Kein wirklicher Literaturrückblick 2019

Moin, ich habe dieses Jahr keinen wirklichen Literaturrückblick. Ich habe nicht wirklich “viel” gelesen Es waren bisher “nur” 80 Bücher. Das ist für meine Verhältnisse wenig, aber ich bin dank Bindehautentzündung und den Folgen echt zurück gefallen. Ich habe viele beeindruckende Klassiker gelesen.

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So etwas wie “The Last Journey” von Sir Robert Falcon Scott (und Spoiler Alert: Am Ende stirbt Robert. Das ist so tragisch und traurig). Aber über Scotts letzte Reise … die unvollendete zum Südpol hin und zurück ist einfach schon alles erzählt. Da muss ich nichts zum Buch sagen. Wenn man Tragik, Drama und Mitgefühl eines Captains lesen mag, sollte man zu dem Buch greifen. Wenn nicht, dann lasst es einfach bleiben.

Ich habe drei Bücher von Fernando Pessoa gelesen. Ich huldige diesen  Mann wie einen Gott. Ich kann dazu nichts objektives schreiben. Es ist mir völlig fremd dies zu tun. Ich liebe seine Schreibe. Ironisch, sarkastisch, metaphysisch und frustrierend schön. Es ist keine Kost für den Unterhaltungskunstleser. Dazu muss man echt bereit sein. Ich kann das immer.

Ein Highlight war definitiv “Eines Menschen Herz” von William Boyd. Man begleitet einen Mann im 20. Jahrhundert, der alle Scheißsituationen mitnimmt, die man mitnehmen kann als Brite. Es ist ein Jahrhundertroman. Dieses Buch ist der Knaller. Ein aufregender Protagonist. Ein begeisternder Schreibstil (Tagebuchform). Eine beeindruckende Storyline. Witz. Tragik. Alles drin, was ich von einem Buch verlange.

Dann las ich noch das beeindruckende Debut von Philipp Weiss “Am Weltenrand sitzen die Menschen und lachen”. Zu dem Buch fällt mir nichts weiter ein als EPIK in 5 Bänden. 5 verschiedene Schreibstile, 5 verschiedene Settings, 5 verschiedene Protagonisten, die 1 GANZES machen. Das als Debut auf den Markt zu schicken, ist sportlich und mutig und gebürt meiner Ehrerweisung.

Furchtbar fand ich Kristin Hannah “Liebe und Verderben”. Enttäuschend fand ich Michael Köhlmeier “Bruder und Schwester Lenobel”. Amüsant fand ich Friedrich Hebbel “Poesie der Idee”. Gruselig fand ich “Konzentrationslager Dokument F321”. Nachwirkend fand ich Naomi Alderman “Die Gabe” und Jennifer Clement “Gun Love”. Absolut bereichernd fand ich Charles Baudelaire “Le Spleen de Paris”. Bildungslücke schließend fand ich “End of Empire” von David P. Chandler. Lebenserleichternd fand ich “Wie man ein Buch liest” von Mortimer J. Adler. UND Zeit erfüllend fand ich “Der Spaß an der Sache” von David Foster Wallace. Am Allerschönsten fand ich Neil Gaiman “Snow, Glass, Apples”. Fragen aufwerfend war “Sabrina” von Nick Drnaso.

Also allgemein zusammen fassend … das Jahr war zwar nicht arg gefüllt, aber durchaus breit gefächert an Lektüre. Ich freu mich auf 2020.