Rimini [Sonja Heiss]

Okay, ihr wolltet einen Verriss, ihr bekommt einen Verriss. Ich wollte dies eigentlich stillschweigend aussortieren dieses Buch, aber irgendwie ist noch nicht alles gesagt. Halten wir zur Statistik fest, dass ich das Buch zu Ende gelesen habe. Die meisten schlechten Bücher breche ich einfach ab, aber dies habe ich zu Ende gelesen. Das lag daran, dass die sprachlichen Mittel und der Schreibstil es wenigstens gerettet hatten. Ich konnte es lesen. Das Buch hat aber einen großen Fehler, diese wirklich abstruse Story und die megamäßig unsympathischen Charaktere, die man jede Seite lang in dem Buch einfach nur schütteln möchte.

Aber fangen wir von vorn an, dieses Buch zu betrachten.
Dieses Buch wurde 2017 veröffentlicht bei Kiepenheuer & Witsch. Ich habe sogar eine Erstauflage. Das Buch wurde gekauft, im Vorhaben mehr Frauen zu lesen und vor allen deutschschreibenden Frauen mehr Aufmerksamkeit zu schenken. Ja, ich versuche es immer wieder und ich scheitere aus unterschiedlichsten Gründen immer wieder damit.

„Rimini” ist Sonja Heiss’ erster Roman. 2011 hatte sie bereits einen Erzählband herausgebracht und sie ist neben der Autorentätigkeit auch Regisseurin und hat bereits Filme ins Kino gebracht, die mir bisher nicht untergekommen sind. Ich muss aber zugeben, dass ich kein Kinogänger bin. Alles gut und schön, jungen Autorinnen gebe ich immer eine Chance. Sonja Heiss ist 1976 geboren. Damit erfüllt sie diese Attribute. Sie hat auch ihr schreibendes Handwerk in einer Filmhochschule gelernt, sodass ich davon ausgehen konnte, dass es eine Geschichte zu erzählen gab, die schlüssig ist und die Charaktere hat, die eine Entwicklung jedweder Form nehmen. Ich hatte die Annahme…

In “Rimini” geht es um eine verschrobene, dysfunktionale Familie. Es wird zum größten Teil die Geschichte von Hans erzählt, der erfolgreich ist, eine Ehe führt, Kinder hat und der zwischenzeitlich so richtig austickt und auf Grund dessen seine Ehe am seidenen Faden hängt. Er begibt sich im Buch in Psychotherapie und weil das nicht reicht, verfolgt er auch seine Therapeutin in ihr Privatleben. Der Mann hat richtig einen am Laufen! Er ist richtig unsympathisch. Da ist keine Entwicklung bei ihm zu sehen. Er ist ein schwanzgesteuerter Kerl, dem alles egal zu sein scheint. Ein widerlicher Kerl, bei dem ich aus Frauensicht schon längst das Weite gesucht hätte. Ach ja, nicht zu vergessen der unsympathische Typ lebt mit seiner Familie in Jena. Ein absoluter Place to be.


Die zweite Geschichte, ist die der Masha, die 39 Jahre alt ist, Single und dazu hat sie noch diese sogenannte Torschlusspanik. Sie möchte auf Gedeih und Verderb schwanger werden. Ihre On Off Beziehung zu Georg ist nicht so das Wahre. Georg ist dieser Kumpeltyp. Ich an seiner Stelle würde auch nichts Festes mit dieser kranken Person anfangen. Weil Georg sich mehr oder weniger sträubt Vater zu werden, vögelt sich Masha im wahrsten Sinne des Wortes während des gesamten Buches durch die Männerwelt, bis sie schwanger ist. Und jetzt SPOILER … am Ende ist sie schwanger, aber da sie keine funktionierende Beziehung hat, möchte sie das Kind nicht und will dies abtreiben lassen. Sag mal, geht es noch? Was ist an dieser Lady kaputt gegangen? Wer kann sich diesen Plot ausdenken? Das ist schlimmer als in einer TV Soap. Soviel vereinter Dünnsinn geht gar nicht. Diese unsympathischen, komplett nicht rational denkenden Menschen, sind die Sorte von Menschen, mit denen ich nichts zu tun haben möchte. Sie sind toxisch auf mehreren Ebenen.

Zur Krönung dann kommt zusätzlich noch die Darstellung der Ehe, der Eltern von Masha und Hans. Das ist dann der Gipfel an all dessem. Hat irgendwer, der das Buch gelesen hat, die Geschichte mit dem Wellensittich verstanden? Ich nicht. Ich glaub an dem Buch muss man nichts verstehen.
“Rimini” als Ort wird nur ein einziges Mal im Buch erwähnt. Im Zusammenhang als Erinnerung an den gemeinsamen Italienurlaub. Damals war noch alles heil. Aber dies hilft nicht als Heilsbringer für die Charaktere. Sie können sich noch nicht einmal festhalten an dieser Erinnerung und etwas gutes daran finden.

Es gibt wie gesagt nur eine Sache, die ich dem Buch abgewinnen konnte. Der Schreibstil und die Charakterdarstellung der Figuren ist so perfekt unsympathisch flott geschrieben, dass ich das Buch nicht weggelegt habe. Ich wollte nur schnell damit fertig werden. Als Charakterstudie für Personen, die einen an der Waffel haben, taugt das Buch was, aber ansonsten ist es durchgefallen. Tut mir leid.

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