derb … ich stand ja vorn beim Bassisten … und es gab keinen Abstand zur Bühne. Es waberte stetig ein intensiver Bassistengeruch zu mir, den ich weniger sexy fand. Ich habe dies über mich ergehen lassen, denn der Musik gab es keinen Abbruch. Ich hoffte nur imständig, dass es in München wieder einen Graben geben würde. 😉 … Sehr lobend möchte ich auch erwähnen, dass die Crew so eingespielt war, dass Umbaupausen nur maximal 15 min dauerten. Ich fand das recordverdächtig. Es hatte den Nebeneffekt, dass man dafür mehr Musik auf die Ohren bekam. Es gibt nichts Schlimmeres als sich schleppende Pausen zwischen Sets.

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Moonspell … halten wir fest, dass erstens technisch in Hannover alles stimmte … zweitens, dass man sah und spürte, dass das Heimweh schon arg da war … und drittens ein Track aus Sin Pecado gespielt wurde. Seufz … wie großartig. Die Show war länger als 1 1/2h lang. Ich hatte gefühlt das gesamte Konzert lang Pipi in den Augen. Ich war vollkommen emotional. Zudem hatte ich bereits in Hannover meine zweite Schlagzeugstunde schon hinter mir und ich bekam von Mike meine zweite “Reliquie” … einen zerschrammelten Drumstick. Ich war schon ein ganz kleines bisschen “im Himmel”. Mir war es Wurst, dass ich den Zug um 23:48 Uhr nach Hamburg verpassen würde. Ich versuchte nach dem Konzert mich zu orientieren … weil ich komplett hin und her gerissen war. Ich hätte glaube ich “durch” machen können. Wäre aber keine gute Idee gewesen. Ich habe natürlich mit FC Porto Shirt bei Crew und Band Aufmerksamkeit erheischen können. Sorry … 😉 (Nein, nicht wirklich). Als ich aus dem MusikZentrum gehen wollte, ist mir die Zufallsbekanntschaft vom Swallow the Sun Konzert entgegen gekommen. Ohne meiner Lobhudelei wäre er wahrscheinlich nicht bei dem Konzert gewesen. Er fand es aber richtig gut und meinte, er müsste sich noch in Moonspell reinhören, Rotting Christ wäre für ihn “einfacher zu verdauen” gewesen. Bin ich doch ein kleiner Influencer? Als ich aus der Halle raus war, habe ich zwei Männer angesprochen, um sie zu fragen, wie man am schnellsten zum Hauptbahnhof kommt … der eine war Portugiese und der andere meinte: “Ach was, bevor ich Dir das erkläre, fahre ich Dich schnell hin.” Geil, so hatte ich doch noch den 23:48 Uhr Zug erwischt. Problem war nur, dass er 20 Minuten Verspätung hatte und während der Fahrt nach Hamburg immer mehr drauf legte. Weswegen und warum, ist mir schleierhaft. Ich war 3 Uhr morgens im Bett. Ich wurde vom Wecker 5 Uhr 30 Uhr geweckt. Ich weckte aber mit einem seeligen Grinsen auf.

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München sollte das letzte Konzert der Tour sein und auch mein letztes Konzert der Tour. Mr T und Freundin Isabella wollten sich diesen Abend auch nicht entgehen lassen. Isabella hatte die Tickets besorgt. Mr T die Flüge und das Hotel. Das war alles schon von langer Hand voraus geplant gewesen. Nebenbei haben wir auch noch weitere soziale Kontakte gepflegt in München. Als wir Samstag ankamen, sah ich zum ersten Mal, wie das aussieht, wenn Föhn sich in diesen Sphären ankündigt. So eine Wolkenwand, die von Sonne weggeschoben wird hatte ich noch NIE, wirklich NIE, vorher gesehen. Am Morgen war es wirklich noch arschkalt. Am Sonntag war es rund 10 Grad wärmer. Kein Wunder, dass dann die Menschen komplett am Rad drehen. Mit Isabella waren wir Sonntag vor dem Konzert noch lang spazieren im Englischen Garten und fein essen im Wirtshaus in der Au (absolut zu empfehlen).

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Silver Dust … Mit Silver Dust konnten die Münchner irgendwie nichts anfangen. Ich hatte das Gefühl, dass das Bild von München mit all seinen Vorurteilen sich auch auf die Zuhörerschaft beim Metalabend zeigte. Man kehrte seine etwas snobistische abgehobene Art raus. Kennen wir nicht. Mögen wir nicht. Warum wollen die, dass wir mit denen auf der Bühne Späße machen. Wir sind nur für Rotting Christ oder Moonspell da. Ihr seid uns Wurst. Ich fand das ehrlich gesagt doof, aber ich habe mich einfach dann irgendwann nicht mehr umgedreht und es schien ja auch einigen ordentlich zu gefallen. Mr T gefiel es jedenfalls außerordentlich gut. Und der Band schien es auch nicht sonderlich zu stören. Sie machten routiniert ihr Set und ich feierte das Ganze derbe. Noch zwei Tage später hatte ich Melodien von Silver Dust im Kopf rumwabern.

