Pessoa sagt … [kurz mal nachgedacht]

“Für den Normalmenschen heißt fühlen leben, und denken heißt, zu leben verstehen. Für mich heißt denken leben, und das Fühlen ist nur Nahrung für das Denken.” {aus dem “Buch der Unruhe des Hilfsbuchhalters Bernardo Soares”; Eintrag #71 vom 13.04.1930 von Fernando Pessoa, Fischer TB Februar 2011}

Fernando Pessoa ist Portugiese gewesen. Am 13.04.1930 entstand diese Notiz von Pessoa. Zu diesem Zeitpunkt befand sich Portugal bereits im dritten Jahr nach dem Militärputsch im Jahr 1928. Finanzminister mit besonderen Rechten Salazar wurde nur zwei Jahre später 1932 Premierminister und regierte bis 1976. Er kontrollierte das Land mit neuer Verfassung ab 1933 im Einparteienstaat, unter sehr katholischen Einfluss und Unterdrückung von Regimegegnern. Sein “Neuer Staat” sollte das Denken den Regierenden und der Kirche überlassen. Eine äußert sympathische Situation zum Leben und Denken.
Jedesmal, wenn eine Religion und oder ein bestimmter Glaube an ein System zur Machtausübung malträtiert und missbraucht wurde, wurde Murx daraus. Die Geschichte hat es echt schon oft genug gezeigt. Pessoa hatte dies mit dem Zitat sicher irgendwie im Blut gehabt und ich mag das Zitat sehr.

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