Montagsauslese 1 / 2020

Monatsrückblicke finde ich anstrengend und halte ich nicht durch und sind zudem meist sehr unübersichtlich für mich, deswegen möchte ich mal schauen, ob ich das schaffe über meine Bücher des Jahres durchgehend kurz was zu schreiben in Wochenabstand … Deswegen ab sofort hier … jeden Montag.

folgende Bücher habe ich beendet:

Buch 1: ROBERT WALSER “Maler, Poet und Dame” Aufsätze über Kunst und Künstler: Abgesehen davon, dass ich mich beim Kauf verlesen hatte und Martin Walser glaubte, gekauft zu haben, waren die Aufsätze recht unterhaltsam mindestens zur Hälfte. Diese großen Ausschweifungen über Goethe und Schiller hätte es für mich nicht gebraucht, aber die Lobhudelei zu Dickens, Hauffs Märchen und Onkel Toms Hütte fand ich ganz toll.

Buch 2: WASSILY KANDINSKY “Vergessenes Oval”: Das ist Lyrik von Kandinsky aus seinem Nachlass … ein bissl zu schräg für mich. Also zu dadaistisch und / oder / bzw. auch substantivistisch geprägtes Kauderwelch. Ich bin ja durchaus sehr empfänglich für metaphysische Sachen, aber beim Kandinsky bin ich ausgestiegen. Trotzdem ein schönes Buch, wegen der Illustrationen und weil es eben was ist, was man erst entdecken muss. Aber KEINE AHNUNG, ob ich noch einen weiteren Kandinsky je lesen mag.

IMG_8018.JPG

Buch 3: JOSÉ LÚIS PEIXOTO “Das Haus im Dunkel”: Mein bisheriges Highlight des frischen Jahres 2020. Dieses Buch ist so dermaßen brutal und poetisch gleichzeitig, dass ich erst nichts damit anfangen konnte und ab dem dritten Kapitel ich es nicht mehr aus den Händen legen wollte. Es ist für meine Interpretation eine Metapher auf die Verrohung der Welt und Verstümmelung der Gefühle und die Machtlosigkeit Liebe, Fürsorge und Wertschätzung für Mitmenschen und Mittiere in der heutigen Zeit zu zeigen. Auch wenn ich das Buch schon vor 3 Tagen beendet habe, so beschäftigt es mich nach wie vor. Dazu demnächst mehr in einer “Einzelbesprechung”.

Buch 4: DANIEL MENDELSOHN “Eine Odyssee – Mein Vater, ein Epos und ich”: Kann ich bitte jetzt auf der Stelle meine Odyssee rauskramen und sie noch mal zusammen mit diesem Buch lesen?! Es macht soviel Sinn jetzt im Nachhinein betrachtet. Ich hätte mir für manch anderes Heldenepos so eine leicht bekömmliche Handreichung (schon zu Schulzeiten) gewünscht. Also für alle, die Homers Odyssee noch nicht gelesen haben, legt Euch dieses Buch daneben.

Buch 5: FLORANT SILLORAY “CAPA – Die Wahrheit ist das beste Bild”: Ich bekam dieses Buch geschenkt, weil ich Graphic Novels mag und auch desöfteren biografisches lese. ABER, über Capa habe ich bereits schon einen richtig guten Roman im vorletzten Jahr gelesen und irgendwie stellte ich fest, gibt die Graphic Novel leider nicht viel Neues her. Passend fand ich, dass die Panels im “Reporterstil” sind, aber das macht die Lesart auch auf Dauer etwas ermüdend, weil langweilig und nicht packend. Es ist leider nur eine reine Faktenaneinanderreihung.

Buch 6: OLGA TOKARCZUK “Unrast”: Ich bin noch ganz ergriffen von dem episodenhaften rastlosen Roman. Notiz an alle Freunde … ihr dürft mir Tokarczuk Romane schenken. Ich kauf nichts nach. Das überlasse ich Euch.

Buch 7: TARJEI VESAAS “Das Eis-Schloss”: Dieses Buch ist ein totales Winterbuch. Es ist voller Kälte und gleichzeitig Warmherzigkeit. Ein Kind, was ein nicht genauer beschriebenes Schicksal erfahren hat, kommt neu in einen Ort und dann verschwindet dieses Kind. Das Dorf sucht nach ihr … mehr ist es eigentlich nicht, aber es ist wunderschön geschrieben.

folgendes Buch habe ich abgebrochen

Buch 8: VICTOR POUCHET “Warum die Vögel sterben”: Ich bin auf Seite 89 fertig mit dem Buch. Ich möchte keine Flusskreuzfahrtsreise mit komischen Typen an Bord lesen. Ich möchte nicht lesen, wie ein Kerl … in dem Falle der Protagonist, einer Frau, die er scheinbar mag, als Kompliment “Du bist so schön, wie das Leuchten eines AKWs in der Nacht” sagt. Was für ein elender unsympathischer Romantiker. Ich habe diesen komischen Pianisten schon jetzt gefressen … und ehrlich gesagt, will ich NICHTS zu dem Vater des Protagonisten mehr wissen (noch gab es da nicht viel zu lesen UND ich glaub auch nicht, dass dieses Buch noch irgendetwas zum Thema des Grundes für das Vogelsterben ans Licht führt. Es interessiert mich nicht. Ich habe kein Problem mit langsamen Erzähltempo, aber mit Typen, die mir unsympathisch sind ohne Ende, wo die Story irgendwie ins Nichts zu führen scheint, mag ich nichts anfangen. Ich wollte echt dieses dünne Buch fertig lesen und dem Romandebütanten ne Chance geben, aber der eine Stern ist nur für die schönen Illustrationen der Piepmätze auf dem Schutzumschlag.

Ansonsten …
ich habe 6 Bücher zum Geburtstag geschenkt bekommen, davon bereits 3 gelesen.
Die anderen drei sind:
NEU 1: JOHAN HARSTAD “Max, Micha und die Tet-Offensive”
NEU 2: THOMAS PLETZINGER “The Great Nowitzki”
NEU 3: ANIKA DECKER “Wir von der anderen Seite”
und heute noch dazu geschenkt
NEU 4: RICARDO S. AMORIM “Wolves who were men – the history of Moonspell”

und der innige Wunsch neben Büchern, die ich neu anfange zu lesen den Stapel an angefangenen Essaybänden und Sachbüchern etwas zu verringern. Es ist bei mir etwas im Jahr 2019 ausgeartet.

Meine erste unvollständige Lesewoche fand ich ganz anständig. Das kann so weitergehen.

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out /  Change )

Google photo

You are commenting using your Google account. Log Out /  Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out /  Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out /  Change )

Connecting to %s