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Rotting Christ waren routiniert einheizend. Ich hatte das Gefühl, dass das Publikum in München tatsächlich so eine Crowd war, die entweder für Rotting Christ oder für Moonspell gekommen waren. Das war bei den Konzerten in Hamburg und Hannover nicht so offensichtlich gewesen. Ich meine, ich war auch wegen Moonspell da, aber ich konnte mich sehr für Rotting Christ begeistern. Vor allem je öfter man sie sieht. Diesmal war auch der “Graben” wieder dazwischen und alles war gut mit meiner Luft. 😉 Ein Vorteil hatte die größere Rotting Christ Hardcore Fanschaft schon. Es ging ordentlich was ab im Publikum und nach dem Set durchmischte es sich in der Nähe der Bühne ganz offensichtlich. Sprechen wir aber bitte nicht von der merkwürdigen Lady, die mich kurz nach Einlass wegbeißen wollte, weil ich in ihrer Nähe stand. Man kann durchaus auch im freundlichen Ton evtl. “Gebietsansprüche” vor der Bühne klären, ohne pampig zu werden. Meine zweite Wahl an Platz war dann sowieso die bessere Wahl. Mit entspannten Rotting Christ Fans und einer exzellenten Sicht auf das Ganze Spektakel.

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Moonspell begannen erst ihre Show 22:15 Uhr. Für den geneigten Portugiesen keine fremde Zeit für Konzertbeginne, aber für den geneigten Deutschen, der zumeist am nächsten Abend arbeitet, ist das schon schwere Kost. Das Konzert war eine reine Uptempogassenhauerfinaltourshow. Ich habe es den Männern so gegönnt. Sie gaben echt alles (und ich auch … man hab ich “geölt” und hatte ich einen respektablen Metalnacken hinterher). Aber es war soooooo schön. Ich hätte durchaus mehr vertragen können.

IMG_8007Was mich richtig freute, war der Fakt, das der Merchandise Stand von allen Bands am Ende der Tour leer gefressen war. Es gab noch einzelne Shirts in lustigen Größen. Es gab noch wenige Vinylscheiben, feuchte Händedrücke vom Merchmann und das war es dann. Also es war durchaus nicht alles schlecht auf dieser 53 Tage Tour quer durch Europa. Ganz versöhnlich finde ich, dass diese Bands wirklich primstens zusammen passten. Ich habe mich mit Silver Dust und Rotting Christs Musik sehr gut anfreunden können. Beide Bands standen vorher nicht auf meiner Speisekarte. Ich freu mich auf ein baldiges Wiedersehen, wo auch immer unter welch widrigen / nicht widrigen Umständen auch immer. Ich kann nicht genug bekommen. Es ist mir immer eine große Freude Menschen zuzusehen, die gern auf der Bühne stehen und ihre Musik voller Enthusiasmus nach außen hin, transportieren. Das kaputte Mikrokabel vom Schlagzeug bei Moonspell tat zwar im ersten Song weh, aber das war an dem Abend auch egal.

Ach ja, bevor ich es vergesse … da war noch was … das herzliche Umärmeln von Mike am Flughafen und die Erklärung für Luis (Crew), dass ich wirklich keine Portugiesin bin. Ich freu mich schon auf 2020 … wenn Neues von Moonspell kommt.  Und nein, es gibt keine Heldenfotos von der Tour. Ich freu mich einfach nur, die Männer zu sehen und kurz zu herzen. Dann ist aber auch gut.

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Mehr Infos zu Silver Dust: Homepage / Tourtagebuch

Mehr Infos zu Rotting Christ: Homepage

Mehr Infos zu Moonspell: Homepage

Herz aus Jazz [Sara Lövestam]

DSCN2199Sara Lövestam habe ich nicht zum ersten Mal in die Hand genommen. Im Februar habe ich mir vorgenommen nur bzw. größtenteils Frauen zu lesen. Frei nach dem Motto #Frauenpower #Femmuary … oder wie auch immer das in den sozialen Netzwerken gerade tituliert wird. Aber eigentlich war dies nicht der Grund dafür, sondern ich wollte generell mehr Frauen lesen. Ich hatte Bock darauf. Lövestam kam mir da gerade recht in den Weg. Von der jungen Dame aus Schweden hatte ich bereits im vergangenen Jahr einen Kriminalroman gelesen, den ich sehr gut fand und ich bin nicht der typische Krimileser. Das Buch hieß “Die Wahrheit hinter der Lüge”. Das Buch, welches ich jetzt las, war “Herz aus Jazz”. Dies ist alles andere als ein Kriminalroman.

