Ein Blick zurück … musikalisch [2019]

MEIST ROTIERTE ALBEN 2019

1 SWALLOW THE SUN “When a shadow is forced into the light”
Dieses Album hat mir nicht nur die Schuhe ausgezogen und mich instantly zum Heulen gebracht. Nein, dieses Album beschäftigt mich nach wie vor mit jedem neuen Hören wieder und wieder. So etwas Vielschichtiges und Vollkommenes in einem Guss habe ich tatsächlich seit Jahren nicht mehr gehört. Auch live überzeugt mich das neue Werk meiner Lieblingsfinnen sehr. Doomiger, erdig, luftig, fluffig, melodisch und getragener geht nicht mehr in Vollendung. Manche mögen sagen, dass das Mädchenmusik ist, aber das ist mir egal. Ich habe bei Konzerten sehr viele Männer gesehen, die beim Hören und Performen der Musik sehr emotional wurden. Selbst das Mitschleppen der Altpunkfreunde aus UK damals in Hamburg war imposant. Zitat: “Growling ist zwar nicht so unser Ding, abr das passt. Ich müsste eigentlich auch Swallow the Sun zu den Konzerthighlights mit auflisten, ABER es gab so viele Highlights. Das Highlight 2020 wird eh Swallow the Sun sein, deswegen spare ich mir die Erwähnung der drei besuchten STS Konzerte (Hamburg, Flensburg und Hannover), die alle großes Kino waren und die mich zum Weinen brachten. So schön waren die. ” Lieblingslied des Albums “Stone Wings”

2 SOMETIME THE WOLF. “From here and earth”
Diese Briten habe ich 2018 beim Goth City Festival in Leeds live gesehen und habe damals umgehend die EP Forsaken gekauft. Die Liveperformance hatte mich damals umgehauen. Sometime the Wolf. klingen wie die Abgesandten aus den 80ern, nur mit einer Portion Frische. Wer auf altgediegenen Gotenrock steht, der mit einer Prise Patros gut klar kommt, ist hier bestens bedient. Großartig produziert. Voller Hymnen. Genau das Richtige für mich, die es gern etwas fetter, breitgetretener und epischer mag, als überhaupt erlaubt sei. Lieblingslied des Albums “Ashes”

3. ALCEST “Spiritual Instinct”
Die Lieblingsfranzosen sind wieder härter geworden. Sehr zu meiner Freude. Es geht nichts über blackmetallische gazige Melodeien, die Neige mit engelsgleichem Blick und teils klar, teils schreiend growlender Stimme uns dahin schmettert. Das kann ich vollkommen gut haben. Kodama war sehr catchy gewesen, aber ich liebe es auch durchaus beim Hören von Musikwerken mehr gefordert zu werden. Dies wird mit Spiritual Instinct erfüllt. Lieblingslied des Albums “L’île des morts”

4. AEONIAN SORROW “Into The Eternity A Moment We Are”
Diese Band war der überzeugendste Support in diesem Jahr bei einem Konzert gewesen. Doom-Goth-Metal, der primstens mit einer Lady an den Vocals ist, die singt wie eine Göttin und nicht dieses obernervige hochfrequentige Zeugs, was keiner mehr hören mag. Die Lady singt in Alt und Aeonian Sorrow haben die Gelassenheit und die Fähigkeit die Langsamkeit im Metal zur Vollendung zu zelebrieren. Dazu die düsteren Growls … das ist soooo schön. Dazu sind sie allesamt super sympathische Menschen. P.S.: Das Album ist 2018 schon rausgekommen, aber da ich die Band erst 2019 kennenlernte und die meisten Songs auf dem Set vom aktuellsten Album kamen, zählt dies als ein 2019 Album. Song des Albums: “Thanatos Kyrie”

