Die Glut [Buchempfehlung]

Sándor Márais Buch habe ich geschenkt bekommen. Ich hatte vorher noch nie von ihm gehört und ich lese zugegebener Maßen viel. Also blätterte ich erst mal in das Buch hinein und dann konnte ich es nicht mehr beiseite legen.

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Über den Autor: Sándor Márai war Zeit seines Lebens ungarischer Schriftsteller. Sagte er von sich selbst. Er ist am 11. April 1900 in Kaschau, Österreich-Ungarn geboren und ist mit Freitod am 22. Februar 1989 in San Diego, USA im Exil gestorben. Márais Leben ist alles andere als langweilig gewesen. Das lag zum Einen an den politischen Entwicklungen, die er in seiner Heimat durchgemacht hat, den Lebensorten in Europa und der im Exil sich entwickelnden Depression. Bis zu seinem Lebensende hat Sándor Márai auf ungarisch geschrieben. Sein Roman “Die Glut” wurde 1998 im Deutschen neu veröffentlicht und dadurch bekam Márai wieder mehr Aufmerksamkeit.

Über das Buch: “Die Glut” wurde von Márai 1942 geschrieben und 1990 im Original neu wiederveröffentlicht und im Jahre 1998 wurde die deutsche Neuübersetzung herausgegeben. Der Originaltitel heißt “Die Kerzen brennen an beiden Enden”.
Das Buch spielt 1941 in einem Jagdschloss am Rande der Karpaten. Der alte General Henrik erwartet den Besuch seines Jugendfreundes Konrád, den er 41 Jahre lang nicht mehr gesehen hatte. Henrik blickt, während dessen er auf Konrád wartet auf sein Leben zurück und lässt uns teilhaben, was vor 41 Jahren geschah, als plötzlich Konrád aus seinem Leben verschwand und auch die Beziehung zu seiner Ehefrau von einem auf den nächsten Tag nicht mehr die selbe war, wie vorher. 41 Jahre zuvor waren Henrik und Konrád auf einem Jagdausflug und Konrád hatte einmal das Gewehr auf Henrik gerichtet, drückte jedoch nicht ab. Am nächsten Tag verabschiedete sich Konrád, um in die Tropen zu fahren und Henriks Frau sprach kein Wort mehr mit Henrik bis sie starb.

Meine 10 Cents: Das klingt erstmal alles nicht so spannend, da es in retrospektive erzählt wird. Aber es ist sehrwohl spannend, da Márai uns dies teilhaben lässt in einem Monolog von Henrik. Das gesamte Buch ist quasi ein fast kompletter Monolog des Protagonisten. Das kann ziemlich verstörend sein. Henriks Monolog beleuchtet die tiefsten inneren Abgründe einer Seele. Voll Eifersucht, Missgunst und Lügen. Vielen Lebenslügen. Henrik ist sichtbar enttäuscht darüber, wie sein Leben verlaufe ist und wie er es nicht ändern konnte. Konrád kommt dann noch zu Henrik auf das Jagdschloss und Henriks Monolog geht weiter. Man könnte es als Anklage betrachten. Ich habe das Gefühl gehabt, dass Henrik einfach nur mit dem Kapitel abschließen wollte und die Gewissheit durch Konrád haben wollte, dass es genau so war, wie er es sich gedacht hat.
Ich war nach der letzten Seite erleichtert. Ich hatte mit Henrik mitgefühlt und mir fielen Steine vom Herzen, als er alles gegenüber Konrád ausgesprochen hatte.
Das Buch war großartig. Der Schreibstil mit dem Monolog war unfassbar berührend. Ich bin glücklich, dass ich das Buch geschenkt bekommen habe und vor allem, dass ich es sofort angefangen hatte es zu lesen.

 

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