“Sieh mal, das Entscheidende ist doch, dass man aufgeweckt genug ist, seine Ziele zu modifizieren.”

aus dem Buch S. 152

Über das Buch: In Herz aus Jazz begleiten wir die Schülerin Steffi aus der schwedischen Provinz, die gemobbt wird. Steffi, die anders ist und die sich versucht durchzuschlagen und nicht von ihren Träumen, Wünschen und Zielen Abstand zu nehmen. Dabei hilft ihr ganz unbewusst ein Mann, den sie kennenlernt, als sie ihre Kopfhörer abnimmt und die Musik, die sie vorher hörte, aus einem Fenster schallt. Es war Jazz. Steffi ist so perplex, dass sie sich auf die Suche macht nach dem Ort der Musik. Sie findet sich dann im Altenheim bei Alvar wieder, der Steffis musikalischen Helden persönlich kannte. Alvar und Steffi lernen sich mithilfe der Musikleidenschaft zu Swing und Jazz kennen. Und Steffi merkt, dass sie dadurch alles andere als allein ist. Alvar gibt Steffi die richtigen Worte auf dem Weg des Erwachsenwerdens.

“Vielleicht muss man an sich glauben, damit man jemand ist. Vielleicht muss man sich was zutrauen, damit man etwas kann. Vielleicht muss man erst schlau tun, damit man wirklich denkt. Vielleicht muss man an die Zukunft glauben, damit Vergangenes ruht.”

aus dem Buch S. 92

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Meine 10 Cents: Dieses Buch ist ein Konvolut aus mehreren Dingen. Es beschreibt zum Einen Steffis Weg beim Erwachsenwerden. Steffis Umgang mit Mobbing und dem Festhalten an Zielen, dem Ziel Musiker zu werden. Steffis liebevollen Blick auf die Welt des alten Mannes Alvar. Sie entlockt Alvar Erinnerungen aus seiner Jugend und bestreitet mit ihm ganz unbewusst positive “Biografiearbeit”. Sie lässt den Mann nicht allein. Diese Freundschaft ist eine besondere. Beide Protagonisten sind anders. Beide sind schräge Vögel, die wie man immer mehr zum Ende hin merkt, sich gegenseitig brauchen und mit ihren Erfahrungen und ihrem Wissen sich helfen. Dabei ist eine große Schippe Empathie, Interesse und Unbeschwertheit beiderseits von klarem Vorteil. Dieses Buch ist ein schönes Buch. Es ist ein Buch, welches glücklich macht. Du musst beim Lesen kein Fan von Jazz sein. Die Musik an sich ist nur der Träger, der Steffi und Alvar zusammen führt. Das Genre an sich ist da vollkommen egal. Es hätte sicher auch klassische Musik mit genügend Nerdfaktor in der Geschichte funktioniert. Aber der Jazzkünstler, den Steffi mag, Povel Ramel gab es wirklich. Er war schwedischer Künstler mit großer Popularität. Dieses Buch ist ein Herzensbuch. Ich kann es wärmstens empfehlen.

Lövestam versteht es nebenbei auch noch die Geschichte gut zu erzählen, indem sie die Story von Steffi im hier und jetzt schreibt und sobald sie mit Alvar spricht, wird der Blickwinkel von Alvars Erinnerungen auf eine neue Erzählebene geschoben, was dem Lesefluss weder einen Abriss gab, noch langweilig daher kam. Ich fand dies sehr unterhaltsam. Ich habe zudem ganz nebenbei von schwedischer Geschichte während des zweiten Weltkriegs erfahren, was ich vorher nicht wusste.

Das Buch ist bei rowohlt Taschenbuch erschienen (26.03.2015) ISBN: 978-3-499-26900-4 … ich habe es analog gekauft (und aus der Mängelexemplarkiste gerettet) bei Heymann in Eppendorf.

Rückblick … muss ich das auch machen?

Moin …

abgesehen davon, dass ich die letzten Wochen hier mal wieder nichts gepostet habe, obwohl Stoff genug dafür gewesen wäre  … Das Leben hat mich allerdings stets überholt! … mach ich jetzt meinen kleinen Rückblick auf das Jahr 2017 …

IMG_9408.JPGDer Anfang des Jahres war ziemlich durchwachsen … Schmerzen en masse, bescheidener mich höchst unzufrieden machender Job und überhaupt. Vergnügungssucht hat mich dabei eigentlich auch nur kurzzeitig von den Dingen ablenken können. Und wenn ich genau darüber nachdenke … der Münchentrip im Januar war sowas von ätzend gewesen … mit Atembeschwerden und schmerzenden Gelenken … holla die Waldfee … der zweite Trip im Juli nach München war noch schlimmer. Beim WGT Rückblick den ich hier auf dem Blog ja ausführlich machte, kann man mein Leiden eigentlich nur erahnen … ABER nach dem G20 Gipfel (als terminologische Landmarke) war ich meinen Job los und konnte mich mit engagierter Krankschreibung meines Hausarztes, erholen für den neuen Job. Ich bekam endlich mal Diagnosen, ich bekam eine Fachärztin an die Seite und ich bin tatsächlich seit Mitte Oktober nun weitestgehend die Schmerzen los. Mir geht es emotional und physisch deutlich besser als zum Vergleichsmonat letztes Jahr. Trotzalledem bin ich zum Ende des Jahres reichlich erschöpft. Aber jetzt ein ganz kleines bisschen im Einzelnen zurückgeblickt:

