Vater und Sohn unterwegs [Buchempfehlung]

Na – könnt, ihr Euch an das letzte Buch erinnern, welches ihr von einem Autoren, der von den Faröer Inseln stammt, geschrieben wurde?!

Nein?

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Ich auch nicht, bis ich “Vater und Sohn unterwegs” beim Stöbern in einer der vielen entzückend schönen Buchhandlungen Hamburgs fand und es sofort lesen musste.

Autor: Heðin Brú
Titel: Vater und Sohn unterwegs
Verlag: Guggolz Verlag Berlin erschienen 1.März 2015, 205 Seiten

Zum Buch:  Wir haben einen alten faröischen Fischer Ketil, der als sein (Achtung Sprachwitz) Angelpunkt (!!!) im Leben, seinen jüngsten Sohn Kálvur hat, der der einzige von 10 Kindern, ist, der noch zu Hause lebt. Zusammen mit Kálvur geht er auf Fischfang, Robbenfang und eben wie auch das Buch furios beginnt auf Grindwaljagd. Am Ende der Jagd, wird das von der Dorfgemeinschaft gejagte Grindwalfleisch versteigert. Ketil ersteigert sich tatsächlich die größte Beute, kann aber gar nicht für das ganze Geld aufkommen, welches gebraucht wird zum Kauf des Fleisches. Wie ein roter Faden zieht sich über 200 Seiten die Frage nach dem “wie bekomme ich alter Fischer genug Geld für das ersteigerte Walfleisch?”. Das Buch “Vater und Sohn unterwegs” ist 1940 erstmalig veröffentlicht worden und gehört zu den faröischen Klassikern.

Zum Autoren: Heðin Brú ist der erste faröische Autor, der ins Englische übersetzt wurde. Also dieses Buch wurde im Original auch auf Faröisch geschrieben. Brú, der eigentlich Hans Jacob Jacobsen heißt, hat die faröische Sprache in die Literatur gebracht und diese durch “Vater und Sohn unterwegs” salonfähig gemacht.  Er lebte von 1901 – 1987. Er fuhr als junger Mann auf See. Hat danach in Dänemark gelebt und in der Landwirtschaft gearbeitet und später als Landwirtschaftsberater auf den Faröer Inseln gelebt. Von der Literatur allein konnte er nicht leben.Brú hat auch Erzählungen geschrieben, eine Literaturzeitung mit herausgegeben und unter anderem William Shakespeare ins Faröische übersetzt.

Meine 10 Cents: Dieser Autor wäre niemals in meine Hände gefallen, wenn nicht auf dem Buchcover Wale gewesen wären und ich nicht ein Faible für Geschichten, die am Meer spielen gehabt hätte. Dies gebe ich ehrlich zu. Es ist aber auch ein arg hübsches Buch … in Leinen gebunden, Lesebändchen. Ich bin hin und weg von dem scheinbar unscheinbaren Buch, diesem faröischen Klassiker. Es ist ein echtes Sittengemälde.
Der Vater Ketil ist mit seinem jüngsten Sohn Kálvur unterwegs, um das Geld für die Grindwalrechnung zusammen zu kratzen. Dabei lernt man nicht nur noch die traditionelle Grindwalfangjagd (zugegebener Maßen sehr blutig) kennen, sondern auch das restliche Inselleben mit all den gebrochenen und auch stolzen Persönlichkeiten. Es ist zum Teil sehr witzig geschrieben. Die kautzigen Nordlichter gefallen mir total. Brú kennt seine Heimat wie die Westentasche und lässt uns beim Lesen dabei teilnehmen. Es war überhaupt nicht störend für mich gewesen, dass “Fischerei-Walfang-Fachbegriffe” im Buch standen. Dafür gab es das echt tolle Register im Anhang. Es bewirkte keinesfalls ein Stocken im Lesefluss. Ich war höchst kurzweilig und frisch unterhalten. Ich kann es echt nur empfehlen. Es war ein sehr schönes Buch.

 

 

 

 

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One thought on “Vater und Sohn unterwegs [Buchempfehlung]

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