Literatur und Katzenmenschen [kurz mal nachgedacht]

Ich habe festgestellt, dass Literaturaffine Menschen tendenziell mehr Katzenfreunde sind als Hundemenschen. Ist das so?!

Ich habe leider nicht Soziologie studiert um darüber eine Studie anzufangen, ich weiß nur, dass sich mein #Indiebookday Wochenende jetzt schon fast erledigt hat, weil ich hier heulend vorm Bildschirm hocke und dem Psychokater Gollum hinter her trauere, der bei Mama lebte. Der einzige der “Dreierbande” Speedy, Pele und Gollum.

12031615_1085686624774949_5782229144690348666_oIch bin Katzenmensch. Es gibt Fotos, bei denen ich im Puppenwagen die Minikatzen der Dorfstraße komplett umher fuhr. Nachdem Stupsi unser greises Meerschweinchen das Zeitliche gesegnet hatte, war ich seit 1993 ständig mit Katzen umgeben, zumindest bis 2009 als ich nach Hamburg zog. Die Katzen blieben bei Mama im Haus. Es waren halt echte Dorfkatzen. Katzen mit Charakter.

Der erste Kater war Beaubo. Er war eine echte Promenadenmischung aus Russisch Blau und Europäisch Kurzhaar. Er war ein echt hübscher und er hatte sicher “Katzenabitur”. Er ist beispielsweise nach seinen Ausflügen außerhäusig über den Birnenbaum in das Obergeschoss zum Wohnzimmerfenster gesprungen und hat sein Kommen mit Klopfen durch seinen Dickschädel an das gute Doppelglasfenster angekündigt. Ich erinnere mich noch allzugut, dass ich einmal gelernt hatte damals in der 10. Klasse Gymnasium … es war ein lauer Frühlingstag und das Fenster stand offen. Beaubos größter Spaß war es Ratten zu fangen und sie mir säuberlich gerade in das Bücherregal zu legen. Nach der 4. Ratte schmiss ich sie angewidert aus dem Fenster. Es kamen noch 3 weitere hinzu. Man muss dazu sagen, dass Beaubo bevorzugt jagte, wenn es vorher geregnet hatte und die Löcher sehr nass waren und Mäuse und ähnliches Getier oberhalb der Krume nach Luft schnappten.

Nachdem Beaubo den Umzug in das nächste Dorf nicht verkraftete und todunglücklich war und 1996 am Ostersonntag verstarb, schaffte sich unsere Familie die Katzendame Speedy (Gonzales) an. Sie war eine großartige Katze. Sie wollte unter anderem nie “allein” ihre Minimiezen zur Welt bringen. Wir Menschen wurden stets als Hebammen missbraucht. Sie hat bis 2002 Katzen zur Welt gebracht. Der oben abgebildete ist der letzte der Sippe, der in Mamas Haus lebte. Er hieß Gollum. Er ist heute verstorben. Pele ist letztes Jahr verstorben. Das war sein ein Jahr älterer Bruder. Speedy verstarb vor 2 Jahren. Ich vermisse die Katzen in Hamburg. Speedy war eine echt soziale Katze. Sie war so liebevoll zu Menschen, zu ihrem Nachwuchs. Sie fing bis in ihr hohes Alter hinein für ihre “erwachsenen” Jungs noch Mäuse, die sie nach Hause brachte.

10301527_796869353656679_4143036500017220151_nPele, Gollums Bruder, hatte eine besondere Antenne für Menschen mit Katzenhaarallergie. Er kuschelte sich immer stets und unmissverständlich an die Menschen ran und holte nie seine Krallen beim Kuscheln raus. Pele war quadratisch praktisch gut. Er wurde übrigens benannt nach dem hawaiianischen Feuergott Pele … und/oder in Anlehnung an mein Lieblingsalbum von Tori Amos “Boys for Pele” Pele mochte es mit Vorliebe sich auf mein Bett zu legen, wenn ich las oder schlief. Er war ein absoluter Gemütskater. Er hatte so einen herrlichen Harry Potter Blitz im Gesicht. Er sah stets zielstrebig aus. Ein Mann “on a mission”. Pele war nicht tot zu kriegen. Er überlebte Rattengift, zerbrochenen Oberschenkel, in Fuchsfalle zerquetschte Pfote, Marderangriff (deswegen die Ohren), aber irgendwann war er nur noch kaputt und er entschied sich für Selbstmord im Dorfbach. Klingt komisch, ist aber so.

