Im Zeichen des Virus’ #WGT2017 Rückblick – Teil 2

Der Freitag 2. Juni 2017 begann mit dem losen Plan zum Heidnischen Dorf zu fahren und in der Agra Markthalle shoppen zu gehen. Ich bin aufgewacht mit epochalen Schmerzen in meinen Handgelenken beidseitig. Sie waren so stark, dass mir Mr T beim Anziehen helfen musste. Zum Frühstück aß ich auch kein Brötchen, weil ich dafür hätte das Messer benutzen müssen … was ich nicht konnte. Ich aß also Bircher Müsli und trank meinen Tee, schnabbulierte ein bisschen Rührei, damit ich ein bisschen in die Gänge kam. Funktionierte auch recht gut. Wir putzten uns ein wenig heraus und liefen zum Wilhelm-Leuschner Platz. Die nächste Schwarze Tram in Richtung Markleeberg war zudem mit unseren zwei Freunden aus Australien besetzt, die wir sofort fanden und uns deren Reise ins Heidnische Dorf anschlossen.

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Ich war sehr entzückt und positiv erfreut, dass die Marktstände im Heidnischen Dorf tatsächlich wieder schwärzer geworden sind im Angebot. Die Hippiesamtklamotten waren nicht mehr zu sehen. Das fand ich sehr gut. Nach einem Rundblick über das Gelände stellten wir uns die Bierbankgarnitur in den Schatten und es wurde ein sehr entspanntes Meet and Greet unter Freunden der UK Szene und uns getätigt. Es wurde geplauscht über die aktuellen Dinge des letzten Jahres, wo man sich nicht getroffen hat und das gut mit Getränken untersetzt … wie Rhabarber Federweißer. Ich find das Zeug ja eher semiprickelnd, aber meinen Aroniawein fand dafür bei den anderen Herzmenschen keinen Anklang. Komisch.

DSCN1773Wir waren bei dem gemütlichen Stelldichein gewesen, als Cuélebre aufspielten. Die waren so gut, dass ich mehrfach vom Platz aufsprang und ich es mir nicht nehmen ließ vor der Bühne etwas herum zu zappeln, sowie ein Album der Kapelle zu kaufen. Dies war tatsächlich nicht nervendes Trötenzeug. Die Band war kompakt auf der Bühne. Man sah und hörte es ihnen an, dass sie dies nicht erst seit gestern machten und dass da tatsächlich Könner am Werk waren. Das fand ich wirklich sehr erfreulich, denn die hatte ich zuvor noch nicht auf dem Zettel gehabt.

Danach drehten Mr T und ich zusammen mit unseren UK Freunden eine beschwingte Runde über die Shoppingmeile der Agra Halle und erwarben einen Zylinder für mich, einen Zweispitz, sowie vintage Knöpfe für den Herren, sowie drei Bücher für mich. Es waren übrigens die einzigen Bücher, die ich in Leipzig kaufte. Drei Märchenadaptionen. Einmal von Luci van Org “Schneewittchen und die Kunst des Tötens”, eine moderne Geschichte mit BDSM Figuren und schrägen Persönlichkeiten. Und dann kaufte ich noch zwei Alice im Wunderland Adaptionen, die ich in absehbarer Zeit hier auf dem Blog genauer vorstellen werde. Nach der erschöpfenden Einkaufsrunde, grübelten wir über den Veranstaltungsschlachtplan. Manch einer hatte schon Hunger und andere hatten Durst, viel Durst.

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Mr T und ich entschieden uns dann zügig zurück in die Stadt zu begeben. Ich wünschte unbedingt Aeon Sable, BFG und Whispers in the Shadow im Felsenkeller zu sehen und da dies so der einzige Veranstaltungsort für Oldschool am Freitag war, befürchteten wir, dass es da warm, voll und stickig werden würde. … War dann auch so. LEIDER.