IMG_8586Kulturelle Highlights waren definitiv der Vernissagebesuch bei meiner Freundins Künstlertruppe in Wilhelmsburg. Natascha und ich wir sind ein Duo Infernale. Ich hätte nie geglaubt, dass ich so eine fette Freundschaft in Hamburg finden konnte … damals im September 2009. Aber wir passen wie Arsch auf Eimer. Es ist mir immer ein Fest irgendwelchen Quatsch mit Natascha zu machen. Das Auftreten von Mr T, einem befreundeten Gruftiepärchen bei der Ausstellungseröffnung war wie das von Rockstars … neee, wir waren es. Nebenher gesagt, ich habe im Jahr 2017 insgesamt “Fine Art” im Wert von 1000 Euro gekauft … und nur lokale Künstler damit beglückt. Ich habe eine Vollmeise, aber dafür eine schöne und eine mit Leidenschaft und Überzeugung. Und ja wenn ich begeistert bin, dann ehrlich und vollkommen.

#projekt2017 … dies war für mich ein neuer Job. Ich habe ihn. Ich laufe 30 Minuten zur Arbeit. Ich arbeite nicht mehr Vollzeit, verdiene aber genauso viel wie vorher. Ich habe mehr Freizeit. Der Job erfüllt mich mehr. Ich arbeite nicht mehr im stationären Bereich in der Pflege, sondern mache ambulante Pflege. Ich glaubte nicht, dass mich das erfüllen könnte, aber ich bin ganz glücklich mit meinem schnellen Aktionismus in der Jobwahl. Dies war nämlich folgender Maßen. Lieblingsexkollege und ich hatten zum wiederholten Male einen unterbesetzten Spätdienst geschoben und dann fuhren wir gemeinsam aus der Boomtown Pinneberg nach Hamburg und wir schworen uns “Und jetzt kündigen wir. Es reicht.” Ich überlegte kurz und habe am Folgevormittag einen Anruf getätigt und einen Tag später die Einladung zum Vorstellungsgespräch. Einen Tag später das Hospitieren im Frühdienst und einen weiteren Tag später sagte ich, ich nehm den Job und ich steckte den Zweizeiler der Kündigung in den Briefkasten. Ich war durch. Jetzt hab ich nen Hafen für mich gefunden.

IMG_8836#Musik2017 … dieses Jahr war nicht schlecht für mich. Ich muss zugeben, dass ich aber insgesamt wieder doomiger, metallischer und bombastischer geworden bin im Geschmack.  Es gab das ein oder andere Konzert in diesem Jahr. Heldenfotos mit Künstlern sind nicht so mein Ding. Da habe ich eigentlich nur eins vom Sacrosanct Festival mit Andrew Birch (The Last Cry). Ich habe allerdings keine Kosten, Mühen und peinlichen Momente gescheut, um auch mit anderen Künstlern palare zu halten. Ich habe da ja keine Hemmungen. Warum auch, sind ja auch nur Menschen. Ein Highlight war das Anquatschen des Violinisten der Kammeroper nach der Premiere mit den Worten: “Gib es zu, tief im Herzen bist Du ein Metaller.” Er: “Nöö.” … Dies war echt priceless. Aber ich mag ihn.

Die Sinfoniekonzerte, Kammeropern, Opern und Ballette hab ich in der Auflistung unterschlagen. Die waren aber auch allesamt ganz toll. Richtig erwähnenswert, weil einfach zu wenig besucht (leider) in Hamburg war Wahnsinnsopern zum Saisonende

Konzerte besuchte ich reichlich ….

Januar 2017: Mila mar und Deine Lakaien in München … beide Konzerte waren okay, aber bei Mila Mar war es nicht mehr der Zauber von früher. Bei den Lakaien war mir zu viel schnöseliges Publikum auf guten Plätzen, die nicht für die Musik da waren. Zumindest hatte ich das Gefühl.

Februar 2017 … das WaveRockFestival in Hamburg mit unter anderem Scream Silence, die ich nach 20 Jahren dann doch endlich mal wieder live erleben durfte. Und es fetzt immer noch wie früher.

April 2017 … Ich gab mir zwei Doommetalabende im Hafenklang mit 4 Bands, die ich alle vorher noch nie gehört hatte. Pallbearer blieben dabei am meisten hängen und am rotieren im CD-Schacht. Und für diese Jungs wurde ich auch zum Wiederholungstäter (live im Vorprogramm von Paradise Lost im Oktober). Esben & the Witch sah ich auch noch im April im neuen Molotow und mal wieder Desperate Journalist in der Fieberbaracke Grüner Jäger. Das war goldig wie beim Mal zuvor. Achja, Deine Lakaien in Hamburg zur 30 Jahrfeier war deutlich besser als München. Das Publikum war ganz Ohr und die Mannen und Gäste waren eingespielt.

