Isabel, Inger-Maria und noch 14 Männer [Lesemonat Juli 2016]

Ich habe im Monat Juli viel gelesen und es hat größtenteils Spaß gemacht. Und ich habe tatsächlich auch gute Bücher gelesen.

Hier gibt es einen kleinen Überblick (chronologisch von letzten zum ersten Buch des Monats):

Gerard Way “The Umbrella Academy – The Apocalypse Suite” mit Illustrationen von Gabriel Bá … eine frische Superhero Geschichte, über 7 Geschwister, die dazu bestimmt sind die Welt zu retten und sich “The Umbrella Academy” bezeichnen. Ein bisschen Steampunkig, viel Krach, boom, bang, kritisch und höchst unterhaltend. Gerard Way, seines Zeichens Sänger der Kapelle My Chemical Romance ist da ein großartiges Ding gelungen. Teil 2 muss ich unbedingt haben.

Neil Gaiman “How to talk to girls at parties” mit Illustrationen von Gabriel Bá … ja, und noch eine Graphic Novel mit Illustrationen von Bá. How to talk to girls at parties ist eine Kurzgeschichte, die bereits in einem Sammelband “Fragile Things” erschienen ist. Es ist eine Geschichte über zwei Jungs im zarten Alter von 15, die auf einer Party Damen ansprechen … wobei der Macho und scheinbar Souveräne, sich vollkommen daneben benimmt und der Schüchterne und Unerfahrene entdeckt, was er mag und nicht mag. Gaiman schafft es seinen Protagonisten Profil zu geben und die Geschichte komplett zu erzählen.

Thomas Meyer “Rechnung über meine Dukaten” ist ein historischer Roman, der im Dunstkreis der langen Kerrle am preußischen Hof zur Zeit des Soldatenkönigs sich abspielt. Es wird aus Sicht eines Soldaten erzählt und es ist höchst unterhaltsam. Zu der Zeit hätte ich nicht leben wollen, zumindest nicht als langer Mann. Meyer lässt den Leser unmittelbar an den Erfahrungen des Protagonisten teilhaben. Man wird in die Geschichte leicht hineingezogen. Es gibt keine überflüssigen Passagen. Es fühlte sich irgendwie an wie Popcornhistorie, die den Zweck der Unterhaltung mehr als gut erfüllt.

Philip Kerr “Die Hand Gottes” … das Buch brach ich ab. Warum weshalb lest ihr in meiner Review.

Kazuto Tatsuta “Reaktor 1 F – Ein Bericht aus Fukushima Teil 2” … diese Graphic Novel ist autobiografisch Tatsuta hat seine Erfahrungen als Teil des Aufräumtrupps nach dem Atomkraftwerksunfall vom 11.März 2011 seine Sicht in Graphic Novel Form niedergeschrieben. Teil 2 fand ich ein bisschen schwächer als Teil 1, da Tatsuta sich sehr oft wiederholt hatte. Whatever, ich warte auch auf Teil 3, welches Anfang 2017 herausgegeben wird. Literarisches Infotainment mag ich trotzalledem.

Cameron Stewart “Sin Titulo” … ist ebenfalls eine Graphic Novel, die sich um das Bild namens “Sin Titulo” dreht und einem Protagonisten, der anfangs “nur” auf den Spuren seiner Familie ist und dann immer mehr sich in einer Geschichte zwischen Traum und Wirklichkeit sich befindet. Die Geschichte ist sehr intelligent geschrieben und äußerst schön illustriert.

Alan Moore “V für Vendetta” … ich habe die komplette Ausgabe gelesen und habe meine Wissenslücke bezüglich dieses Graphic Novel / Comic Klassikers geschlossen. V für Vendetta ist eine heftig politisierende Geschichte und bei den Linernotes von Moore steht geschrieben, dass er die Verfilmung nicht mochte. Ich bin sehr froh, dass ich das Buch deswegen nur kenne. V für Vendetta ist zeitlos aktuell verstörend schön.

