Alice, Kristina, Marie, Mariko und ein paar großartige Männer [Lesemonat November]

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Im November beendete ich zuerst Alice Munros Erzählband namens “Zu viel Glück”. (Den gibt es nicht auf dem Bild. Der steht schon im “Gelesen 2015 Regal”)
Meine 10 Cents: Ich habe den Band nicht so sehr gemocht, wie beispielsweise “Wozu wollen sie das wissen?” Wer noch nie Alice Munro gelesen hat, sollte mit diesem Band von Erzählungen beginnen. Zu viel Glück hat mich einige Tage zum Knabbern gebracht. Ich war möglicherweise auch echt zu überanstrengt, sodass ich mich auf Munros sehr ruhige Sprache kaum einen Zugang fand. Schade eigentlich. Fazit: Man kann das Buch lesen, man/frau muss es aber nicht.

Danach las ich von Kristina Gehrmann “Im Eisland” Teil 1 und Teil 2. Zwei großartige historische Graphic Novels über die letzte Sir John Franklin Expedition zur Entdeckung der Nordwestpassage. Ich kann historische Graphic Novels unbedingt und uneingeschränkt empfehlen. Mehr zum Buch gibt es bei meiner Buchempfehlung.

Außerdem habe ich von Max Goldt “Die Chefin verzichtet” gelesen. Ein schöner kurzweiliger Zeitvertreib mit Kolumnen / Texten von 2009 – 2012. Max Goldt hat wunderbare Texte in dem Buch vereint, die beweisen, wie grotesk manches Mal die Realität ist. Ich mochte das Buch sehr. Es war ein guter Goldt. Mehr gibt es nicht zu dem Buch zu sagen. Man muss halt ironische Texte mögen.

Das nächste Büchlein im Monat November war dann von Marie Kondo “Magic Cleaning”. Dazu habe ich einen etwas spitzen Text bereits auf dem Blog verfasst, deswegen spare ich mir auch an dieser Stelle die Worte.

Es folgte der Erzählband mit den Erstlingsstücken von Gabriel Garcia Marquez “Augen eines blauen Hundes”. Das war mir zu verkopft und zu verschroben. Hat irgendwie nicht meine Resonanz getroffen, war aber auch nicht schlecht geschrieben. Ich konnte nur damit nicht arg viel anfangen.

Weiter ging es mit den entzückenden Portraits “Esel” und “Schnecken” aus der Reihe Naturkunden des Matthes & Seitz Verlages. Dieses Reihe ist nur zu empfehlen. Es gibt einfach keine schöneren Sachbücher über Tiere, die auch deren kulturhistorischen Bedeutung auseinandernehmen. Ach ja und die Illustrationen sind schon arg hübsch.

Dann kam noch kurz vor knapp von den Tamaki Schwestern “Ein Sommer am See”. Großartige Graphic Novel im Genre Coming of Age erschienen im Reprodukt.

Und meinen ersten Stephen King in Zusammenarbeit von Stewart o’Nan, den ich bereits schon mal gelesen habe, habe ich im Bett gestern noch beendet. Das Büchlein “Ein Gesicht in der Menge” ist kurz und knapp und geht unter die Haut. Aber ein King Jünger werde ich wahrscheinlich wohl nie werden. Aber ich kann behaupten, ich habe Stephen King schon mal gelesen.

Alles in allem, würde ich mal sagen, dass der Monat nicht so schlecht war. Ich habe viele dünne Bücher gelesen, aber zu mehr war ich im November nicht fähig. Ich glaube ich komme in das “konsequentere Lesen” erst wieder rein, wenn ich meine Prüfungen im Dezember bestanden habe. Dafür habe ich auch am 20.12. ein Adventsleserausch geplant. Dazu gibt es später noch mehr im Blog zu lesen. Nicht mehr heute.

So rein für die Statistik, es waren 10 Bücher mit insgesamt 2222 Seiten. Macht nach meiner Buchkaufdiätrechnung einen Etat von 22,22 Euro für den Kauf neuer (Mängelexemplar)Bücher. Dadurch, dass ich in diesem Jahr auch einen Buchadventskalender habe, werde ich das wohl schaffen … also mich etwas zu bändigen und die Diät durchhalten.

Und wie war Euer Monat lesetechnisch?! Soll ich noch ein gelesenes Buch weiter näher “besprechen”?! Wenn ja, dann sagt mir bescheid.

Kulturrauschmäßig habe ich die Hochzeit des Figaro zum zweiten Mal gesehen in der Kammeroper und ich kann sie immer noch wärmstens empfehlen.

Desweiteren habe ich die letzte Vorstellung der Konwitschny Inszenierung von Don Carlos in der Staatsoper in Hamburg gesehen. Dieses war im Mittelteil etwas auf Krawall gebürstet. Ansonsten sehr düster und ordentlich gestorben wird auch. Es wurde unter anderem in der Pause meinem Freund ein Lachsbrötchen geklaut. SKANDAL!

Außerdem habe ich noch kurz vor Schluss des Monats von dem Herrn Korngold “Die tote Stadt” gesehen. Wenn ich nicht so tot von der Arbeit gewesen wäre, hätte ich sicher auch mehr vom ersten Akt mit bekommen. Aber den gab es bei mir nur im Director’s Cut.

Sie haben aber alle gesungen, wie die Götter … und das Stück ist symptomatisch für die heutige Zeit, wo gerade erst kürzlich viele Menschen fast täglich geliebte Menschen verlieren und darüber hinaus wahnsinnig werden. Die tote Stadt war für mich nicht die physisch dargestellte Stadt, sondern das, was alles im Kopf des Protagonisten tot war.
Esskulturmäßig war ich bei meinen drei liebsten Restaurants von Hamburg wieder essen: Trattoria Campo da Franco in Winterhude; Bullerei in der Schanze und das Maharani in Hoheluft.

 

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