IMG_7769Mai 2017 … da sah ich ChameleonsVox im Logo … was sehr amüsant war. Der Support Frank the Baptist hatte scheinbar nur Mr T und mich richtig einheizen können, aber das war uns ja egal. Eine Frage beschäftigt mich jedoch sehr. “Wann ist der Hr Vollmann, mal nicht voll, mann?” Ich hatte selbstverfreilich Wiedererkennungswert und wurde beim WGT  von ihm herzlich umärmelt. The Red Paintings im monkeys waren auch sehr schön und auch da war es selbstverständlich, dass das gepledgte Album noch längst nicht fertig war. Dies ist es auch heute noch nicht. Aber ich kann ja warten. Lord of the Lost beim Heimspiel zum letzten Album waren im Grünspan auch nicht zu verachten.

IMG_8029Juni 2017 … war nur mit dem Wave Gotik Treffen gefüllt (und einer Menge Schmerzen in gefüllt überall). Highlights waren da definitiv meine Lieblingsfranzosen Saigon Blue Rain und Alcest. Seufz. Ich habe mich schon im Vorfeld darauf geeinigt, dass egal was kommen möge, ich bei Saigon Blue Rain in der ersten Reihe stehen werde. Die drei durften auch gleich als erste Band an dem Tag raus. Man sah, wie erleichtert sie waren, als dort in der ersten Reihe nur bekannte Gesichter standen. Es war quasi ein Heimspiel für sie gewesen beim WGT Debüt. Schöne Sache.

20423971_1784888098188128_1613161582332988676_oJuli 2017 … da sah ich zum ersten Mal Das Fluff im kir. Das war auch schwerst amüsant. Es waren in dem zugegebener Maßen sehr kleinen Raum keine zwanzig Gäste gewesen, aber diese waren entzückt. Mr T, meine Freundin Natascha und ich hatten große Freude beim Konzert. Die Lady Dawn Lintern ist aber auch eine femme fatale mit Haaren auf den Zähnen und einer Menge Chuzpe.

IMG_8602September 2017 … da war eigentlich nur das Fette Ö … das MPS in Öjendorf bei erstmalig in diesem Jahr Sonnenschein (hört! hört), ein feiner Postrockabend im Stellwerk Harburg. Dieser kleine Club war für mich eine Neuentdeckung. Die Bühne ist kleiner als mein Wohnzimmer. Die Atmosphäre super. Der Sound war knarzig und rauh, wie das eben so ist auf dem Bahnhofsgelände. Entdeckt habe ich da Soonago aus Bielefeld und Spoiwo aus Polen. Toller klassischer Postrock mit sehr vielen Elementen aus jeder Musikrichtung. Die Gitarrenwand stand. Zu meiner großen Freude. Und dann war da noch das Sacrosanct Festival in Reading UK … mein heiß geliebtes.

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Oktober 2017 hatte ich erst den Ausflug nach Frankfurt für Paradise Lost und da im Vorprogramm SINISTRO und Pallbearer … die ich alle drei großartig fand. Und ich genoss das Konzert total, weil ich es ohne Kamera besuchte. Ich war fasziniert von der Unterschiedlichkeit der Rhythmusfraktion aller drei Kapellen. Ohne funktionierendem Schlagwerk und Bass kann man Metalbands einfach in die Tonne hauen. pgLost im Headcrash in Hamburg waren eine musikalische Bereicherung. Die Schweden hauen Dich mit ihrer Gitarrenwand um. Es braucht zu dieser tollen Musik keinen Gesang. Es funktioniert auch nur mit der reinen Musik. Lissabon mit Moonspell waren für mich das absolute Highlight in diesem Jahr.

Ich hatte schlicht und ergreifend “Pipi” in den Augen. Nicht nur, dass ich endlich die Casa Fernando Pessoa besuchen konnte, sondern auch noch gleich zwei Mal hintereinander dem neuen Werk “1755” von Moonspell live zuhören durfte.

IMG_9168November 2017 … Ich kam aus Lissabon zurück vom Moonspell Flash, um mir nur den Support Slot von Alcest im Übel und Gefährlich (Headliner waren Anathema, die ich mir gespart habe) anzuschauen … und es war genial. Außerdem gab es dann eine Woche später im Knust METZ aus Kanada und deren Vorband Protomartyr, die ich auch umwerfend fand und die für mich eine Entdeckung waren. Desweiteren war ich voller Flamme für die Schweden Then Comes Silence. Und ja, sie sind nicht zu unrecht vom Gotenfeuilleton hochgelobt. Sie sind knuff und sehr unterhaltend gewesen … für mich im Hafenklang. Dann sah ich noch das Lord of the Lost Ensemble mit den Swan Songs II … das Konzert war solide, grundsolide, aber ich war etwas verstört, ob der etwas zu heftigen Begeisterungsfähigkeit des Publikums.

