Mein Lesejahresrückblick [kurz mal nachgedacht]

Okay, halten wir es kurz fest:

  1. Ich habe wie immer zu viel gekauft.
  2. Ich habe wie immer meine eigene Buchkaufdiät nicht eingehalten.
  3. Ich habe in diesem Jahr tatsächlich mal buchkaufmäßig komplett gefastet. Nämlich in der Fastenzeit. Der Jojo-Effekt danach, war allerdings umso verheerender.
  4. Ich habe mein Ziel mit 100 Büchern zu lesen deutlich übertroffen. Die Goodreadsstatistik sagt aktuell irgendwas von 126 Büchern, doch das stimmt nicht ganz, da ich 3 Bücher abgebrochen habe.
  5. Ich war bei mehreren Lesungen in diesem Jahr gewesen. So durfte ich folgende AutorInnen sehen: Meg Wolitzer, Ilija Trojanow, Karl Ove Knausgard, Dominque Horwitz, Feridun Zaimoglu, Vea Kaiser, Siri Hustvedt, A.L. Kennedy
  6. Ich habe in diesem Jahr deutlich mehr Frauen gelesen, da ich bewusst darauf geachtet habe, jeden Monat mindestens eine Frau mir in die Hand zu nehmen.
  7. Ich werde kein Freund mehr von Absolventen des Leipziger Literaturinstitutes. Deren Schreibstil finde ich durchweg anstrengend, gekünstelt und die Themen, die bei den Autoren verarbeitet werden, sind entweder schlecht rechergiert oder zu aufgesetzt hingeschrieben.
  8. Ich finde es traurig, dass Terry Pratchett nicht mehr ist.
  9. Ich habe nach wie vor ein Faible für Kinderbücher von Chris Riddell.
  10. Ich hätte gern mehr Zeit zum Lesen gehabt.

Ansonsten würde ich gern ein paar Bücher in den Himmel loben. Stellvertretend für alle Bücher der “Naturkunden” Edition herausgegeben von Judith Schalansky bei Matthes und Seitz -> Heringe – ein Portrait, Schnecken – ein Portrait, Krähen – ein Portrait, Schweine – ein Portrait, sowie Esel – ein Portrait. All jene Bücher wurden dieses Jahr von mir gelesen und ich habe sie durchweg geliebt. Ich werde noch mehr davon mir zulegen.
Mehr Infos zu den Naturkunden: HIER

Ein Roman, der mich zutiefst beeindruckt hat, war der 2008 veröffentlichte Roman “Mitgenommen” von Arnon Grünberg. Das Buch war zum einen voll brutal und zum anderen schwerst mitreißend und mitfühlend. Was habe ich gelitten beim Lesen und wie sehr hab ich mich mit dem Protagonisten identifizieren können. Das Buch ist mit seiner politischen Brillanz voller Terror aktueller denn je.
Mehr Infos zum Buch: HIER

Meine Graphic Novel des Jahres ist definitiv von Mariko Tamaki / Jillian Tamaki “Ein Sommer am See” Eine Coming of Age Geschichte, die jeden berühren müsste.
Mehr Infos zum Buch: HIER

Das putzigste und amüsanteste Buch zum Lesen für mich war sicherlich “Die gleißende Welt” von Siri Hustvedt. Diese Frau hat, wie würde es mein Freund sagen, Eier. Ich bin von Frau Hustvedts Schreibstil stets sehr angetan und die gleißende Welt ist mit ihrem “Aufzeichnungsstil” großartig verpackt. Und die Lesung im Schauspielhaus war umwerfend.
Mehr Infos zum Buch: HIER

Meine Erkenntnis des Jahres war, dass ich so echte Männerlektüre dann doch nicht mag. William Gibsons Neuromancer Trilogie habe ich nach dem ersten Teil abgebrochen und den Iain Banks Roman, den ich von meinem Freund in die Hand gedrückt bekam, hatte ich bereits nach 20 Seiten weggestellt. Ich komme da nicht so richtig ran. Es ist keine schlechte Literatur. Aber sie berührt mich nicht.

Bücher, die ich mit Abscheu beiseite legte, gab es eigentlich nur eins. Das war der neue Roman von Nick Hornby “Miss Blackpool”. Mir grausten echt die Nackenhaare. Plumper schlechter Humor, flache Charaktere… ich habe mich auf den zirka 80 Seiten nur leidenschaftlich aufgerecht. Ich mochte das Buch nicht zu Ende lesen. Wie ich dann schnell auch merkte, wurde dieses Buch auch im Feuilleton entweder gar nicht wahrgenommen oder zerrissen oder überschwänglich gemocht. Etwas anderes gibt es bei dem Werk nicht. Ich gehöre definitiv zu den Hassern. Und es redet ja auch keiner mehr von dem Werk. Wer tatsächlich was über TV-Industrie und Witz und schräge Figuren mal lesen mag, der kann gern von Rick Moody “Wassersucher” sich in die Hand nehmen. Das kann ich unbedingt empfehlen.Mehr Infos zu Rick Moody “Wassersucher”: HIER

Und zu guter letzt. Mein Kochbuch des Jahres ist Tim Mälzer “Heimat” (auch wenn es schon etwas älter ist). Das Kartoffelpüree ist ein Gedicht. Und ein Besuch im Bistro der Bullerei in Hamburg ist immer ein Besuch wert.
Mehr Infos zum Buch: HIER

Und wie war Euer Lesejahr rückblickend betrachtet?! Ich fand es zu kurz für all die Bücher, die ich eigentlich noch lesen wollte. Hattet ihr Highlights? Flops?

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