Gollum wurde nach DEM Gollum benannt. Speedy hat ihm aus ihrem Wurf aussortiert. Er hat gekrächzt, konnte nicht ordentlich miauen und war zu schmächtig. Gollum ist ein echtes Flaschenkind. Gollum hatte echt eine leicht diabolische Art. Er war einerseits totaaaaal süß und er suchte nach Nähe und zwar unverschämt schnell. Aber er vergaß dabei stets die Krallen einzuziehen. Stört bloß. Nach Kuschelsessions mit dem kleinen dürren schmächtigen Mann war ich stets zerkratzt. Gollum und Pele waren nur ein Jahr auseinander. Pele war ein Kerl mit Anstand und Breite. Gollum war ein kleiner nach Liebe suchender dürrer Tyrann. Wenn Gollum etwas wollte, dann versuchte er echt alles. Nachdem beide Jungs auf meinem Bett eines Nächtens ihr Revier ausfochten, habe ich beide aus meinem Zimmer verbannt. Das brachte nicht viel, denn beide Katzen standen jeden Abend vorm Fenster und bettelten um Einlass. Daraufhin wurde die Weide am Haus gefällt. Gollum sprang trotz alledem mit Zwischenstopp Tor aufs Fensterbrett und kotzte sich auf dem Fensterbrett leidenschaftlich aus. Gollum war auch in dem Sinne besonders … er war im Alter kein Nachtaktiver. Gollum wollte 6 Uhr Frühstück. Wartete auch 18 Uhr Abendessen und hat sich dann bevorzugt auf der alten Couch im Wohnzimmer schlafen gelegt. Besonders beliebt war das vormals weiße Schaffell.

Für einen Gruftie waren die Katzen alle drei mit weißen flauschigem Fell ein absoluter Albtraum. Man brachte seine Katzen überall hin. Ich glaube, die letzten permanenten Katzenhaare aus meinen Klamotten habe ich erst 2002 verloren. Da lebte ich schon 3 Jahre ohne Katze in Hamburg. Diese Haare waren ergiebig.

Gollum ist heute verstorben. Ich vermisse den kleinen Fresssack. Er konnte nie warten. Er musste und wollte stets das frischeste Futter haben. Pele dagegen hat stets gewartet bis Gollum und Speedy zu Ende gefressen hatten. Er hat allerdings auch schöne Sachen gemacht wie zum Beispiel den Alutopf mit Hühnernierchen mit Reis und Suppengrün vom Gasherd runtergeschoben, um schneller an das Leckere Zeug ran zu kommen. Da sind auch ein paar Schnurrhaare dabei drauf gegangen. Gollum war auch so ein Kater, der alles – wirklich alles gejagt hat, was sich bewegte. Egal ob es Blindschleiche, Buntspecht, Erdkröte, Spitzmaus oder Mönchsgrasmücke war. Es bewegte sich, war zu langsam und deswegen potentiell Beute für Gollum. Scheiß auf Naturschutz, rote Listen und Co.

Speedy, die Mutter der beiden Kater war dafür die Mutter aller Katzen. Sie verprügelte auch gelegentlich Nachbars Katze Lumpi, wenn sie sich aufs Grundstück traute. Boah, wie vermisse ich diese drei Katzen.

So und wie finde ich nun den Rundumschlag zurück zur Literatur? Gar nicht, aber ich kann trotzallem Literatur empfehlen, die ich sehr mag, wo eine Katze drin vorkommt.

E.T.A. Hoffmann “Lebens-Ansichten des Katers Murr” … ein von mir innig geliebtes Buch. Dieses hätte ich auch gern als Fischer Klassik Ausgabe irgendwann für die Sammlung.

Habt ihr noch Bücher mit Katzen als Protagonisten zur Empfehlung? Und kommt mir jetzt nicht mit Pirinçci – der Autor hat sich disqualifiziert bis zum Sankt Nimmerleins Tag.
Seid ihr auch Katzenmenschen oder Hundefreund?

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3 thoughts on “Literatur und Katzenmenschen [kurz mal nachgedacht]

  1. Ich bin Literat und Katzenmitbewohner. Meine Katzen mögen es am liebsten, wenn ich am Schreibtisch sitze und schreibe. Dann umschnurren sie mich und schauen mich wohlwollend an. Ab und zu geben sie mir zu verstehen, dass es Zeit für ein Päuschen ist. Dann legt sich eine von ihnen quer über meinen Schreibblock oder tippt Unsinniges in die Tastatur …

    • Katzen wissen halt, wann es Zeit ist, Pausen zu machen. Ich finde ja, dass die meisten Katzen sowieso im Alter “Abitur” erworben haben. Und einfach zu schlau für die Welt sind.

  2. Hallo, was für ein schöner Beitrag! Mir ist auch schon oft aufgefallen, dass sich auf vielen Buchblogs das “Trio” Literatur, Katzen und Tee (manchmal auf Kaffeemischgetränke) tummelt. Ich selbst bin da keine Ausnahme, habe auch zwei Kater (über die ich aber eher nicht schreibe) und mag lieber Kaffee als Tee. Die Kater lassen viel Zeit zum Lesen, aber wenn man zwischendurch vergisst, das Öhrchen zu kraulen, tippt auch schon mal eine ungeduldige Pfote auf das Buch. So lassen sich auch die Eselsohren erklären…

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