Der Trafikant [Buchempfehlung]

Es gibt Menschen, wie ich einer bin, der manche Bücher erst Jahre nach der Veröffentlichung lesen. Hier war das auch so der Fall. “Der Trafikant” von Robert Seethaler stand zwar stets auf der Watchlist, hatte es aber nie in meine Bücherwarteschlange geschafft. Letztens jedoch wurde ich gebeten für die Zeitung meines Arbeitgebers mal wieder einen Buchtipp beizusteuern. Ich war aber nicht wirklich sicher, ob ich etwas passendes haben würde zu Hause. Deswegen ging ich zum Eppendorfer Buchladen des Vertrauens und habe das gemacht, was ich sonst nie mache … ich habe mich “beraten” lassen. Chapeaux. Am Ende hatte ich den Trafikanten im Kulturbeutel.

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Zum Buch: Robert Seethaler “Der Trafikant” erschienen bei Kein & Aber, 2013

Zum Inhalt: Wir befinden uns im Jahr 1937. Franz Huchel verlässt den Heimatort, um als 17jähriger in einer Trafik seine Ausbildung in Wien zu beginnen. Der alte Trafikant ist ein Mann, der sich nicht verbiegen lässt und Franz lernt bei ihm in unruhigen Zeiten erwachsen zu werden. Er lernt Sigmund Freud kennen und Freud wird für Franz der intellektuelle Wegbegleiter, Berater und Freund. Dann lernt er Agnezka kennen und durch sie lernt er Gefühle wie Liebe, Sehnsucht, und sich als Mann fühlen kennen. Und Franz lernt in dem Jahr, in dem wir ihn in Wien begleiten, sich politisch zu positionieren.

Meine 10 Cents: Das Buch, welches mir empfohlen wurde, für einen Buchtipp für die Heimzeitung, habe ich gemocht, aber ich bin von dem Gedanken weg gegangen, dies für die Zeitung zu empfehlen. Nicht weil es schlecht ist, sondern weil es richtig “lebensbejahend” ist. Das Buch ist voller Verluste. Franz muss lernen mit denen umzugehen. Das ist schwer für so einen jungen erwachsenen Menschen in dieser turbulenten Zeit. Franz war in einem sehr behüteten Umfeld mit der Mutter großgeworden und sieht so viele Dinge in Wien, die ihn unmittelbar in seiner Persönlichkeit prägen, dass man schon sehr viel mitleiden kann. Voraussetzung dafür ist, dass man empathisch ist. Das Buch ist für alle zu empfehlen, die Bücher mit historischen Background mögen. Für all jene, die Protagonisten lieben, die sich offensichtlich entwickeln. Für all jene, die nicht auf Happy Ends bestehen. Seethaler hat eine wunderbar gefühlvolle Sprache gehabt, der “Trafikant” ist mein erstes Buch von ihm, aber ich glaube es wird nicht das letzte bleiben.

 

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