Krähen, Simone, Patricia, Margaret und noch ein paar Männer im Juli [Lesemonat]

Ich bin etwas spät mit meinem Rückblick zum Monat Juli, aber das ist nicht schlimm, denn er kommt jetzt. Ich halte an meinem Vorhaben fest, regelmäßig weiter Literatur von Frauen zu lesen. In diesem letzten Monat waren es immerhin zwei Romane und ein Sachbuch und dann noch das von der Hamburgischen Staatsoper herausgegebene Buch zum Abschied von Simone Young nach 10 Jahre ihres Schaffens in Hamburg. Ich habe im Juli kein Buch abgebrochen und es gab auch nur ein Buch, welches mir nur so mittelmäßig gefallen hat. Ich habe mal wieder Bildungslücken geschlossen und “Angstwerke” mit Genuss gelesen.

Aber dazu etwas ausführlicher hier und jetzt.

In den Juli hatte ich Patricia Highsmith “Der talentierte Mr. Ripley” mitgenommen und wahrscheinlich, weil ich nichts von der Story kannte, hat mir das Buch so gut gefallen. Und ja, ich habe auch bis dato keine Verfilmung bisher gesehen. Der Zauber ist bestimmt weg, wenn ich davor schon etwas gekannt hätte. Highsmith hat einen tollen Schreibstil. Ich habe gehört, dass sie eine Fortsetzung irgendwie demnächst veröffentlicht oder bereits veröffentlicht hat. Die interessiert mich nicht mehr, da ich finde, dass die Geschichte fertig erzählt ist.

Das zweite Buch war “Krähen” von Cord Riechelmann … eine Hommage in Sachbuchform über Krähen und Krähenvögel. Ich habe dieses Buch innigst geliebt und will noch mehr dieser Bücher lesen. Ich weiß, dass es in der Aufmachung auf jeden Fall noch “Eulen” gibt. Dafür muss allerdings noch ein bisschen Geld beiseite gelegt werden.

Dann der Sammelband des kompletten Schaffens von Frau Simone Young in Hamburg. Großartig. Ich liebe diese Frau.

Dann folgte Margaret Atwood “Die Penelopiade”. Dieses Buch war großartig. Es ist quasi die feministische Sichtweise auf die Ilias von Homer aus der Position von Penelope (der Frau von Odysseus). Es ist nicht ganz einfach geschrieben, weil die Stile sich von Kapitel (in dem Falle Gesängen) zu Kapitel ändern und jeder kennt die sehr heroischen Geschichten aus Männersicht. Dies ist jedoch die Frauensicht. Also ein echtes Frauenbuch.

Hunter S. Thompson “Die Odyssee eines Outlaw – Journalisten”. Die gesammelten Briefe von Thompson sind der Hammer. Dieser Mann ist mir sehr sympathisch und eigentlich will ich auch noch alle anderen veröffentlichten Werke von ihm nach dem Lesen dieses Buches lesen. Also geistige Notiz an Freunde, die mir irgendwann mal was schenken wollen. HST ist eine gute Wahl.

Sherwood Anderson “Winesburg, Ohio” war für mich eine große Überraschung. Mir wurde das Buch von meiner Schwester in die Hand gedrückt. Ich hatte von Anderson vorher noch nie gehört. Er ist jedoch hauptsächlich für dieses Buch berühmt. Vor allem in der Literaturwelt bei Autoren selbst. Anderson schafft es mit seinen Kurzgeschichten, die alle in der fiktiven Stadt Winesburg, Ohio stattfinden, Menschen und Orte zu beschreiben, als würde man selbst dort umhergehen und alles kennen. Du fühlst Dich im Buch so, als wärest Du selbst ein Bewohner dieser Stadt. Absolut empfehlenswert.

Danach las ich von Jean Echenoz “Blitze”. Das ist auch der gleiche Autor, der den großartigen Roman “14” geschrieben hat. “Blitze” war nicht schlecht, aber ich habe das Buch fortwährend mit meinen überwältigenden Gefühlen für “14” verglichen, was nicht gut war. “Blitze” ist eine Hommage an Nikola Tesla

“Endlich Kokain” von Joachim Lottmann war kurzweilige Urlaubslektüre, die anfangs witzig war und ab der Mitte hin, stark an Geschwindigkeit für meinen  Geschmack verlor. Das war irgendwie mein “Lowlight des Monats”.

“Purgatorial” von Fernando Ribeiro … dem Sänger von Moonspell war mein Lyrikband des Monats. Ich gebe zu, so richtig viel gelesen habe ich darin nicht, aber ich habe mit meinen spärlichen Französischkenntnissen das ein oder andere der portugiesischen Texte verstanden. Das Buch ist signiert, deswegen wird es hier erwähnt.

Das Highlight neben Hunter S. Thompson und Sherwood Anderson, war für mich DER Überroman von Thomas Mann “Die Buddenbrooks”. Muss ich zu dem Buch noch was sagen?! Vielleicht das eine: Man sollte ruhig mit ein bisschen Abstand zur Schulzeit sich das ein oder andere Werk wieder zur Brust nehmen, auch wenn einem der Autor in der Schule misshandelt wurde. Ich habe die Buddenbrooks geliebt. Die lesen sich wie eine moderne Seifenoper. Mit dem Unterschied, dass sie damals noch alle gut gekleidet aussahen.

Ich habe zusammengefasst im Monat Juli 9 Bücher mit 3097 Seiten gelesen. Das heißt, es werden 31 Euro in meine Sparbüchse wandern für jede gelesene Seite (aufgerundet) und so in der Art kann es im August ruhig weitergehen. Ich hätte nichts dagegen.

Wie war Euer Monat Juli? Habt ihr auch Klassiker gelesen und neu entdeckt?

Advertisements

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out / Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out / Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out / Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out / Change )

Connecting to %s