Siri, Vea, Amélie, Irmgard, Marina und noch ein paar Männer im Juni [Lesemonat]

Rückblickend auf den Monat Juni muss ich sagen, dass ich ganz schön viele Frauen gelesen habe. Das ist mehr als in manchem Jahr überhaupt. Insgesamt waren es 10 ausgelesene Bücher und ein abgebrochenes. Zur Zeit lese ich noch drei Bücher, die ich in den Monat Juli mitnehme. Es gab immerhin eine Woche, in der ich kein Buch gekauft habe und das war in den gesamten letzten sieben Tagen. Ich habe mich noch nicht mal gescheut Genreübergreifend zu lesen. Es war nicht alles schwerst sozialkritisch oder total “lebensbejahend” gewesen. Ich konnte bei meinen Büchern, die ich gelesen habe, auch lachen. Manchmal habe ich auch entgeistert den Kopf geschüttelt, weil ich mit Schreibstil, Humor, Story und oder Protagonisten so gar nicht klar kam.

Abgebrochen habe ich allerdings nur ein Buch in diesem Monat und das War Nick Hornbys “Miss Blackpool”, aber ich durfte schon feststellen, dass es bei diesem Buch nur echte Liebhaber gab oder Menschen, die es richtig doof fanden. Mein Wortlaut bei Goodreads war: Moin moin, ich habe vorhin in der U-Bahn für “verbale” Randale gesorgt, in dem ich laut ausgesprochen habe, was ich gedacht habe. Aus Versehen natürlich. Beim Lesen von “Miss Blackpool”. Ich habe geschimpft wie ein Rohrspatz. Außerdem habe ich das Buch nach Seite 80 abgebrochen. Ich habe keine Lust auf schlechte Laune … und vor allem auf Zeitverschwendung. Das Buch ist dahin geschludert. Die Protagonistin ist so flach, dass (wie sagte Vea Kaiser bei der Lesung so schön) man die Krümmung der Erde sieht. Der Plot ist so berechenbar. Der Blick in das Fernsehbuiz ist so klischeehaft banal (Besser ist es bei Rick Moody “Wassersucher” … tausendmal besser wohlbemerkt). Ich könnte kotzen … ach ja und sein viel umjubelter britischer Humor ist auch irgendwie so voll 90er. Ich bin mit Hornby fertig. Unterhalten hat er mich nicht. Zum Trash reicht es auch noch nicht. Das Buch ist für die Tonne. LEIDER! Das war möglicherweise etwas zu hart, aber ich spare mir ja nie harte Worte auf, um anderen zu gefallen. Damit bin ich durch. Ich verbiege mich nicht.

Ein Highlight geschrieben von einem Mann war definitiv das kleine unscheinbare Buch “Monsieur Linh and his Child” von Philippe Claudel. Da schrieb ich bei goodreads: Dieses Buch ist zum Niederknien … ich habe geheult und mein Herz ist fast ganz schlapp geworden. Claudel schreibt zum Weinen schöne Romane, auch wenn sie meist von Protagonisten handeln, die richtig doof “starten”. Wie auch in diesem Buch. “Tao-Lai” ist Großvater und einzig seine wenige Wochen alte Tochter überlebt einen Bombenangriff auf sein Dorf. Keiner der Familie ist übrig geblieben. Er flieht mit ihr und möchte ihr einen guten Start ins Leben bescheren. Dabei lernt er auch einen Mann kennen, der ihn zwar verbal nicht versteht, jedoch mit seinem Herzen. Monsieur Linh muss in ein Asylantenheim ziehen, was für ihn ein Gefängnis ist. Er kann den Mann nicht mehr sehen und er fühlt sich alles andere als frei und sicher. Er flieht wieder und was dann geschieht ist noch viel mehr zum Heulen. Oh mann …

Ich war in diesem Monat bei zwei Lesungen. Zum einen bei Vea Kaiser zu ihrem Roman “Makarionissi oder die Insel der Seeligen”. Ich habe das Buch danach nicht mehr gekauft, weil Vea Kaiser leider schon zu viel von dem Buch vorgelesen und erzählt hatte. Ich hätte es vorher lesen müssen. Aber Vea Kaiser mal live zu erleben, ist eine unbedingte Empfehlung. Die zweite Lesung war mit Siri Hustvedt in Hamburg. Diese Frau war der Hammer. Sie ist umwerfend. Ihr Buch “Die gleißende Welt” habe ich in drei Tagen durchgeatmet.

Wer wirklich lebensbejahende Kurzgeschichten lesen mag und sehr intelligente Essays lesen mag und sich vor Augen hält, dass die Dame erst 22 Jahre alt war, kann von Marina Keegan “Das Gegenteil von Einsamkeit” lesen. Ich habe nicht alle Stories gleich gemocht, aber ich hätte gern noch mehr von ihr gelesen. Leider ist sie aber tot.

Zusammen gefasst muss ich sagen: Der Juni war ein toller Lesemonat und ich hoffe, dass ich im Juli nachlegen kann. Ich hoffe auch, dass ich nicht viele Bücher zusätzlich noch kaufe. Ich wollte auf November “sparen”, wenn meine Freundin nach Hamburg zu Besuch kommt und wir haben die Top10 Buchläden von Hamburg noch nicht besucht. Es fehlen uns noch 6 Stück.

Gelesen:
1 Philippe Claudel “Monsieur Linh & his Child” 144 Seiten
2 Ray Bradbury “Der illustrierte Mann”  315 Seiten
3 Amélie Nothomb “Den Vater töten” 128 Seiten
4 Siri Hustvedt “Die Gleißende Welt” 512 Seiten
5 Ian McEwan “Liebeswahn”  355 Seiten
6 Irmgard Keun “Nach Mitternacht” 199 Seiten
7 Neil Gaiman “Sandman Ouvertüre – Vol 1” 124 Seiten
8 J.R.R. Tolkien “Smith of Wootton Major” 224 Seiten
9 Marina Keegan “Das Gegenteil von Einsamkeit” 288 Seiten
10 Peter Fröberg Idling “Gesang für einen Aufkommenden Sturm” 381 Seiten
11 Nick Hornby “Miss Blackpool” abgebrochen nach 80 Seiten

Das sind dann insgesamt 2750 Seiten. Für meine Sparbüchse für den Buchkauf sind das dann 27,50 Euro. Hurra!

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