Jill, Karen und ein paar Männer [Lesemonat September]

Ich habe nicht viel im September gelesen. Mein September war vollgestopft mit Entertainment abseits der Büchercouch. Abgesehen davon habe ich drei Wochen lang die Schulbank gedrückt, danach war die Konzentration für Bücher nicht vorhanden. Leider. Deswegen nur kleine dünne und wenige Bücher.
Aber ich war zum Anfang des Monates mächtigst unterwegs im Rahmen des Harbour Front Literaturfestes zum Beispiel drei Mal und am Ende des Monats auch noch was vom Literaturhaus organisiert.

  1. Ilija Trojanow las auf Cap San Diego aus “Macht und Widerstand”. Ich habe das Buch immerhin schon aus der Verpackung geholt … Hurra!IMG_3646IMG_3605Ich war total entzückt bei der Lesung gewesen und bin nach der Lesung auch recht glücklich mit Widmung im Buch nach Hause getrappelt. Das Buch spielt in Bulgarien zur Zeit “vor der Wende”. Mit einem Regimegegner und seinem Counterpart beim Geheimdienst. Ich bin gespannt und es wird wahrscheinlich wieder mal total lebensbejahend sein. Ich habe da so ein Händchen für.
  2. Dominique Horwitz “Tod in Weimar” wurde im Altonaer Theater präsentiert. Ich finde Hr. Horwitz als Schauspieler ganz dufte. Sein Buch lese ich gerade. Von ihm gelesen, war es aber deutlich witziger und spritziger als ich es nun lese. Leider. Es ist ein Kriminalroman mit humoristischen Elementen, der seinen Tatort im Seniorendomizil für Bühnenschaffende hat. Natürlich gibt es auch eine Liebesgeschichte um den Kutscher Kaminski, der für das Domizil als Hausmeister aushilft. Mmmmh, aber ich bin gespannt, ob das noch mal richtig spannend wird. Der Anfang ist amüsant, aber es unterhält mich leider nur mäßig.
  3. Meg Wolitzer stellte ihren neuen Roman “Die Stellung”, welcher erst 10 Jahre nach Erstveröffentlichung ins Deutsche übersetzt wurde ebenfalls auf Cap San Diego vor. IMG_3651Frau Wolitzer ist total lustig. Ich wollte sie am liebsten “einpacken und nach Hause nehmen”. Ich habe es bis dato noch nicht geschafft das Buch anzufangen zu lesen. Ich bin sooo ein Dösbaddel. Aber was soll. In dem Buch finden Kinder ein Buch, welches die Eltern geschrieben haben. Die Eltern haben einen Sexratgeber herausgebracht. Und das besondere daran ist, dass sie den Kindern nichts davon erzählen, aber das Buch für sie ganz offensichtlich im Regal platziert wurde. Die Neugierde der Kinder siegt und was dies für sie bedeutet in den 70ern, wo man eben nicht ganz so offen über Sex redete wie heute auch wenn es vorher Flower Power gab, das ist in dem Buch zu finden. Ich könnte noch mehr zu dem Buch erzählen, wenn es mir doch nur noch wieder einfallen würde.Ich habe aber Meg Wolitzers Buch noch nicht gelesen, dafür aber ihr erstes YA Buch namens “Belzhar”, was in diesesm Jahr auf Deutsch bei cbt unter dem Titel “Was uns bleibt ist jetzt” erschien mir erstanden. Da geht es um eine Gruppe traumatisierter Jugendlicher, die in einem Literaturzirkel. Dort erhalten sie zum Schreiben ein magisches Tagebuch, welches sie in die Zeit vor dem Trauma zurück bringt und diese Welt heißt Belzhar. Ich habe es noch nicht gelesen, aber ich habe unglaublich viel Lust darauf.
  4. Karl Ove Knausgard kam zur Lesung von “Träumen” nach Hamburg mithilfe des Literaturhauses Hamburg an diesem Montag. Ich war von ihm hin und weg und nach dem er so von seiner Kindheit und Jugend erzählte (mit dem Hintergrund, dass ich “Sterben” von ihm gelesen habe), verstehe ich, warum  er so schreibt wie er schreibt. Ich habe das Buch aber nicht gekauft, weil ich viel zu viel ungelesene Sachen hier stehen habe. Leider.

Neben all der Lesungen war ich auch noch zum Saisonstart des Hamburg Balletts gewesen. Es gab “A Cinderella Story” zu sehen. Ich konnte aber nicht genug davon haben, deswegen habe ich das Ballett mir zwei mal angeschaut. Beide Male war es unglaublich schön gewesen.