Mr T und ich sahen nur noch die letzten drei vier Lieder von Aeon Sable, aber diese waren sehr gut. Im Felsenkeller trafen wir eine Menge an Menschen aus unserem Freundeskreis, die wir dann das gesamte restliche WGT nicht mehr antrafen (also ein Klassiker) und ich wollte wirklich durchhalten bis Whispers in the Shadow, aber mein Kreislauf hat nach der Hälfte des zugegebenermaßen genialen Sets von BFG gesagt, “Schluss jetzt, ich muss raus.” Mr T ging es auch nicht sehr gut, warum das erfuhr ich dann knapp drei Stunden später.

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Aeon Sable @ Felsenkeller 2.Juni 2017

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BFG @ Felsenkeller 2. Juni 2017

Wir flüchteten aus der Fieberbaracke Felsenkeller und fuhren zurück zum Hotel, wo wir uns frisch machten und der Empfehlung eines Freundes annahmen, der meinte, man müsse sich Sinistro anschauen. Die seien gut. Sinistro spielten an dem Freitag Abend als Rausschmeißer im Kohlrabizirkus und bevor wir komplett schlapp machten und uns gar nichts mehr einfiel und keiner mehr mit uns spielen wollten, fuhren wir zum Kohlrabizirkus für Sinistro aus Portugal. Feinster Doom mit einer bezaubernden Dame als Sängerin und erst nach dem Treffen fiel mir auf, dass Sinistro zusammen mit Pallbearer die kommende Paradise Lost Tour supporten werden … ich bin entzückt. SINISTRO waren für mich eine totale Entdeckung. Ich bin echt verliebt. Der komplette Backkatalog wurde am Abend des Konzertes gekauft. Umwerfendes schweres düsteres getragenes episches Metall, was mein Herz zum Schwingen bringt (und die Tränendrüsen auch.) Die Bühnenpräsenz war der absolute Hammer.

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SINISTRO @ Kohlrabizirkus 2. Juni 2017

Nach Sinistro waren wir eigentlich schon voll im Eimer, mein jugendlicher Leichtsinn überredete Mr T mit Zwischenstopp im Hotel noch zum Mitternachtsspecial von Amanda Palmer & Edward Ka-Spel in der Agra Halle, weit nach Mitternacht. Jedoch als wir an der Agra ankamen, war klar, dass Mr T es nicht bis in die Halle schaffen würde. Ihm war richtig elend. Er wusste nicht wovon. Aber nachdem er nur Galle wiederholt in die Büsche sich erbrach, trat er unverrichteter Dinge den Heimweg ohne mich an. Ich kämpfte mich in die Halle, besorgte mir einen großen Becher mit Wasser und machte zwei drei Belegfotos. Ich wollte aufgrund von großer Erschöpfung schon eher gehen, aber sagte mir. “Nein, du bleibst, weil ein paar von den Ladies, die sich auch zum WGT angekündigt hatten, heute unbedingt bei Amanda auftauchen wollten.” Ich hatte aber keinen Kontakt aufgrund fehlendem smarten Phone … deswegen musste ich warten bis das Konzert fertig war. Leider traf ich keine bekannte Lady mehr … nur einen ebenso enttäuschten UK Kumpel, der wie ich zum selben Schluss kam. Das Set war okay, aber in der Halle, zu dieser Uhrzeit komplett fehl am Platz. Schade.

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Amanda Palmer & Edward Ka-Spel @ Agra Halle 2.Juni 2017

Selbstredend, dass ich nach diesem ersten Tag keinen Elan mehr hatte, auf die Piste zu gehen zum Tanzen oder so. Ich fuhr mit Taxi zurück ins Hotel und schlich mich zu dem kaputten Kater, der schon tief und fest schlief als ich halb drei Uhr Morgens ins Bett fiel.

Der nächste Tag kam in schnellen Schritten und wir kamen da auch nur aus den Betten, weil wir unseren Headliner des Treffens auf dem Zettel hatten.

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5 thoughts on “Im Zeichen des Virus’ #WGT2017 Rückblick – Teil 2

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