Montagsauslese 3/2020

In der letzten Woche habe ich definitiv mehr gelesen als in der Woche zuvor. Aber musikalisch war es trotz alledem für mich gewesen.

83105023_3266430236700566_601252772414750720_oIch war beim Konzert von THE FOREIGN RESORT im Goldenen Salon am Donnerstag. Das war großer Spaß. Es war mein Geburtstagsgeschenk von Freunden gewesen und es hat sich wirklich richtig gelohnt.  Ich freu mich jetzt schon auf das “Dark Skies over Witten” im März, bei denen ich die dänischen Jungs wieder sehen kann. Dieses Mal dann mit meiner besten Kumpeline Lyd.

Was ein Konzert von The Foreign Resort stets ausmacht?! Diese Jungs haben Bock auf der Bühne zu stehen. Sie machen Späße. Ihre Musik langweilt nicht. Zu keiner Sekunde UND ja, es ist halt feinster reudiges Gitarrengeschrammel mit wundervollem echten Schlagwerk.

Am Samstag war ich mit Mr T in der Staatsoper und habe eine Aufführung des Hamburg Balletts gesehen. Es standen die “Bernstein Dances” auf dem Plan.

Eine Hommage auf den Musiker Leonard Bernstein. Mit seiner Musik und eben Tanz. Es war ein sehr schöner bunter Abend. Und ich kam zur Erkenntnis, dass ich vielleicht doch noch mal irgendwann mir Candide komplett anschauen sollte. Und West Side Story ist sowieso toll. Ich fand die beiden Sänger großartig und der Fakt, dass Marc Bouchkov an der Violine war und Sascha Trusch tanzte, war noch viel besser.

Gelesen in der letzten Woche: Da war Musik drin. DIe Bücher steckten voll Poesie und in einer Menge der Bücher wurde sich mit dem Tod beschäftigt.

Nr 11: RICARDO S. AMORIM “Wolves who were men”: Dies ist die Moonspell Biografie. Sie ist unfassbar emotional und bewegend geschrieben. Irgendwie leidet man als Leser ganz schön mit den Musikern und den “Auf und Abs” in der Bandgeschichte mit. Einerseits kann es einem schon das Herz zerreißen, andererseits muss man lachen. Das schöne an der Bandbiografie ist, dass man dieses Buch auch lesen kann, ohne Fan der Band zu sein oder Spezialist im Metalgebiet zu sein. Denn es geht hier vor allem sehr um Menschliche Dinge. Und komische Dinge im Musikbusiness gibt es in jedem “Genre”. Ich kann das Buch nur empfehlen.

Nr 12: CRAIG DYER “The Devil in me & in all the rest”: Craig Dyer ist Sänger der Band “The Underground Youth”. Dieses Buch ist ein Band mit Poetry und Lyrics. Ich habe sie gemocht, aber das, was ich an Poetrie immer sehr mag bzw. mir wünsche, ist die Melodie der Worte oder richtige Emotionalität, die mich bewegt. Dies hat mit den meisten der Stücke nicht funktioniert. Ich weiß nicht warum dies so war. Dies wird aber die Liebe zur Musik von The Underground Youth nicht schmälern.

IMG_8134Nr 13: AL BERTO “Salsugem – Salz” & Nr 14: AL BERTO “Garten der Flammen”: Die zwei Bände sind gefüllt mit Gedichten von Al Berto (1948 – 1997), einem portugiesischem Autoren, Vertreter des Surrealismus. Die Geschichte befassen sich sehr mit seinen Gefühlen, dem Tod, der Liebe. Mit Salz konnte ich anfangs icht so viel anfangen. Ich war noch etwas von dem Übersetzungsstil (mit Kleinschreibung auf Deutsch) überfordert. “Garten der Flammen”dagegen, der Gedichtband, den Al Berto kurz vor seinem Tod geschrieben hat, hat mich schwer bewegt und mitgenommen. Die Zeilen sind sehr morbide, melancholisch, auf das Leben zurück schauend.

Nr 15: SUE BLACK “All that remains”: An diesem Buch habe ich mächtig geknabbert … und vor allem lange geknabbert. Es sind die Aufzeichnungen der Forensikerin Dame Sue Black. In dem Buch geht es sehr viel um Tod, in jeder Form, die man sich vorstellen kann. Es geht um den Umgang mit den Toten. Es geht um die Arbeit als Forensikerin im Kriegsgebiet (Kosovo). Es ist ein rundum menschliches Buch, denn der Tod gehört zum Leben dazu. Ich bin sehr froh, das Buch gelesen zu haben.

Nr 16: OLIVER SACKS “Alles an seinem Platz”: Dies ist das vermutlich letzte Buch, was im Namen von Oliver Sacks veröffentlicht wurde. Oliver Sacks ist 2015 verstorben und mit ihm ist ein sympathischer Neurologe gegangen. Sacks ist für seine Fallgeschichten berühmt geworden. In “Alles an seinem Platz” sind neben letzten Fallgeschichten auch Essays zu anderen Themen platziert. Sie sind allesamt sehr klug und gefüllt mit gefährlichem Halbwissen. Die Leseliste für mich wurde sehr viel länger nach dieser Lektüre. Ich habe das Buch letzte Woche gekauft, weil ich an keinem Oliver Sacks ungesehen vorbei laufen kann. Ich bin ein Sacksjünger.

Gekauft oder geschenkt bekommen habe ich:
Neu Nr 10: AKSEL SANDEMOSE “Ein Flüchtling kreuzt seine Spur” (mein letztes Geburtstagsgeschenk). Das Buch wollte ich schon letztes Jahr selbst kaufen und habe es dann irgendwie aus dem Blickfeld verloren. Um so glücklicher bin ich, dieses Buch jetzt geschenkt bekommen zu haben.