5. THE FOREIGN RESORT “Outnumbered”
Diese Dänen machen mächtig Spaß. Nüchtern betrachtet, ebenso wie angetüdert. Dies postpunkgothrockige Dreiergespann drückt mächtig nach vorn und ist live eine Wucht. Es klingt manchmal echt reudig, aber auf ganz harmonische Weise. Mikkels Gesang muss man mögen, aber das “Leiden” in der Stimme passt wie Faust aufs Auge bei den Songs. Anspieltipp: “Outnumbered”


DIE IMPOSANTESTEN KONZERTE 2019

1 MOONSPELL in Viana do Castelo
Ja, irgendwie Wiederholungstäterin. Dieser Besuch in Portugal war aufgrund schwerster Sehnsucht nach Portugal und Moonspell und NU:N (die wir zum Gelage ein Tag vor dem Konzert trafen) indiziert. Das Konzert fand im am  6. Juli 2019 in der Mehrzweckhalle in Viana do Castelo statt. Die Tickets hatten wir am Vorverkaufsstarttag online gekauft. Praktischerweise war die Seite nur in Portugiesisch lesbar. Aber irgendwie hat alles funktioniert. Praktischerweise haben wir auch das Hotel in Laufweite gebucht. Das Konzert war sehr putzig. Einlass war um 21:30 Uhr. Es spielten nur Moonspell auf. Es gab kein Bier in der Halle. IMG_5067

Aber ich hatte damit weniger Probleme als Mr T. Das Konzertpublikum war einerseits deutlich jünger als im Rest Europa und andererseits hatte es starken Anflug von Familienhappening. Wenn man sagt, dass der Prophet im eigenen Lande nichts taugt, aber in Viana do Castelo hat das schon funktioniert und das Set war ein 1755 + Gassenhauer Set. Ich mag die Portugalkonzerte von Moonspell sehr. Ich habe immer das Gefühl, dass die Jungs “zu Hause” anders auf der Bühne stehen. Ich mag diese sehr entspannten Leute im Publikum. Ich kann mich zwar wahrscheinlich nie an späte Einlasszeiten gewöhnen, aber nun ja, da muss man durch. Für Moonspell mach ich fast alles … Ganz nebenbei die Herbst/Winter Headliner Tour der Jungs war episch.

2 THEN COMES SILENCE & TRUE MOON in Hamburg (August 2019)
Then Comes Silence und True Moon spielten bereits einen Tag vor dem Konzert im Molotow auf einer privaten Party in Hamburg, die sensationell war, aber der Abend im Molotow war großartig. IMG_5475Zum Einen kannte ich dann schon True Moon und zum Anderen hatte ich aufgrund der Privatparty schon die passende V Null für den Abend. Die Stimmung war bestens. Die Besucher tiefenentspannt (weil sie alle auf das Mera Luna verzichteten, was an diesem Wochenende stattfand) und die Bands waren eingespielt. Der Sound im Molotow war sensationell. Das Portemonnaie saß locker, sodass TRUE MOON nicht viel Merch zurück nach Schweden wieder einpacken mussten. Besonders schön fand ich das Duett “Ritual” mit Alex und Karolina. Ebenso bemerkenswert war das TCS Konzert in Hannover am 29.11. zusammen mit The Foreign Resort und di: unru.

62442616_2818832374793690_7330648239487582208_o3 OCTOBER BURNS BLACK – WGT in Leipzig
Dieses Konzert hat sich durch technische Höchstschwierigkeiten in kuscheliger Atmosphäre mit Stuntgitarristen (altem Freund) ausgezeichnet. Es war ein Riesenhallo von jeder Seite im Täubchenthal und auch schon zuvor, denn Mr T und ich hatten sich bereit erklärt die Lady vom Stuntgitarristen unfallfrei zum Hotel zu eskortieren, vor dem Konzert und wir trafen uns allesamt noch am Hotel. Man versuchte einzuordnen warum diese Menschen uns kennen und inwiefern wie lange wir im inner circle vom Gitarristen und auch Schlagzeuger und auch anderen Bands, die ebenso im Hotel waren herumkreuchten. Es war wirklich sehr putzig, diese Situation. October Burns Black überzeugten auf voller Spur, auch ohne Monitorsound. Ich war auch sehr sehr glücklich dem Schlagzeuger des Vertrauens die obligatorischen Schoka-Kola Packungen zu überreichen. Weil ja alle wissen: “No Schoka Kola – no show”. Das WGT an sich war nach dem Konzert weniger konzertlastig, da wir kaum Bands sahen, sondern zu einem echten Socializing Hardcoretrip ausartete bei interessanten Außentemperaturen. Bemerkenswert und wunderschön noch zu erwähnen wären die Liveperformances von Human Tetris und The Foreign Resort am letzten Abend.