IMG_9276Dezember 2017 … ich sah mir zwei Mal VNV Nation an … einmal elektrisch in Porto mit meinen liebsten Portugiesengoten nu:n im Vorprogramm und einmal mit dem Filmorchester Babelsberg in Mainz. Da gab es Diorama im Vorprogramm. Porto war toll wegen nu:n und Mainz war toll, wegen des Bombasts. Mehr ist mehr. Ich mag orchestrales Donnerwetter und ganz ehrlich Ronan Harris ist eher für den Bombast und den Pathos geschaffen. Es hat ihm nur noch keiner gesagt. Dazwischen gab ich mir einen vergnüglichen isländischen Metallabend mit Sólstafir, Myrkur und Árstíðir. Nüchtern betrachtet, wäre es mit Alkohol putziger geworden, aber das habe ich mir verkniffen.

Für die Trips nach Portugal in diesem Jahr bin ich mehr als dankbar, dass ich sie einfach mit Mr T gemacht habe. Es grenzte etwas an Dekadenz, aber Portugal ist für uns billiger und geschmeidiger und schneller als so manch Konzert in UK. Dieses Land und diese Leute tun mir gut. Kein schlechtes Essen, interessierte und freundliche Menschen, schöne Musik, rotte Gebäude, Poesie in der Sprache. Ich werde wieder kommen. Die Konzerte von Moonspell in Lissabon waren unglaublich. Ich wollte nicht, dass der Abend enden möge. Der Ausflug nach Porto zu VNV Nation mit dem Support meiner Freunde nu:n war einfach zu köstlich. Es tut einfach zu gut und macht Spaß´Konzerte von Freunden zu sehen. VNV Nation war für mich eine Erfahrung besonderer Art. Ich habe mich in Mainz bei Ronan Harris geoutet, dass ich in Mainz erst zum zweiten Mal im Leben VNV Nation live erlebt habe und ich eigentlich den Bombast, Bruckner, Mahler so mehr mag als die Elektrovariante. Er outete sich auch, dass er Wagnerianer ist. Supi. Da haben sich zwei getroffen. Then comes silence waren geil. Dann war da noch die eine Geschichte mit dem einen scheuen Schlagzeuger. Ich habe in einem opportunistisch mutigen kratzbürstigen Moment mir Autogramme auf meinen Oberkörper geben lassen von Nim Vind … aber der Schlagzeuger verschwand. Er war Zitat: “a little bit shy”…

#Lesen2017 … ich hatte mir Anfang des Jahres Buchlesevorsätze gemacht und ich glaube ich habe einen Großteil davon mir erfüllt. Einzig das Bewusste Einkaufen, das muss ich noch lernen. Ich hab manchmal am Lesetempo vorbei gekauft. 😉 Ich wollte mehr vielfältig lesen. Ich habe mir Frauen zur Hand genommen. Manchmal funktionierte es, manchmal nicht. Es waren nicht viele Frauen, deswegen kann ich sie hier alle erwähnen … Lydia Davis, A.L. Kennedy, Margaret Atwood, Bettina Marx, Pam Smy, Edith Wharton, Sara Lövestam, Rebecca Hunt, Eliette Abécassis, Jenny Erpenbeck, Daria Tessler, Anna Sewell, Alice Greenway, Kristin Hannah, Stephanie Kempin, Maxi Schilonka, Luci van Org, Jeanette Winterson, Katharina Hartwell, Alice Munro, Siri Hustvedt, Mercè Rodoreda, Sibylle Berg und Rose Ausländer. Okay, es waren dann doch einige. Am meisten habe ich A.L. Kennedy gelesen und geliebt. Wie sagt es mein guter schottischer Kumpel: “A fine scottish author.” Ich muss hier echt lobend erwähnen Rebecca Hunts “Everland” und Pam Smys “Thornhill”. Ich habe auch endlich mal Greenways “Schmale Pfade” gelesen. Es lag viel zu lange unbeachtet auf dem ungelesen Stapel.
Ich wollte auch noch Krimis lesen, viel habe ich davon nicht geschafft, aber Sara Lövestams Werk habe ich bei Goodreads mit 5 Sternen bewertet. Es war ein intelligent geschriebenes Buch, was mich unterhalten und geistig auch gefordert hat. Titel des Buches “Die Wahrheit hinter der Lüge”.
Ich wollte mich an nicht zersprochener Jugendliteratur versuchen. Davon habe ich nur eins gelesen, was ich nachhaltig auch weiter empfehlen würde … “Alice = Alice” von Maxi Schilonka. In diesem Buch geht es um Zwillingsschwestern und um Bullying in der Schule, die Suche nach den Gründen des Selbstmordversuches der einen Schwester. Es ist Spannung, Urban Fantasy, Sozialkritik in leicht verständlicher Art und alles in allem in knapp 300 Seiten. Sehr sympathisch.

