Literaturschatz – Winesburg, Ohio von Sherwood Anderson [Buchempfehlung]

Ich greife allzu gern zu Büchern, die mir meine liebe Schwester empfiehlt. “Winesburg, Ohio” von Sherwood Anderson war ebensolche Empfehlung. Ich lese verdammt viel, aber bevor mir dieses Buch in die Hand gedrückt wurde, hatte ich noch nie etwas davon gehört gehabt. Ich – Kulturbanause. Ich schäme mich auch nicht dafür, weil ich einfach nicht alles kennen kann. Ich lese ja schon so schnell wie ich nur kann und neben all den Neuveröffentlichungen möchte ich auch noch alte Schätze heben und für mich “neu entdecken” und lieben lernen. Dieses Buch war ein Glücksgriff.

WinesburgOhioSherwood Anderson “Winesburg, Ohio”

meine deutsche gelesene Ausgabe war von 2012 bei Schöffling & Co. im Hardcover
übersetzt von Mirko Bonné… und besonders hübsch in Leinen gebunden.

im selben Jahr ist auch eine deutsche Ausgabe bei Manesse erschienen. Zu dieser kann ich allerdings nichts sagen.

erstmalig 1919 im Original erschienen.

Sherwood Anderson hat kleine Kurzgeschichten über einzigartige Charaktere in der fiktiven Stadt Winesburg, Ohio geschrieben. Der Protagonist George Willard führt uns dabei durch den Ort und wird dabei erwachsen. Am Ende des Buches blickt er davon ziehend auf Winesburg, Ohio zurück. Andersons Werk ist eine Hommage an seinen Heimatort Clyde, Ohio. 22 Geschichten lang ist das Buch. Alle beschriebenen Personen haben gemeinsam, dass sie auf irgendeine besondere Art einsam sind. Der Ort ist nicht riesig, aber voller Menschen, die teilweise gebrochen, besonders und unfassbar einzigartig sind. Als Leser wird man so sehr in den Ort gezogen, dass man fast schon glaubt in ihm herum zu laufen. Du hast das Gefühl, dass Du schon einmal in Winesburg, Ohio gewesen warst und dass Dir alles bekannt ist. Anderson schafft es Menschen in seinem Buch greifbar und realistisch mit Worten zu beschreiben. Der Ort wird liebevoll beschrieben. Dieses Buch ist quasi ein klassisches Handbuch für Charakterstudien und für Landschaftsbeschreibungen. Es sollte jeder in sich aufsaugen, der seinen Protagonisten glaubhaft machen möchte. Anderson ist großartig darin. Ich habe den stillen unaufgeregten Schreibstil sehr genossen. Das war mal was echt Schönes zum Lesen.

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