Das Schöne an John Neumeiers Ballett ist, dass es zu keiner Zeit ins Kitschige verfällt. Die Figuren sind von den Tänzerinnen und Tänzern unglaublich wunderschön in Szene gesetzt. Ich bin verliebt zudem in die Musik von Prokovjev

Und was habe ich dann nun wirklich nun gelesen? 7 Bücher komplett und eins habe ich abgebrochen. Truman Capotes Grasharfe habe ich abgebrochen. Damit kam ich einfach nicht klar und das, obwohl ich ihn ja mag.

Ich habe von David Foster Wallace zwei Bücher gelesen. Zum Einen “Das ist Wasser” und zum Anderen “Der Planet Trillaphon im Verhältnis zur Üblen Sache”. Beide Bücher sind großartig. Das ist Wasser ist ein Versuch auf die richtige Wahrnehmung auf die Dinge zu richten, die man tut. Alles hat seine Berechtigung und alles ist auch als nichtig zu betrachten. Es kommt allein auf den Standpunkt darauf an. Foster Wallace hat jedoch auf die Wahrnehmungsfähigkeit und die Fähigkeit klar zu denken spekuliert. Das zweite Buch von ihm ist quasi eine prosaisch ausgedrückte Wahrwerdung von Depression. Besser kann man das Gefühlschaos nicht in Worte fassen. Ein unbedingtes Lesemuss.

Außerdem habe ich noch Terry Pratchetts Manifest für das schöne Leben und menschenwürdige Sterben gelesen. Das Buch ist eine abgedruckte Rede, die Hr. Pratchett nach seiner Diagnose, einer besonderen Form von Alzheimer, vor Medizinern hielt. Das Buch habe ich in England im Urlaub mir käuflich erworben. Es heißt “Shaking Hands with Death”. Das Buch sollte jeder Mediziner in seine Westentasche einstecken und sich darauf besinnen, was die Grundsätze des Hippokrates sind.

Ebenfalls gelesen und für gut befunden wurde von Heinrich Steinfest “Der Allesforscher”. Dazu habe ich auch schon ein paar Worte in einem Extrapost hinterlassen. Ich fand es sehr gelungen.

Dann habe ich von Jill Thompson ein Kinderbuchcomic gelesen, welches auf Grundlage der Sandman Comics von Neil Gaiman entstand. Es sind zwei Comics in einem Buch namens “Geschichten über die kleinen Ewigen”. Ich habe über dieses Buch ebenso bereits berichtet.

Karen Duves Grimm Märchen Nacherzählungen, die in die Neuzeit nur etwas grimmiger, düsterer und scharfzüngiger gehoben wurden habe ich auch mit Genuss gelesen. Dabei habe ich “Grrrimm” in einer wunderschönen Ausgabe von Galiani zur Hand gehabt.

Mein absolutes Highlight war allerdings “Goth Girl and the Wuthering Fright” von Chris Riddell. Ich bin absolut verschossen in Riddells Illustrationen und in Ada Goth. Bei der Dame mach ich auch eine Ausnahme … von wegen, ich kaufe nur Standalone Books. Hier kauf ich alle Bände und es ist furchtbar wichtig, dass man diese Bücher im Original liest, weil man sonst den Wortwitz nicht versteht. Der kann nur bei Übersetzungen verloren gehen. Dieses Buch ist großartiges Entertainment für das “Inner Goth Girl” in mir.

Ich habe außerdem in diesem letzten Monat viel zu viele Bücher gekauft und ich war in England beim Sacrosanct Festival. Erst diese Woche war ich beim Konzert der KRUPPS mit Support der RED PAINTINGS und JANOSCH MOLDAU. Ich war dabei bei den Red Paintings auf der Bühne als “Human Canvas” und wurde von meiner Freundin Natascha bemalt. Es war unfassbar schön gewesen. Sowas bekommt man nicht alle Tage.

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2 thoughts on “Jill, Karen und ein paar Männer [Lesemonat September]

  1. Respekt vor deiner Ausdauer, mir wäre so ein Monsterprogramm im Urlaub schon Zuviel gewesen. Oper und Ballet sind mit eigentlich fremd und trotzdem bleibe ich immer wieder fasziniert vorm TV ARTE hängen wenn dort solches gezeigt wird. live habe ich leider keine Möglichkeiten vor Ort. Obwohl in meiner Stadt gibt es jedes Jahr den Tanzsommer, nur muss ich halt jeden Sommer arbeiten, Arbeitsprostitution Copyright Devi

    • Der Oktober wird auch etwas gefüllt für mich … neben Arbeit und so … da stehen mehrere Konzerte an (inkl. in Bayreuth und Lübeck) … und lesen wollt ich glaub ich auch noch und bei zwei Umzügen helfen darf ich auch noch. Hurra hurra!

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