Der Marsianer – Papier vs 3D [Buchempfehlung]

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“Der Marsianer”

Autor – Andy Weir

verlegt bei Heyne, 2015

512 Seiten

ISBN: 978-3-453-31691-1

So viel Popkultur bei mir auf dem Blog, das hält ja keiner aus. Vor knapp zwei Wochen habe ich dank meines Lieblingsbuchladens in Hamburg Cohen & Dobernigg ein “Marsianer” Paket des Heyne Verlags gewonnen. Dies beinhaltete das Taschenbuch, das Hörbuch, zwei Kinokarten, sowie einen Marsriegel. Der Marsriegel ist aufgegessen, gestern war ich im Kino und vorgestern habe ich das Buch zu Ende gelesen. Davon werde ich hier berichten und am Ende kann der erste, der was kommentiert das Hörbuch abstauben, denn Hörbücher höre ich nicht. Ich lese meistens schneller als die Sprecher sprechen und das macht mich wahnsinnig. Langsam gelesene Texte. Bei Lesungen geht es, aber als Hörbuch ist es ein No Go für mich.

Zum Buch: Mark Watney ist mit seiner Mission Ares III auf dem Mars und nach wenigen Sol (Marstage) bricht ein sehr starker Sturm aus und die Mission wird abgebrochen. Mark Watney erreicht das MRM (das Rückflugmodul) nicht, da er von einem Antennenteil verletzt wird und er für tot geglaubt wird. Allein auf dem Mars. Das ganze Buch beschäftigt sich damit, wie aus Sicht von Mark Watney er versucht vom Mars wegzukommen. Mark Watney ist Botaniker und er ist in all seiner Ausweglosigkeit recht sarkastisch drauf.

Meine 10 Cents: Ich dachte, ich bin aus dem Alter von Science Fiction Romanen raus. Als Jugendliche habe ich Stanislaw Lem verschlungen. Aber irgendwann war die Faszination dahin und es hat mich nicht mehr interessiert. Den Marsianer habe ich gewonnen. Einem geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul. Deswegen habe ich das Buch gern genommen. Ich habe natürlich gewusst, dass das Buch verfilmt war und kurz davor war, ins Kino zu kommen. (Also seit letztem Donnerstag.) Ich habe das Buch genossen. Von der ersten Seite an. Der Schreibstil von Andy Weir ist großartig. Man hat das Gefühl, dass bei allen Problemen, die Mark Watney auf dem Mars zu lösen hat, ich gleichzeitig ein Chemie- und Physikbuch aufschlagen könnte und es stimmen würde. Möglicherweise tut auch eine gewisse Menge stimmen. Ich hatte jedenfalls zu keiner Zeit das Gefühl “betuckt” zu werden. Ich habe gelacht und ich habe beim Lesen Tränchen teils vergossen.
Es war sehr schön am Buch, dass Mark Watney als Protagonist, die Aussagen zu “Herrschaft im All” und “Vormachtstellung der USA” nur mit scharfzüngigem Ton von sich gab. Watney als Figur will nur runter vom Planeten. Dies macht er mit Logik, Abgebrühtheit und Situationskomik. Die Persönlichkeit von Watney wird echt schön durch Weirs Schreibstil in Szene gesetzt. Ich mag es, dass der Roman in “Logbuchform” geschrieben ist. Dadurch ist das 500+ Seiten Buch sehr kurzweilig. Ich bin entzückt und überrascht gewesen.

Zum Film: Jemanden, der nicht räumlich sehen kann in einen 3D Film zu schicken, ist eine großartige Idee. Ich hatte schon auf Kopfschmerzen spekuliert, aber die bekam ich nicht. Ich habe im Kino gemerkt, dass ich seit Ewigkeiten nicht mehr im Kino war … soviel Werbung … ABER der Film war gutes Popcornkino. Ich finde das Matt Damon gut besetzt ist als “Marsianer”. Der Film war auch witzig, kam aber nicht an den Witz des Buches ran. Ridley Scott hat ordentliches Actionkino gebastelt. Leider wurde es mir ab Mitte – Ende des Filmes etwas unlogisch. Denn es passierten Dinge im Film, die man als Buchleser verstand, aber die der Kinogänger nicht unbedingt verstehen musste … sicher sind da ein paar Szenen dem Cutter zum Opfer gefallen. Die lange Reise zur ganzen Rückholeinheit MRM der Mission Ares IV war auch im Verhältnis zum Rest des Filmes sehr kurz gehalten (ohne der Katastrophen, die im Buch noch auftreten). Schade ein bisschen. Aber ich war gut unterhalten und mein Wunsch noch mal in absehbarer Zeit ins Kino zu gehen, ist mal wieder etwas gestillt worden. Ich bleibe beim Medium Buch.

Und jetzt … ich habe noch in dem gewonnenen “Marsianer” Paket ein Hörbuch übrig, was ich nicht hören werde, da ich wie oben erwähnt keine Hörbücher mag. Einer, der erste, der hier kommentiert und das Hörbuch besitzen möchte, bekommt das gute Stück. Das Hörbuch ist weg.

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9 thoughts on “Der Marsianer – Papier vs 3D [Buchempfehlung]

  1. Hach das Buch habe ich schon zweimal gelesen und das Hörbuch auch schon mehrmals gehört. Ich mag diesen Außenseiter der völlig alleine um sein Leben kämpft und nie aufgibt. Der einzige kleine Kritikpunkt vielleicht ist der, das er nie psychisch zusammengeklappt ist, aber wahrscheinlich wäre er dann gescheitert.

    Interessant das du von dir sagst du bist eine langsame Leserein, bei der Menge an Büchern die du frisst.

    Das Hörbuch hab ich schon, deshalb soll sich ein anderer darüber freuen.

    • Hey Du bist nicht der erste, der das Buch schon zwei Mal gelesen hat. Mein Kinomitgänger hat das auch schon zwei mal gelesen gehabt.

    • Liebe Melina ich melde mich zwecks Adresse an Deine email Adresse und wünsche Dir viel Spaß damit. Aber vor morgen nachmittag wird es nicht losgeschickt werden. Das sag ich schon mal voraus.

  2. Also ich habe das Buch verschlungen. Aber hab schon von mehreren Seiten gehört, dass es Herr Scott wohl etwas zu gut mit dem Film meinte und es wohl, wie so oft, dem Buch nicht gerecht wird.

    • Der Scott hat sein Bestes getan, aber der Film war schon mindestens 2 1/2 Stunden lang … mit Werbung war ich drei Stunden im Kino. Da musste zwangsläufig irgendetwas den “Bach” runtergehen. Aber gutes Popcornkino ist es allemal. Hätte ich das Buch vorher nicht gelesen, hätte ich defn Film einfach so “abgenommen”.

  3. Ich habe das Buch auch gelesen und rezensiert und konnte als einzigen Kritikpunkt auch nur anmerken, dass Watneys Psyche fast gar keine Rolle spielte. Das kam im Film durch Matt Damons Mimik besser zur Geltung. Der Film kam meiner Meinung nach allerdings ziemlich prüde daher und hat einige lustige Witze des Buches abgewandelt oder schlicht unterschlagen.

    • ja, das ist mir auch aufgefallen. Dass die prüden Amis so einige Sätze im Buch nicht auf die Leinwand bringen würden, war mir vollkommen bewusst … und Watneys Psyche im Buch … ja die war durch Pragmatismus überschrieben worden.

  4. Pingback: Eugene und 6 Männer [Lesemonat Oktober] | Kulturrausch und mehr

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