Heute dreimal ins Polarmeer gefallen [Buchempfehlung]

polar“Heute dreimal ins Polarmeer gefallen” von Arthur Conan Doyle ist eines der wirklich sehr sehr schönen Bücher aus dem mare Verlag, die in Leinen gebunden im Schuber erschienen sind (mare Klassiker). Ich musste dieses sofort besitzen. Ich bin ein großer Fan von Büchern mit Arktis / Antarktis Bezug und schöne Bücher kann ich sowieso nicht genug besitzen.

ISBN: 978-3-86648-209-8
Übersetzung: Alexander Pechmann 336 Seiten mit Faksimile, in Leinen gebunden mit Lesebändchen und Schuber für 28 Euro
erschienen bei mare 2015

Zum Inhalt: Das Buch enthält die seit 130 Jahren verschollenen Tagebücher von Conan Doyles 6 monatigen Arktisreise an Bord des Walfängers SS Hope aus Peterhead, sowie Faksimiles des Tagebuches und Essays über Arthur Conan Doyle und seine Reise, sowie zwei Stories von Donan Doyle.

Meine 10 Cents: Ich kenne Arthur Conan Doyles Schreibe nur von Sherlock Holmes Geschichten, die ich zugegebener Maßen als 12 jährige Göre im Rausch alle gelesen habe. Sherlock Holmes war der Thrill meiner Kindheit. Spannender durfte es damals auch nicht werden. Dazu war ich zu zartbesaitet und schreckhaft. Bei Sherlock Holmes wusste ich, dass es am Ende meistens ein Gutes Ende gab. In diesem Buch, wo nicht nur die Logbücher der SS Hope von 1880 gesammelt sind, sondern auch Essays über die Arktisreise, die Tierwelt und dazu noch zwei Kurzgeschichten, geht es nicht immer gut aus. Zumindest nicht für die Tiere. Arthur Conan Doyle wurde 1880 eine Anstellung als Schiffsarzt auf einem Walfangschiff angeboten. Und er hatte als Medizinstudent kurz entschlossen zugesagt, sich auf diese Reise zu begeben. Brutal ehrlich und mit dem deutlichen schottisch geprägten Wortlaut seiner mit an Bord sich befindenden Seemänner hält er seine Erinnerungen und Beobachtungen fest. Es ist blutig und ernst diese Robbenjagd und auch der Wunsch einen erfolgreichen Fang von Grönlandwalen wird sehr beseelt festgehalten. Gleichzeitig merkt man aber auch, dass Arthur Conan Doyle während der Reise als jemand, der da “hineingestoßen” wurde, sich recht schnell an die Gepflogenheiten an Bord gewöhnt und er schon da reflektiert, dass es auf Dauer möglicherweise kein Job für ihn sei. Das Angebot des Kapitäns im folgenden Jahr als Harpunier und Schiffsarzt mit doppelter Besoldung wieder an Bord gehen zu können, lehnt Conan Doyle ab. Die SS Hope aus Peterhead ist zudem 1880 eine der letzten Walfänger die vor der Grönländischen Küste versucht einen guten Fang einzuholen. Die Waljagd wurde kurze Zeit später dort aufgegeben, weil es einfach kaum noch Grönlandwale gab.

Doyle hat auf der Reise das Schreiben immer mehr lieben gelernt und in seinen Essays und Kurzgeschichten nach der Rückkehr ans Land, hat er immer wieder das Thema Arktis aufgenommen. Er hat Sympathien und Interesse für die Erkundung des Nordpols gegeben und nun denn, sein Sherlock Holmes wurde auch zu Leben erweckt. Mit seiner Karriere als Arzt und Mediziner hörte er auf absehbarer Zeit auf, um sich nur noch dem Schreiben zu widmen.

Dieses Buch reiht sich bei mir in die Bibliothek meiner “meer”chenhaften Bücher ein, die ich gar nicht heimlich sammle und in denen ich immer gern wieder blättere.

Und zum Schluss noch was zur Moral … gegen den weltweiten Walfang -> Sea Shepherd

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