Neu Nr 11: OLIVER SACKS “Alles an seinem Platz”

Montagsauslese 2/2020

Die letzte Woche war musiklastiger als die Vorige. Ich habe viel Metal gelauscht … zum Einen die Rereleases von Moonspell mit Anno Satanae und Sin Pecado. Zum Anderen die neue Sylvaine EP, die neue Then Comes Silence Single + I AM THE SHADOW Single, der Rotting Christ Backkatalog, den ich über Season of Mist bekommen konnte UND dann noch die zwei Erstlinge von Esben & the Witch, die mir noch fehlten. Und dann kam noch das Carepaket aus Jersey an von October Burns Black. Es ist alles großartige Musik und ich liebe alle erwähnten Bands und Künstler.

Highlight, aber definitiv war das Lauschen von Krysztof Urbanskis Einspielung der Schostakowitsch Sinfonie Nr 5 gewesen. Bei dieser Musik geht mir das Herz auf. Das ist Drama pur. Das ist – keine Ahnung – Symphonic Metal. Für mich ist es die perfekte Musik zur Entspannung, weil ich mich so sehr beim Lauschen auf alle Ebenen der Musik konzentrieren muss, dass ich Alltag, Arbeit, Schmerzen vergessen kann.

Gelesen habe ich auch ein paar Bücher:

Buch Nr 9: MICHEL FABER “Hundertneunundneunzig Stufen”Ich habe das Buch anno dazumal … ich glaub 2014 im Herbst in Whitby in der englischen Variante gekauft und angefangen zu lesen, aber es hatte mich damals gar nicht so richtig gepackt. Jetzt auf Deutsch flutschte es.
Ja, es hat Züge von moderner Schauerliteratur, aber andererseits auch wieder nicht.
Wir begegnen einer Archäologin, die Albträume seit ihrem Unfall in Bosnien hat (wo sie ihren damaligen Freund – einem Journalisten begleitete … zu Kriegszeiten, sie verlor in einem Unfall ein Bein und er wurde von Heckenschützen umgebracht …. irgendwie ist mir der Plotfakt zu platt – egal). In Whitby werden die Albträume aber anders als sie vorher waren. Um zu ihrer Arbeit zu kommen, der Grabungsstätte bei der Abbey St. Hilda, muss sie die 199 Stufen zum Berg hinauf und da lernt sie Magnus mit seinem Hund kennen. Magnus ist nur kurz in Whitby, er kümmert sich um den Nachlass seines Vaters und seine Abschlussarbeit für die Uni. Im Nachlass findet er eine Flasche mit einer Papierrolle … datiert auf 1788. Sian, so der Name der Protagonistin, hilft Magnus dies zu entschlüsseln… Es geht um Glauben, Umgang mit Toten/Gestorbenen, Trauer, Friedhofskultur, Respekt und Urängsten. Das Buch tat nicht weh, aber da ich in Whitby nicht nur einmal war, war es schon recht witzig gedanklich da langzulaufen UND NEIN, das indische Restaurant am Bahnhof ist nicht toll. Es ist gruselig. Schlechter Service und es gibt Mangolassi mit Eiswürfeln drin. Unter anderem.

Buch Nr 10: ANIKA DECKER “Wir von der anderen Seite” – Ich musste dieses Buch abbrechen. So leid es mir tat. Es war ein Geburtstagsgeschenk, aber meine Schwester hat gesagt, sie möchte nicht. dass sich meine Nägel aufrollen!
Der Humor ist gar nicht meiner und überhaupt … ich mag keine Krankenhaus / jemand wird gesund gepflegt (in dem Fall die Protagonistin) Story. Ich habe Feierabend.

Nich beendet, aber fleißig am Lesen ist immer noch mein Kurzgeschichtenband “Über den Feldern” mit Geschichten über den 1. Weltkrieg. Dazu gleich die Frage: Sollte ich mir 1917 im Kino anschauen? Ich bin ja kein Kinogänger. Außerdem lese ich ganz beherzt in der Biografie über Moonspell.

Es kommen in der kommenden Woche noch mehr neue Bücher hinzu und ich werde endlich wieder Live Musik mir anschauen. Am Donnerstag freu ich mich auf das THE FOREIGN RESORT Konzert (mit dem Support Golden Apes) und am Samstag gehe ich mit Mr T in die Staatsoper für das Hamburg Ballett und den “Bernstein Dances”. Wir beide haben schon so lange kein Ballett mehr gesehen. Also habe ich es Mr T zu Weihnachten geschenkt. Ich freue mich richtig darauf.

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Gekauft bzw. frisch in meiner Bibliothek habe ich:
Neu 5: MICHEL FABER “Hundertneunundneunzig Stufen” (für 1 Euro im modernen Antiquariat)
Neu 6: CRAIG DYER “The Devil in me & in all the rest” (für 10 Euro direkt bei The Underground Youth gekauft)
Neu 7: AL BERTO “Salz” Lyrik
Neu 8: AL BERTO  “Garten der Flammen” Lyrik
Neu 9: AL BERTO “Mondwechsel” Bertos einziger veröffentlichter Roman.
Nebenher erfuhr ich, dass Portugal in diesem Jahr Schwerpunktthema auf der Leipziger Buchmesse ist und ich wundere mich noch, warum so viele Portugiesen plötzlich übersetzt auf dem Deutschen Buchmarkt zu finden sind. Wenn Dein eigenes Interesse Dich mit einem Trend überholt.