Adam Johnson “Nirvana” … dies ist ein Band von Erzählungen, wobei ich nur 3 Erzählungen richtig mochte, das heißt, bei denen ich noch weiß, worum es ging. 😉 Zum Einen die titelgebende Geschichte, bei der die Musik von Nirvana beim Aufwecken einer Komapatientin half, die Geschichte, die in der Gedenkstätte Hohenschönhausen Berlin (Stasi Gefängnis) spielt und die dritte Erzählung, die sich in Nordkorea verortet hat. Johnson konnte mich dabei emotional sehr mitnehmen.

Tim Krohn “Aus dem Leben einer Matratze bester Machart” … dieses Buch ist eine Ansammlung kleiner Geschichten über die Protagonistin – eben der Matratze – über mehrere Jahrzehnte. Das Besondere dabei ist, dass Krohn die Nebendarsteller und deren Begegnung zur Matratze äußerst liebevoll beschreibt und die Sammlung der kurzen Lebensorte der Matratze in der letzten Geschichte den Kreis zur ersten Geschichte schließen lässt. Das fand ich sehr adrett. Es ist ein Buch gewesen, was meine Bus/Zugfahrt zur Arbeit hin und zurück auf sympathische Art und Weise verkürzt hat.

Dirk Bernemann “Satt.Sauber.Sicher” … meine Bildungslücke bezüglich dieses Mannes habe ich auch geschlossen und ich fand es toll. Der Roman ist sein erster. Er zeigt ein Abbild auf die sozialschwache Gesellschaft mit äußerst viel klischeehaft besetzten Charakteren, die alle auf ihre eigene Art und Weise kaputt sind. Bernemann ist dafür bekannt etwas derber zu schreiben und er schert sich auch nicht um die Kritik darüber. Ich find das gut. Man nimmt ihm die schnodderige Sprache ab. Es ist ein ehrlicher Schreibstil.

Abbas Khider “Ohrfeige” … für dieses Buch spreche ich einen Lesebefehl aus.

Sebastian Brant “Das Narrenschiff” … ein Bestseller des Mittelalters. Brant beschreibt in Lyrikform die Gesellschaft des Mittelalters in seinem Umfeld. Die Menschen sind alle Narren. Egal in welcher Art und Weise. Egal welchen Standes oder welcher Religion. Ich fand es großartig.

Boris Friedewald “Maria Sybilla Merians Reise zu den Schmetterlingen” … eine Biografie, über die Dame, die im 16. Jahrhundert ihr Hobby zum Beruf machte, gegen jegliche Konventionen der Zeit. Und nebenher tatsächlich auch unglaublich schöne Illustrationen und Kupferstiche von Schmetterlingen und Raupen machte.

Sydney Padua “The Thrilling Adventures of Lovelace and Babbage” … ein Steampunk Epos, der sich tatsächlich um zwei Menschen dreht, die wirklich existierten Frau Lovelace und Herrn Babbage. Es geht um die Erfindung des ersten Computers. Padua macht jedoch aus den wirklichen Geschehnissen eine sehr temporeiche Geschichte. UND er erklärt in Fußnoten was nachgewiesen geschah bzw. was an der Geschichte verändert wurde. Also man hat zum Einen eine sehr witzige und steampunkige Abenteuergeschichte und zum Anderen Infotainment in echt vielen Fußnoten. Ich liebe Fußnotenbücher. Das Buch hat einen Ehrenplatz im Graphic Novel Regal.

Isabel Bogdan “Der Pfau” … eine wunderschöne witzige Geschichte, die in Schottland spielt und sich um die Führungsetage einer Bank bei einem Teamfindungsseminar am Wochenende in einem Cottage dreht. Der Pfau ist dabei der Dreh- und Angelpunkt, der die Geschichte am Leben hält. Sehr putziges Lesevergnügen. Ich habe zwischenzeitlich sehr oft herzlich lachen müssen.

Inger-Maria Mahlke “Wie ihr wollt” … ist auch ein Buch mit Lesebefehl.

Und was habt ihr so gelesen?! Ich bin nicht unzufrieden mit dieser fetten Ausbeute. Ich gebe zu, dass es viele Graphic Novels waren, aber ich kann zur Zeit keine langen Romane lesen. Ich schaffe das rein emotional nicht, ich muss dafür “ausgeschlafener” und ruhiger drauf sein. Das geht zur Zeit nicht. Aber mein Stapel an ungelesenen Sachen gibt ja glücklicherweise so einiges her.

 

 

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