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Ich wollte mehr Lyrik im Jahr 2017 lesen. Das habe ich getan … Fernando Pessoa, Heinrich Heine, Iain Banks, Ken MacLeod, Luis de Camoes, Gottfried Benn, Erich Jooß, Theodor Fontane, Francois Villon, Ossip Mandelstam, Rose Ausländer, Michael Köhlmeier. Ich fand alles gut. Wir sollten alle mehr Lyrik lesen. Die bereichert unseren Geist. Die Synapsen werden beim Lesen einfach stetig wieder neu ausgerichtet. Das tut ihnen gut.

Das Projekt moderne und antike Klassiker werde ich weiter fortführen. Da kann man nie genug lesen. Als modernen Klassiker, der mich in diesem Jahr echt umgehauen hatte war definitiv Arthur Millers “Fokus”.

Reiseliteratur verschlinge ich ja auch ganz gern, deswegen muss ich es noch mal rückwirkend erwähnen … Reisen ohne Ziel – Erinnerungen mit Weitblick

Ich wollte ursprünglich noch mal über Portugal extra schreiben, aber das Leben überholt mich hier ständig. Ich werde jetzt mit meinen neu zu Weihnachten geschenkt bekommenen Büchern rummachen und hoffentlich koordinierter bloggen (im neuen Jahr).  Nebenher werde ich noch schnell einen Linktitel im Vorsatzpost 2017 ändern … von Mara auf Linus. Dies ist mir wichtig.

Ach ja, da war noch was im Jahr 2017 … ich habe wieder mehr als einmal Karaoke gesungen … auf Kampnagel. Es ist mir immer eine große Ehre dies tun zu dürfen.

Alles in allem, es war gar nicht sooo schlecht, rein kulturtechnisch gesehen. Ich hatte schon schlimmere Jahre. Und solange ich den Künsten noch fröhnen kann und ich mich nicht so sehr über Politik aufregen muss, geht es doch. Ich habe ein Dach über dem Kopf, ich kann mich über meinen Mr T amüsieren, der gerade beim Schreiben des Blogposts, versucht seine CDs und DVDs wegzusortieren, die über das ganze Jahr sich ohne weg zu sortieren im Wohnzimmer gestapelt haben. Es ist ein Fest, ein grantelnder Kater. Schön.

Ich wünsch Euch was … Vorsätze für 2018 gibt es keine. Es ist nur für Ende Januar / Anfang Februar eine kleine Konzertreise zugunsten Cradle of Filth und Moonspell geplant. Ja, ich weiß, ich bin Wiederholungstäter, aber ich stehe dazu. Der Kater meint, auch im zarten Alter von kurz vor 40 kann man so etwas tun.

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picture taken by Bridget Berry

Man liest sich … ach ja, noch was … natürlich ist dieser Rückblick kein kompletter. Ich hab einiges weg gelassen.

Und wie war Euer Jahr?!

 

 

90 Jahre auf Mission für Musik

Herbert Blomstedt wurde am 11. Juli 2017 90 Jahre alt. Er ist ein Musiker, der damit gesegnet ist, Musik im hohen Alter so vital und so überzeugend zu leben und zu vermitteln, dass ich beim Zuschauen und Zuhören seiner Dirigate regelmäßig Tränen in die Augen bekomme. Zumal Blomstedt bevorzugt sinfonische Werke mit fetten Akkorden werksgetreu in Urfassungen dirigiert. Ich spreche von Bruckner, Mahler, Brahms, Beethoven, Nielsen, Sibelius. Ich liebe die Sinfonien von Anton Bruckner. Besonders die 4. und 5. Sinfonie bewegen etwas in mir, was ich eigentlich gar nicht beschreiben kann. Ich habe irgendwann mal geäußert, dass wann auch immer ich mal das Zeitliche segnen sollte (das soll nicht morgen geschehen), unbedingt Anton Bruckner gespielt werden sollte. Mit Bruckner bin ich irgendwie dem Himmel, dem Unfassbaren sehr nahe. Dann fühle ich mich unendlich glücklich, entspannt und ich wünsche jedem anderen menschlichen Wesen, dies selbe Gefühl zu erfahren.

In diesem Jahr wurde anlässlich (möglicherweise als Quengelware) seines 90. Geburtstages auch noch dieses Buch “Mission Musik” welches Gespräche mit der Musikjournalistin Julia Spinola, die ein Jahr lang mit Blomstedt mehr oder minder auf Tour ging, veröffentlicht. Die Gespräche sind sehr herzlich, offen und teilweise auch musiktheoretisch. Ich hätte nicht gedacht, dass ich in einem Buch, welches als biografisches Werk daher kommen mag, soviel zu Orchesteraufstellungen, sinfonischen Musikeinspielungen, Methoden beim Umgang mit Partituren erfahren hätte können. Ich war zudem erfreut und überrascht zugleich, dass scheinbar alle Dirigenten, die ich persönlich mit ihrer Arbeit mag und schätze, die gleiche Schule und Auffassung vom Umgang mit den Werken der alten Helden (sprich Komponisten) gelernt haben und dies weitertragen. Blomstedt ist mir außerdem im Buch noch sehr viel wärmer und näher gekommen als ich es ahnen konnte, als ich das Kapitel zu seiner Büchersammlung gelesen habe. Er ist ein großartiger Büchernarr und hat seine Sammlung bereits der Öffentlichkeit in Schweden übertragen. Diese Bibliothek hat vor allem viele Bücher zu Musikwerken, Künstlern, sowie Sammlerstücken von Klassikern. Ich würde diese Bibliothek so gern mal sehen wollen. Nur mal daran riechen. 🙂

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Blomstedt hat in seinem Jubiläumsjahr für 90 Konzerte zugesagt. Er ist quasi das ganze Jahr unterwegs. Kann mich bitte jemand im zarten Alter von 90 Jahren daran erinnern, dass man das mit Leidenschaft und Hingabe noch so überzeugend machen kann?