4 LA CENERENTOLA – im Alleetheater Hamburg
Ich muss diese Operninszenierung erwähnen, weil sie das beste gegen den Strich gebürstetste Opernerlebnis des Jahres war. Inklusive Mr Ts Bühnendebut. Die Aschenputtelstory wurde in die Location einer Raucherkneipe und eines Yoga – Fitness – Guru – Tempels verlegt. Die Stiefschwestern waren echte “bitches” mit Tics. Der Vater von Cenerentola leidete an Narkolepsie und der Prinz war der “Yogaprinz”. Schräger kann man das Ganze nicht inszenieren. Mr T wurde kurz vor dem Finale auf die Bühne gezerrt und wurde von einer der Stiefschwestern inspiziert, ob er als Ersatz für den nicht erlangten Yogaprinz herhalten könne. Das war schon recht lustig. Mr T hat super mitgespielt. Zitat: Hauptsache ich muss nicht mitsingen. Abgesehen von der tollen Inszenierung muss ich es stets wiederholen. Die Sänger der Kammeroper haben alle ein echtes Goldkehlchen. Für Opernneulinge sind die auf das Wesentliche zurecht gestutzten Opern echte Einstiegssachen. Auch sehr toll war die konzertante Aufführung des Barbier von Sevilla in der Kammeroper mit der Hochschule für Musik HH & Lübeck mit Sängern, die mühelos die italienische Partitur runtersangen.

5 MINICAVE Festival in Münster
IMG_6003Es war mein erstes Minicave und Mr T und ich hatten es schon irgendwie auf der Watchlist gehabt, aber dieses Jahr hatten wir es uns tatsächlich auf den Zettel geschrieben, da das Sacrosanct in Reading, UK nicht mehr ist. Es fehlte also der passende Ersatz.

Zwei Tage gab es ordentlich Musik auf die Ohren. Mr T und ich haben nur 1 Band “geschwänzt”, weil da das Interesse Null war und 1 Band haben wir in der Performance unterdurchschnittlich gefunden, aber das ist unsere EIGENE Meinung. Wir haben jedenfalls beschlossen nach dem Minicave nie wieder Traitrs live anzuschauen. Die Scheiben sind toll, aber live ist es für uns eine Zumutung. WAS ALLERDINGS richtig toll war, waren für uns die Neuentdeckungen Ben Bloodygrave, Varsovie, Stockhausen. Ganz großes Kino, tolle Liveperformance, richtig tolle Menschen. Date at Midnight waren so toll, wie ich sie in Erinnerung hatte (das erste Mal live beim Sacrosanct vor mehreren Jahren gesehen).

IMG_6202The Foreign Resort waren sehr lustig, was auch irgendwie eine stets zutreffende Beschreibung ihrer Livekunst ist. Das schreit jedenfalls sehr nach mehr. MINICAVE 2020 ist fest im Tourplan bei uns verankert und vorgemerkt.
Desweiteren war ich auch noch bei der Goth Rock Trinity in Hamburg auf der MS Stubnitz mit Age of Heaven, Still Patient? und WISBORG was sehr schön war, jedoch viel zu schlecht besucht. UND wir waren in Leeds zum zweiten Mal beim Goth City Fest. Ein Festival. Ein großes Fest mit The Last Cry, Auger, Red Sun Revival. Ich hatte jedenfalls derbe viel Spaß, auch wenn ich da krank anreiste.