Die Geschichte von Quirina, einem Maulwurf und einem Garten in den Bergen [Buchempfehlung]

DSCN0280 Dieses kleine feine Buch von Ernesto Ferrero fand ich beim Stöbern mit meiner besten Freundin, was das Bibliophile betrifft in einem der zahllos schönen Buchläden Hamburgs. Ich sollte unbedingt mal einen kleinen Wegweiser zu meinen Lieblingsbuchhandlungen Hamburgs machen. Anyway, das Buch ist klein und fein in Leinen gebunden mit putzigen Illustrationen.

Über das Buch: Die Geschichte von Quirina, dem Maulwurf und einem Garten in den Bergen, ist ein wunderbares Gleichnis auf das “Wie erhält man sein Leben im Schwung im Alter”. Quirina, eine alte Dame wohnt in den italienischen Bergen. Sie möchte ihren Lebensabend in Ruhe verbringen. Sie hat genug im Leben geschaffen und erreicht und will wirklich nur Entspannung pur haben. Eines Tages findet sie allerdings im Garten einen Maulwurfhügel, später dann zwei, drei … und viele mehr. Quirina liebt ihren Garten, aber das was sie gar nicht liebt, ist die Invasion der Maulwürfe. Sie steckt viel Energie hinein, dem Maulwurfproblem entgegen zu treten und kommt dadurch richtig in Schwung. Geistig, wie auch physisch. Im Winter, wo das Maulwurfproblem scheinbar gelöst ist, hat Quirina keine Aufgabe mehr. Sie merkt wie tröge und langweilig und ermüdend das Leben ist. Sie merkt, dass sie zum Leben und frisch bleiben einen Feind / Gegner braucht. In ihrem Fall ist es der Maulwurf. Durch diesen hält sie Kontakt zu Nachbarn, Verwandten und alten fast vergessenen Freunden. Durch den Maulwurf hat Quirina ständig etwas zu erzählen.

Über den Autoren: Ernesto Ferrero ist 1938 in Turin geboren. Er ist Schriftsteller, Literaturkritiker und seit 1998 Leiter der internationalen Buchmesse in Turin. Er hat in mehreren Verlagen gearbeitet und interessiert sich sehr für Linguistik und Geschichte. Die Geschichte über Quirina fällt ein bisschen aus dem typischen Rahmen von Ferreros Prosa, aber ist deswegen nicht weniger interessant.

Meine 10 Cents: Ich habe die alte Dame Quirina geliebt. Den Maulwurf als Angstgegner in ein Büchlein zu stecken ist großartig. Im Alter passieren ja nicht wirklich viel Schlimmere Sachen als Einsamkeit, Tod und Krankheit. Wenn dann dieses kleine blinde Kerlchen eine alte Dame davon abhalten kann, Trübsal auf dem Berg mit schöner Aussicht zu blasen, dann ist das fantastisch. Ferrero schafft es die beiden Protagonisten Quirina und den Maulwurf mehr oder weniger in eine Art Überlebenskampf zu schicken und jeder wird an seine Grenzen gebracht. Und beide gewinnen. Quirina gewinnt an Erkenntnis, dass der Maulwurf hilft, ihr eine stetige Aufgabe zu geben und der Maulwurf gewinnt, weil er eben doch großartige Überlebensstrategien hat. Die die Menschen eben nicht kennen. Am Ende des Buches einigen sich die beiden (Quirina einigt sich darauf) auf eine friedliche Koexistenz. Das ist wirklich schön. Es gibt dem Leser ein so wunderschönes positives Gefühl, wenn das Buch zusammen geschlagen wird. Ganz davon abgesehen, sind die Illustrationen unglaublich süß.

Ich muss mal rechergieren, was von Ferrero ins Deutsche sonst noch übersetzt wurde. Interessieren würde es mich sehr. Ferreros Schreibstil ist sehr empathisch und seine Figuren waren sehr liebevoll und respektvoll zu einander. Das schafft nicht jeder Autor. Das muss auch nicht immer so sein.

Infos zu meiner Ausgabe:
Autor: Ernesto Ferrero    Illustrationen: Paola Mastrocola
Titel: Die Geschichte von Quirina, einem Maulwurf und einem Garten in den Bergen
erschienen bei: Antje Kunstmann Verlag 11.02.2015

Hardcover leinengebunden 103 Seiten

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