Wie das aussieht? So: Blomstedt – Bruckner Nr 5 @ Elbphilharmonie HH 2017

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Zum Geburtstag meines Freundes schenkte ich ihm die Beethoven Gesamtausgabe mit allen Sinfonien mit dem Gewandhausorchester Leipzig eingespielt unter der Leitung von Herbert Blomstedt. Mr Ts Meinung zu der Einspielung war: “Umwerfend.” Er war fassungslos, wie schnell, vital und rhythmisch der Beethoven klingen kann. Er war zudem ebenso höchst erfreut, alle Instrumentengruppen des Orchesters hören zu dürfen. Dem kann ich nur beipflichten. Zum Teil sind in dieser Einspielung Instrumente an manchen Stellen zu hören, die man in alten Einspielungen nie wahrgenommen hatte. (letzter Satz der 7. Sinfonie). Waren sie vorher nie da? Wurden sie übertönt vom bekannten Pathos? Ich für meinen Teil liebe diese Beethoven Einspielung total. Der Beethoven ist bei dieser Einspielung richtig modern. Dabei ist doch einfach nur überzeugend die Urfassung von Beethoven eingespielt. Für Beethoveneinsteiger (die möglicherweise durch den Musikschulunterricht paralysiert wurden) ist dies eine echte Empfehlung. Diese Beethoven Sammlung ist erschienen bei accentus

Ich hoffe, dass ich noch mal Herbert Blomstedt live erleben darf. Ich hatte ja schon mehrfach das Vergnügen, aber nach dieser Beethoven Einspielung und dem Buch ist die Lust dazu noch unmerklich gestiegen.

Mercy on me – Nick Cave … Graphic Novel von Reinhard Kleist

Nick Cave – Australier, der mit seiner ersten Birthday Party in die weite Welt zog, um den Punk zu revolutionieren oder brutal ehrlich düsterer zu machen und dabei an seine Grenzen kam, denn die Herzensdame war zu weit weg, die Band wollte anderes als Nick Cave himself und er versinkt im Drogensumpf … und fängt da an seine bekannten und prägnanten Texte zu produzieren. Mercy on me ist eine Graphic Novel, die eine Hommage auf Nick Cave ist. Reinhard Kleist hat in mehr als 300 Seiten Nick Cave, seine Mitstreiter und seine Figuren aus stilprägenden Songs lebendig werden lassen.

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Ich musste das Buch kaufen, weil ich Nick Caves Töne sehr mag. Man ist sich nie wirklich sicher, ob er gerade explodieren mag in der Stimme oder im Bluesigen verschmelzen mag. Seine Spätwerke mag ich dabei besonders. Möglicherweise weil ich Nick Cave am liebsten dann höre, wenn ich Musik hören mag, die Geschichten erzählen und Cave ist ein Meister von Moritaten. Ich kann ihm einfach alles, was er singt abkaufen.

In Reinhard Kleists Buch konnte ich ebenso versinken wie in Caves Musik. Kleist verschmelzt Caves Songs in einer Story, die sich um Caves Schaffen bewegt. Es werden signifikant wichtige Orte seines Schaffens besucht … wie zum Beispiels Londons Batcave Club, das Westberlin der 80er Jahre. Seine erste Begegnung mit Blixa Bargelds Einstürzenden Neubauten. Am Ende der Graphic Novel begegnen dem Charakter Nick Cave seine eigens erschaffenen Charaktere. Dies kann für einige Leser komisch vorkommen, aber ich mochte dies. Es verschmilzt biografisches mit künstlerischer Freiheit von Kleist und ich fand diese Melange absolut überzeugend und mit genügend Ehrfurcht.

Kleist hat mit seinem Zeichenstil sehr prägnant die Charaktere dargestellt. Mit Schwarz-Weiß Optik wirkt alles noch etwas düsterer und schöner in meinen Augen. Ich geier noch insgeheim auf das Artbook zur Graphic Novel.

Richard Kleist “Nick Cave – Mercy on me” … erschienen bei Carlsen Verlag, September 2017, 322 Seiten, Hardcover, 24,99 Euro … von mir analog gekauft bei cohen & dobernigg Buchhandel

Ich kann dieses Buch uneingeschränkt empfehlen und ich tue dies aus vollster befangener Überzeugung.