Joseph Roth . Hiob [Buchempfehlung]

Der erste Gedanke zum Buch war: “Oh Gott, ich bin sooo ungebildet. Ich benutze zwar den Terminus Hiobsbotschaft und weiß auch um dessen Bedeutung ungefähr, aber eigentlich weiß ich nichts.”

Hiobsbotschaft: der DUDEN sagt “nach der Gestalt des Hiob im Alten Testament, der Schweres zu erdulden hatte; Hiob 1, 14–19”

Und weil ich nicht dumm sterben wollte, nahm ich mir eine amtliche Lutherbibel und blätterte im Alten Testament und las Das Buch Hiob. Dort wird sich mit der Frage beschäftigt, ob das Leid in der Welt einen Sinn hat. In der Geschichte, ist Hiob ein frommer, gottesfürchtiger und wohlhabender Mann, dem es gut geht. Satan trifft Gott und behauptet, dass Hiob nur fromm ist, weil es ihm gut ginge und er fragt Gott, ob er es ihm erlaubt Hiob zu prüfen. Satan nimmt ihm zuerst den Besitz, dann die Kinder und zu allerletzt auch noch seine Gesundheit, doch Hiob widersteht diesen Prüfungen und bleibt gottesfürchtig und fromm. Hiob hält Gott die Treue.

Der zweite Gedanke zum Buch war: Wie schafft es Joseph Roth diese biblische Geschichte in einen modernen Kontext, in diesem Falle die Auswanderungswelle der Juden im frühen 20. Jahrhundert aus dem Schtetl in die USA, zu stecken?! Antwort: Er schafft es sehr gut.

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Über das Buch: Es ist die Geschichte, der Leidensweg, des jüdisch orthodoxen Toralehrers Mendel Singer, aus einem fiktiven Schtetldorf in Russland. Er hat 4 Kinder, zwei ältere Söhne Jonas und Schemarjah, eine Tochter Mirjam und einen jungen Sohn Menuchem, der eine schwere Entwicklungsstörung bekommt mit Epilepsie nach einer Impfung gegen Pocken.
In den Wirren von Kriegstreiberei und Antisemitismus in Russland verliert auch Mendel Singer, erst den Besitz, dann seine Kinder (an den Krieg, an falsche Schwiegersöhne) und dann verlässt er auch noch sein Schtetl, um in New York sein Glück zu finden. Dort wird er allerdings auch geprüft. Mendel Singer wird krank, die Familie zerfällt und Singer ist auf Almosen angewiesen. Einzig und allein und stetig sein Glauben bleibt bestehen. Ohne Ausnahme und ohne wegrücken.

Meine 10 Cents: Dieses Buch ist ein moderner Klassiker. Es ist eine moderne Nacherzählung eines biblischen Textes wenn man es genau nimmt. Roth schreibt in einem sehr berührenden Ton. Man leidet quasi mit dieser im Glauben gefestigten Person Mendel Singer zu jeder Zeile im Buch mit. Ich bin sehr glücklich dieses Buch im gelesenen Zustand in meiner Bibliothek von Klassikern stehen zu wissen.

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