Alte Sachen [Buchempfehlung]

Ich habe im letzten Monat bei meinem Drogendealer erster Wahl – sprich Cohen + Dobernigg mal wieder in den Perlen des Monats herum gestöbert und da lag von Markus Flohr “Alte Sachen”. Ein äußerlich hübsches Buch, in Leinen gebunden, mit Lesebändchen und viel Liebe eben. “Alte Sachen” ist ein Debütroman. Ich erinnere mich, dass ich das Buch auf dem Ausflug an einem freien Arbeitstag bei gleißendem Sonnenschein in die KZ Gedenkstätte Neuengamme mir mitnahm und ich das Buch auf dem Weg dahin nicht aus der Hand legen wollte.

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Autor: Markus Flohr
Titel: Alte Sachen
erschienen bei: Kindler 22.01.2016
mit 496 Seiten
ISBN: 978-3-463-40653-4

Über das Buch: Eine Geschichte die in Berlin beginnt. Im heutigen Berlin. Kurz nach dem Abitur weiß Rieke nichts mit sich anzufangen und strömert durch die Stadt und will im Gegensatz zu ihren Freunden auf Party und Exzessen verzichten. Dabei stößt sie auf Lior in Kreuzberg. Sie wird früh genug erfahren, dass er etwas zu verbergen hat und ebenso früh wird sie sich auf die gleiche Spurensuche begeben, wie er selbst. Nämlich auf die der deutsch-jüdischen Familie Rettig, die vor dem Ausbruch des 2. Weltkriegs ein Mantelgeschäft in Kreuzberg besaß. Was Lior damit zu tun hat und warum er plötzlich verschwindet, das versucht Rieke zu ergründen.

Über den Autoren: Markus Flohr hat mit “Alte Sachen” seinen ersten Roman veröffentlicht. Er wurde 1980 in Hannover geboren. Er ist Journalist. Er hat Geschichte in Hamburg und Jerusalem studiert. Er besuchte zudem die Henri Nannen Schule in Hamburg und arbeitete unter anderem für Spiegel Online und Die Zeit. Flohr lebt in Hamburg und er unterrichtet mittlerweile auch Schreiben.

Meine 10 Cents: Ich habe dieses Buch gemocht. Ich habe es sehr gemocht. Ich habe es aus unterschiedlichen Gründen gemocht:
Erstens, weil es verschiedene Erzählebenen waren – also die Zeit von Rieke und Lior, sowie die Zeit des Naziterrors.
Zweitens, weil ich gemerkt habe, dass der Autor mit historischen Quellen umgehen kann und dies literarisch superflott und lesensleicht geschrieben hat.
Drittens, weil mir die Charaktere sympathisch waren. Egal ob sie sympathische Figuren oder Unsympathische waren.
Viertens, weil das Buch keine Längen hatte, trotz der sportlichen Länge von 496 Seiten in einem Debüt.
Fünftens, weil dieses Buch nicht grundlegend auf die Tränendrüse drückte, sondern sich sehr viel mit Identitätssuche, dem Auseinandersetzen mit der eigenen Familie, Fragen über Zukunftsängsten / Zielen, der Bedeutung von Glück sich auseinandersetzte.
Möglicherweise habe ich da wieder viel mehr hinein interpretiert als es sein sollte, aber ich empfand es so. Markus Flohr hat mit diesem Buch ein sehr plastisch und haptisch überzeugendes Stück Literatur über die Berliner jüdische Stoff- und Modeszene der 30er/40er Jahre geschrieben. Ich hatte als Leserin ein stets gutes Gefühl dieses Buch in den Händen zu halten. Es fasste sich einfach gut an. Es war mir ein Vergnügen mich auf die Spuren der fiktiven Familie Rettig zu begeben. Ich kann dieses Buch nur empfehlen.

Am 26.05. liest Markus Flohr in Hamburg im Buchladen “Buchhandlung am Sand” in Harburg
Am 03.09. liest Markus Flohr in Hamburg bei Cohen+Dobernigg im Schanzenviertel

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