Und Johnny zog in den Krieg – Dalton Trumbo [Buchempfehlung]

UndJohnnyZogInDenKrieg Ich kaufe Bücher zumeist, wenn sie hübsch aussehen und wenn Sie gut illustriert sind. Ich greife jedoch meistens zu lebensbejahenden Büchern, die ernste tieftraurige Themen aufgreifen und dies zielsicher.

Und Johnny zog in den Krieg von Dalton Trumbo ist so ein wundervolles Buch.
Die Ausgabe, die ich gelesen, gekauft und mehrfach in der Hand hatte, erschien 2012 bei Onkel&Onkel im Hardcover. Die Illustrationen sind von Felix Gebhart. Übersetzt wurde es von Tina Hohl. Das Buch ist am 03.09.1939 erstmals erschienen und es ist ein Klassiker der Antikriegsliteratur.

Klappentext: Joe Bonham kommt zu sich. Nur langsam klären sich die Gedanken des 20-Jährigen und er realisiert, dass er in einem Krankenhaus liegt. Seine Erinnerungen kehren zurück. Erinnerungen an die Schlachtfelder des 1. Weltkriegs, einen Granateneinschlag, die Familie, die erste Liebe, die Zeit vor dem Krieg. Und nun liegt er in diesem Krankenhaus. Wo? Er weiß es nicht. Doch er wird es erfahren. Er wird erfahren, was der Krieg aus ihm gemacht hat. Er wird aufbegehren, sich aufbäumen, kämpfen. Sein Verstand ist lebendig und wütend, aber sein Körper ist tot – und niemand erkennt, dass Johnny bei vollem Bewusstsein ist.

Meine 10 Cents: Diese neu übersetzten 232 Seiten sind atemberaubend. Man wird als Leser dieses Buches schockgefroren. Mit dem Hintergrund, dass das Buch 2 Tage nach dem Überfall auf Polen 1939 erschien und die Welt quasi sich erst noch in den kompletten Ruin stürzen sollte, wo Part 1 doch gerade erst vergangen war, macht einem richtig zu schaffen. Johnny musste in den Krieg … in den ersten Weltkrieg. Er wurde ziemlich schnell verwundet, so schwer, dass er ohne Gliedmaßen als Torso und ohne Augenlicht und ohne Stimme im Lazarett liegen muss und das für Jahre. Er zog in den Krieg, weil ihm was versprochen wurde, beziehungsweise, weil er Ideale hatte und für eine Zukunft mit Demokratie und Freiheit und so weiter kämpfen wollte. Er verlor jedoch alles und er kann noch nicht mal seine Bedenken, Ängste und Mahnungen verbal äußern. Der Krieg hat ihn kaputt gemacht. Physisch wie auch psychisch. Was muss es nur für eine Qual sein, in diesem Zustand, in der Johnny sich jetzt befindet, nicht sterben, geschweigedenn leben zu können. Soviel Trauma ist gar nicht fassbar. Es ist nicht begreifbar. Die Übersetzung des Werkes ist zusammen mit den Illustrationen des Buches eine großartige, tiefsinnige Kombination, die mich teilweise dazu bewog beim Lesen Pausen einzulegen. Dann konnten auch schon mal Tränen laufen. In dem Buch lesen wir Johnnys Gedanken und Erinnerungen, die er nichts tun könnend im Lazarett hat. Im ersten Teil sind es die Gedanken an die heile Welt von früher gewesen, die jetzt “gestorben” ist und im zweiten Teil sind es die Gedanken und Gefühle und Ängste von jetzt … die Unfähigkeit von Johnny seine Wünsche und Sorgen auszudrücken. Denn denken kann der junge Mann noch. Es versteht ihn nur keiner.
Dieses Buch lässt den Leser nicht los.
Dieses Buch ist Antikriegsliteratur erster Güte, die nicht aktueller sein könnte, als heute.

(ISBN13: 9783940029904) by Onkel&Onkel, 232 Seiten, Hardcover, 2012 erschienen.

In loser Folge werde ich Antikriegsliteratur hier auf meinem Blog vorstellen, weil ich so etwas (nicht mit unfreiwilliger Komik versehen) sammle.

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